Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 5 (4.2.1916)
- Date
- 1916-02-04
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 39 Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden befördert die Vizefeldwebel Hans Kuhn im 18. Inf.-Re£?t., Theodor Heumann im 25. Inf.-Regt., Philipp Gumsheimer im 1. Res.-Inf.-Regt., Rudolf Ulrich im 16. Res.-Inf.-Regt., Leopold Heimann im 20. Res.-Inf.-Regt., Fritz Hirschmann im 9. Res.- Feld-Artill.-Reg., Theodor Schweitzer im 3. Landwehr-Feld-Art.-Regt., Karl Mitteiberger und Emil Oberfeld im 1. Res.-Fuß-Art.-Regt., Otto Morgenstern und Hermann Arnholdt im 2. Res.-Fuß-Art.- Regt., Heinrich Goldberg bei den Pionieren, Otto Stern und Leo Landauer in der Landwehr-Kav. 1. Aufgeb., Gustav Schwarz im 1. Landst.-Fuß- Art.-Regt., Kurt Scheller im 3. Inf.-Regt., Albert Meyer im 14. Inf.-Regt., Fritz Frenkel im 3. Pionierbataill. und Erich Rosenberg i. d. 1. Trainabtlg. Der kgl. bayer. Militärsanitätsorden 2. Klasse wurde verliehen dem k. Assistenarzt der Reserve Georg Cohn (München). In der amtlichen Bekanntmachung heißt es:.....für die ausgezeichneten Dienste, die er sich dadurch erworben hat, daß er am 3. Oktober 1915 in einer über das gewöhnliche Maß der Pflichterfüllung: hinausragenden Weise in vorderster Linie im schwersten feindlichen Artilleriefeuer und unter größter eigener Lebensgefahr die Verwundeten versorgte und barg." Zum kgl. Oberarzt der Reserve wurde der Assistenzarzt Dr. Adolf Knoblauch (Hof) und zum kgl. Assistenzarzt der Reserve der Unterarzt Dr. Abraham Segalowitz (München) befördert. Der stellvertr. Milit.-Ger.-Schreiber Siegfried Weiner wurde mit dem bayer. Milit.-Verd.-Kr. 2. Kl. mit der Krone und Schwertern am Bande für Kriegsverdienst ausgezeichnet. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen dem k. Oberleutnant der Landwehr Emanuel Goldschmidt, den kgl. Leutnants der Reserve Heinrich Weiß im 1. Tel.-Bat., Otto Mayer, Emil Geiger, 'Bernhard Ellenstein und Jakob Krämer von der Infanterie, Artur Löwenstein von der Feld-Artillerie und dem kgl. Stabsarzt der Reserve Dr. Ludwig Heller (Bamberg). Die kaiserl. türkische Rote Halbmond-Medaille wurde verliehen dem Großkaufmann Louis Ballin, Kommerzienrat Josef Schülein und dem Rentier Leonhard Ritter von Elmenau, alle in München. München. Am 22. Januar veranstaltete der Verein Bne-Jehuda für seine Mitglieder und Freunde eine intime Chamischo-Ossor-Feier. Der Abend wurde durch eine kurze doch eindrucksvolle Ansprache des Herrn Schriftsteller Josef Löwy eröffnet. Es folgten musikalische Vorträge von Herrn Welisch (Geige) und Frl. Hecht (Gesang). Herr Grünbaum las meisterhaft eine der schönsten Erzählungen von Scholem-Alejchem „Hödel" im jüdischen Original vor. Den allergrößten Erfolg hatte Herr Ambrunn mit seiner kraftvollen Ansprache an die Vereinsmitglieder und seiner wirklich vollendeten Rezitation der herrlichen Geschichte Perez's ..Wenn nicht noch höher". Burgpreppach. Da der protestantische Lehrer Düsel von Burgpreppach zur Fahne gerufen wurde, so beauftragte die kgl. Regierung von Unterfranken den israel. Lehrer Levi. den Unterricht an dieser Schule, die 69 Schulkinder zählt, zu erteilen. (Die Verhältnisse zwingen also die bayerische Regierung, endlich einzusehen, daß auch jüdische Lehrer den allgemeinen Unterricht in den Volksschulen erteilen zu können. D. Red.) * 'fViY'-" ■ ACA»aEf kCD'e sachliche Verantwortung ■C#Cl ElllW ist den Einsendern überlassen.) Türkische Vorurteilslosigkeit. Man schreibt uns: „Bei der verdientermaßen empfehlenden Besprechung, welche in Nr. 3 des laufenden Jahrganges dieser Blätter dem Buche des baverischen Hauptmanns und türkischen Majors Franz Karl E n - d r e s „Die Türkei" gewidmet worden ist, wurde wegen der Wichtigkeit der Frage der Ottomanisierung der über 50 Prozent fremden Nationalitäten für die Kräftigung des türkischen Reiches die Aufmerkamkeit auf die diesbezüglichen Erörterungen des Verfassers besonders hingelenkt: es wurde nicht nur dessen eigene Meinung, daß durch Verständnis und Schonung der völkischen Eigenarten in den verschiedenen Nationalitäten das Bewußtsein ihrer besten Sicherung durch den Anschluß an den machtvollen Staat erweckt werden müsse, wiedergegeben, sondern auch die hiermit übereinstimmende Äußerung des früheren Ministers des Auswärtigen, Gabriel Efendi Noradunghian wörtlich angeführt. Wenn aber schon bekannt ist. daß die Türken nach der Eroberung von Kontantinopel die in der Lehre und im Leben des heutigen Abendlands noch nicht allenthalben geltende Maxime, jeden nach seiner Fasson selig werden zu lassen, betätigt haben, so dürfte es doch nicht uninteressant sein, aus dem Tagebuch des Deutschen Gerlach, der die Türkei im 17. Jahrhundert bereist hat, zu erfahren, daß auch der weitergehende Vorschlag der beiden genannten Kenner der Verhältnisse bereits von dem Sultan Soliman als förderlicher Regierungsgrundsatz erkannt worden ist. Gerlach berichtet von diesem Herrscher, der den unglücklichen Opfern des von der spanischen Regierung in grausamer Weise durchgeführten Prinzips der Glaubenseinheit Zuflucht gewährt hat, folgende Anekdote: „Als der Grosvezier Rustan den Kaiser Soliman bereden wollen, er sollte in seinem Lande nur einen Glauben anrichten, und sonderlich die Juden, von denen er mehr Schaden als Gewinn habe, ausjagen; so habe der Kaiser eine Blum so weiß und gelb gewesen, abgebrochen, und den Bassa gefragt: wie ihm die Blume gefalle? dieser geantwortet: wohl, dann so habe sie GOtt erschaffen; da habe der Kaiser das Gelbe herausgerauft, und gefragt: wie sie ihm nun gefalle? Der Bassa geantwortet: sie habe nun keine Gestalt mehr, weil sie nicht mehr ganz, sondern eine Farbe verlohren. Der Kaiser habe eine andere abgebrochen, das Weiße herausgenommen, und gefragt wie zuvor, darauf der Bassa auch wie zuvor geantwortet; da denn der Kaier versetzt: weil dir das an den Blumen gefällt, daß sie mit ihren Farben vollkommen sind, warum läßt du es dir nicht auch an den Menschen belieben, die GOtt erschaffen? Je mehr Farben eine Blume hat, je schöner ist sie, also tragen die Türken weiße, die von des Mahomets Geschlechts grüne, die Griechen blaue, die Juden gelbe Bünden." In orientalisch-sinniger Art hat der weise Lenker seines Reiches die Anschauung kundgegeben, daß das Gedeihen des Staatsganzen von dem guten