Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 3 (21.1.1916)
- Date
- 1916-01-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertel]. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — Verlag „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. - Redaktion: Norbert Weidler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 PL — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog \ Maxstraße4. Fernsprecher: 8099. ) Postscheckkonto: München 3987.. Nummer 3 München / 3. Jahrgang 21. Januar 1916 1916 Wochenkalender (5676) ljnn Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Jan. Schvath B3tP 22 17 23 18 24 19 25 20 26 21 27 22 28 23 "Hrp Gottesdienste: Morgens Hauptsyn. 8.30 Herzog Rud.-Str. 7.« Sabbath-Äusgang 5.42 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 5.00 Herzog Rud.-Str. 5.00 Inhalt! Dr. Ludwig Wassermann: Bayerns —Judenheit im Lichte der amtlichen Statistik. — Theo Harburger: Jüdische und nichtjüdische Auffassung der polnischen Schulfrage. — Zeitungs-Echo. — Schalom Asch: Das letzte Gebet. — Literarisches Echo. — Gemeinden- und Vereins-Echo. Bayerns Judenheit im Lichte der amtlichen Statistik Von Dr. Ludwig Wassermann, München. (Abdruck mit Quellenangabe gestattet.) Alljährlich veröffentlicht das K. Statistische Landesamt einen Rechenschaftsbericht der bayerischen Gesamtlandesstatistik. Trotz der Kriegszeit ist auch in diesem Jahre die höchste bayerische statistische Behörde dieser Gepflogenheit treu geblieben und hat uns in ihrem fast 600 Seiten starken statistischen Jahrbuch eine Fülle hochinteressanter Ziffern beschert. Uns fesselt im Rahmen dieser Spalten vordringlich alles das, was über Bayerns jüdische Bevölkerung gesagt ist: Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung gab es in Bayern 55 065 Juden oder in Prozenten ausgedrückt: 0,8% der Gesamtbevölkerung unseres Königreichs, die 1910: 6,887 291 Personen betrug. Da die Volkszählungen von 1905: 55 341, von 1900: 54 928 Juden aufwiesen, so kann man von einem Stillstand im Bevölkerungszuwachs sprechen, der noch deutlicher in die Erscheinung tritt, wenn man feststellt, daß 1900 die Juden 0,89, 1905: 0,85, 1910 aber nur mehr 0,8% der Gesamtbevölkerung Bayerns ausmachten, während sie beispielsweise 1875: 1,02% der bayerischen Bevölkerung stellten. Mit anderen W orten: die Zunahme der jüdischen Bevölkerung ist weit hinter derjenigen der nicht jüdischen Bevölkerung zurückgeblieben, im letzten Jahrzehnt ist überhaupt keine Zunahme mehr bei der jüdischen Bevölkerung zu verzeichnen. Die bayerischen Juden verteilen sich auf die einzelnen Regierungsbezirke wie folgt: 11 652 - 0,76% Niederbayern . . . . . 468 0,07,, Pfalz..... . . j 8 998 - 0,96,, Oberpfalz . . . . , . 1 395 - 0,23,, 2 946 - 0,45,, Mittelfranken . . 14 219 - 1.52,, 11 925 - 1,68 „ . . . 3 462 - 0,44,, 55 065 fcx c a & M :0 4> £l CQC* u <U T-j PQ 723 Personen, 4082 14795 1631 Die Juden bevorzugen also Unter- und Mittelfranken, die Pfalz und Oberbayern; in der Oberpfalz und Niederbayern sind sie am seltensten anzutreffen. Dies hängt mit der beruflichen Gliederung der jüdischen Bevölkerung zusammen. Von den 55 065 Juden waren nach im Jahre 1909 erschienenen Angaben der Zeitschrift des K. bayerischen Statistischen Landesamtes 27 173 erwerbstätig und zwar: in der Landu. Forstwirtschaft in der Industrie...... in Handel und Verkehr . . . in Lohnarbeit wechselnder Art . in öffentl. Diensten und freien Berufen ......... als berufslose Selbständige (Rentner usw.)....... Die berufliche Zusammensetzung der bayerischen Juden weist diese von selbst an, diejenigen Regierungsbezirke aufzusuchen, wo natürliche Voraussetzungen für die Betätigung gegeben und wo in Gestalt großer Städte Absatzzentren vorhanden sind. Dabei ist die berufliche. Zusammensetzung der bayerischen Juden grundverschieden von derjenigen der nichtjüdischen Bevölkerung des Königreichs: 45,6% der bayerischen Erwerbstätigen sind in Land- und Forstwirtschaft beschäftigt; von der jüdischen erwerbstätigen Bevölkerung sind es nur 2,6%. Dagegen sind fast 55% aller erwerbstätigen Juden in Handel und Verkehr beschäftigt, wäh- 5854