Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1916-01-07 · 1 (7.1.1916) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
1 (7.1.1916)
Date
1916-01-07
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9102942-9117830--00655-9073481
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

8 Das Jüdische Echo fiihrer, die den Zweck hatten, die Gesamtheit der Juden Rußlands und Qaliziens (zur Zeit der Okkupation) offiziell des organisierten Verrats an der russischen Armee zu beschuldigen. Die Legende sollte einerseits die jüdische Bevölkerung der Willkür der Soldateska preisgeben und die buchstäbliche Ausrottung der Juden im Gebiete der Operations-Armee einleiten, und zugleich die fortgesetzten -Niederlagen des Heeres rechtfertgien. Ks folgen die drei bedeutenden Reden, über das Martyrium der Juden Rußlands, die von der Tribüne der Reichsduma gehalten wurde. Die großangelegte Rede von Friedmann, und die bemerkenswerten Ansprachen von Tschh e - i' d s e und Dsjubinsky enthalten, wenn auch nur einen Bruchteil der bekannt gewordenen Tatsachen, geben aber eine erschütternde Bestätigung der Gräßlichkeiten, die in verschiedenen Formen menschlicher Grausamkeit an den Juden Rußlands geübt worden. Erklärungen der Poale- Zion-P-artei und des „Bundes" in Rußland, sowie der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas schließen den russischen Teil ab. Der zweite Teil ist der außerordentlich aktuellen Frage der Beziehungen der Polen und Juden gewidmet. Auszüge aus polnischen Schriften in deutscher und französischer Sprache geben über den Standpunkt der Polen erschöpfende Auskunft. Sie bestätigen auch die nur zu gut bekannt gewordene Tatsache, daß die um die nationale Freiheit kämpfenden Polen den Juden gegenüber keinen anderen Standpunkt einnehmen, als den der widerstandslosen Assimilierung und nationalen Entäußerung. Die Polen, von der konservativen Schlachta bis zu den revolutionären Sozialisten, können sich mit dem Gedanken des Fortbestandes eines jüdischen Dreimillionen-Volkes inmitten eines freien Polens absolut nicht befreunden und verlangen von den Juden die nationale Liquidation. Die Denkschrift hat eben nicht bloß eine aufklärende, sondern eine greifbare politische Aufgabe. Sie fordert von der sozialistischen Internationale die „A u f r o 11 u n g der jüdischen Frage im Rahmen der nationalen Fragen, deren Lösung durch den Krieg Unvermeidlich geworden ist." Die Internationale soll „bei den Friedensverhandlungen auch in der Judenfrage das erlösende -Wort des Rechtes und der Wahrheit" sagen. Diese Wahrheit über die Judenfrage spricht die Denkschrift aus. Mit einer Fülle von Material wird der Beweis geführt, daß die Judenfrage keine bloße Frage bürgerlicher Gleichberechtigung ist. Sie ist eine nationale Frage und nur zu lösen, wenn man den Juden gegenüber dieselben Grundsätze nationaler Selbstbestimmung anwenden wird, wie bei allen unterjochten Volksstämmen." Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Zu kgl. bayer. Oberlandesgerichtsräten wurden befördert die Landgerichtsräte Samuel Bernheimer in Nürnberg und Dr. Alfred Uhlmann in Augsburg. Zum kgl. bayer. Oberleutnant der Reserve wurde der Leutnant Julius Ball in der 2. Train- Abteilung befördert. Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Ludwig Weiß im 4. Inf.-Regt., Josef Rachor im 17. Inf.-Regt., Richard Kuntz und Paul Bauer im 18. Inf.-Regt., Siegfried Maier, Heinrich Blättner und Richard Kaufmann im 23. Inf.-Regt, Alfred Falk im 18. Res.- Inf.-Regt, Karl Simon im 2. Ulanen-Regt., Oskar Blankenburg und Hermann Wirth im 4. Feldart.- Regt., Ernst Arnstein und Ernst Löwenstein im 6. Res.-Feldart.-Regt., Walter Erlanger in der 1. Trainabt., Hermann Löwenfelder im 6. Landwehr- Inf.-Regt. und Wilhelm Bayersdorfer im 15. Landwehr-Inf.-Regt. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen dem kgl. Hauptmann der Landwehr Alexander Dünkelsbühler, dem Oberleutnant der Reserve Julius Buchmann im 5. Feldart.-Regt., den Leutnants der Reserve German Levy und Sigmund Bergmann, den Oberärzten den Reserve Arnolkl Frankenau (Nürnberg), Dr. Benno Grünfelder (Hof) und den Assistenzärzten d. Res. Ludwig Luchs und J. Massenbacher (Inhaber des Eisernen Kreuzes). Sulzbürg. Der am 18. Dezember im Psalmistenalter verschiedene Kultusgemeindevorstand, Herr Josef S. Regensburger, hat in seiner Gemeinde und darüber hinaus wegen seines vielseitigen Wirkens ein wahrhaft gesegnetes Andenken hinterlassen. Als Wahrer jüdischer Treue hat er sein Leben erfüllt mit der Betätigung jüdischer Pflichten. Die Anerkennung dieser Verdienste und der darin ausgedrückten Gesinnung offenbarte sich im Vertrauen seiner Mitbürger, nicht nur der jüdischen, die ihm in der Kultus- und politischen Gemeinde Ehrenämter übertrugen. Seine Hingabe an die Satzungen der Thora brachte schon vor Jahren die Verleihung des Chower-Titels zum Ausdruck. Der Liebe, die ihm nächst seiner zahlreichen Familie alle entgegenbrachten, die ihn kannten, verlieh Herr Distriktsrabbiner Dr. Weinberg bei der Bestattung beredten Ausdruck. Der Dank des nahegelegenen Reservelazaretts bekundete des Verewigten tätige Anteilnahme an der Verwundetenfürsorge. J. 0. MIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllllllllMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllIlLIIIIIIHlllJllllillUIIIIIUIli Rachel Tennenbaum || Ii Bernhard Bernstein \\ Verlobte II München Leipzig §= Tl 1 FT...............[ t r! L i f 11E P......[...........i 111.....111L [! 1111J11J L L t i 11! 11111L E b i 11111111111 h I.....! E11J1111L1LIL!! lT~l s TT Rauchen Sie ifG vT* fgs^ Zigaretten tt Gisela Schimmel » ji^JR München ■Sftifcf^M Werkstätten für feine 1^ tf M Im Damen-Moden Wn Lindwurmsiraflei _J_l_ / IßT- Ecke Sendlingerlorpl. - - Tel. 52754 Druck und Verlag: B. Heller. Buch'druckerei. München. Herzog Maxstr 4 Verantwortlich für die Redaktioni. V.: Theo Harburger, München, Marienplatz 29; für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr. München.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.