Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 51 (24.12.1915)
- Date
- 1915-12-24
- Page
- Seite 432 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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432 Das Jüdische Echo Nr. 50 Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien: Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Walter Simon im 2. Feldart.-Regt., Robert Schweisheimer im 8. Res.- Feldart.-Regt, Karl Feldmann und Karl Jacob im 3. Pionierbat., Hermann Niedermaver im 8. Feldart.-Regt, Leo Stahl im Ers.-Feldart.-Regt., Wilhelm Kahn im Armierungsbataillon Nr. 1, Karl Hausmann im 8. Inf.-Regt., Kurt Weiß im 14. Inf.- Regt., Hans Bechert im 7. Inf.-Regt., Paul Lehmann und Hermann Bach im Eisenbahnbataillon, Stephan Lerchenthal im 14. Inf.-Regt, Max Hirschberg im 7. Feldart.-Regt, Josef Kauffmann im 21. Feldart-Regt. und Albert Holl im 6, Landw.-Feldart-Regt Zu kgl. bayer. Oberstabsärzten der Reserve wurden befördert die Stabsärzte Dr. Siegfried Wahle (Kissingen), Dr. Emanuel Krause, Dr. Ignaz Steinhardt Dr. Josef Hiller, Dr. Hermann Schwarz, Dr. Karl Frank und Dr. Jakob Dannheißer. Zu kgl. bayer. Stabsärzten der Reserve wurden befördert die Oberärzte Dr. Wilhelm Strauß (Bayreuth), Dr. Karl Weißelberg und Theodor Hirsch. Zum kgl. Assistenzarzt der aktiven Armee wurde befördert der Unterarzt Moriz Flamm im 22. Inf.-Regt Zu kgl. bayer. Assistenzärzten der Reserve wurden befördert die Unterärzte Dr. Karl Bacharach (Nürnberg), Dr. Martin Vogel und Dr. Karl Unna (München). Der kgl. bayer. Militärverdienstorden mit Schwertern wurde verliehen: dem Rittmeister der Res. Karl Liebmann der 2. Trainabteil., den Oberleutnanten der Reserve Alfred Qrünebaum im 21. Inf.-Regt, Mayer der 2. Trainabteil., ferner den kgl. Leutnants der Reserve Wilhelm Kuh im 20. Res.-Inf.-Regt, Ludwig Kupfer und Karl Rosenthal der Landw.-Inf. 1. Aufgebots, den kgl. Stabsärzten der Reserve Dr. Josef Jacob (Zweibrücken) und Dr. Julius Geiger (Hof), dann den k. Assistenzärzten der Reserve Dr. Ferdinand Löwenheim (Nürnberg), Ernst Scharf (Nürnberg) und Dr. Paul Reiß, ferner dem kgl. bayer. Feldzahnarzt Dr. Otto Steinhard der Kriegslaz.-Abt 1. Der Rote Adlerorden 3. Klasse am Bande des Eisernen Kreuzes wurde verliehen dem Freiherrn Dr. Viktor von Hartogensis in Garmisch. München. Diesen Samstag findet in der Synagoge an der Herzog Maxstraße Predigt statt. München. Vortrag des Herrn Feldrabbiner Dr. Baervvald. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur sprach letzten Samstag Herr Dr. Baerwald über seine Erlebnisse als Feldrabbiner an der Westfront. Ein überaus zahlreiches Publikum, das den Saal im Bayrischen Hof bis auf den letzten Platz füllte, schien auf den zu erwartenden Vortrag sehr gespannt zu sein, und der Vorsitzende des Vereins, Herr Rabbiner Dr. Werner, vergrößerte noch die Spannung, indem er in seiner einleitenden Ansprache erklärte, daß wir ein Stück der Geschichte des Judentums zu hören bekommen würden. Der Vortrag brachte eine arge Enttäuschung. Dr. Baerwald sprach fast eine ganze Stunde von den Wundern deutscher Organisation; von der Arbeit eines Feldproviantamtes, das er zufällig besichtigt hatte; vom Badeanzug; von Kinos hinter der Front; von den Grabmälern im Feindesland, die sich „mit den auf dem Münchner Waldfriedhof messen können"; von der Ordnungsliebe des deutschen Soldaten und von der Schlamperei und dem Schmutz der französischen Zivilbevölkerung; von der Morgentoilette der französischen Frauen und Mädchen; von den Gartenbänken und Schweizerhäuschen, die sich deutsche Soldaten in den belgischen Dünen, aufgestellt haben; von den Konferenzen der Feldärzte in Lille; von der Auflageziffer der „Liller Kriegszeitung" (100.000 Exemplare!); von der Ackerbestellung in Feindesland und von zahllosen anderen Dingen, die jedermann aus den Zeitungsschilderungen zur Genüge kennt und mit dem Amt eines Feldgeistlichen nicht das Geringste zu tun haben. Das Leben hinter der Front schilderte der Vortragende in den rosigsten Farben und womöglich viel optimistischer, als es gewisse Zeitungsberichterstatter zu tun pflegen. Die Veranstaltung von jüdischen Gottesdiensten streifte Dr. Baerwald nur ganz nebenbei und kaum ausführlicher als die Einrichtung des erwähnten Feldpostproviantamtes. Er sprach auch nur von der Organisation des Feldgottesdienstes als einen Teil der ganzen gewaltigen deutschen Organisation. Doch von der Seele des jüdischen Soldaten, von seiner Religiosität, vom Verhältnis der jüdischen Psyche zum Kriege, von den Anforderungen, die der jüdische Soldat an seinen Seelsorger stellt, von der Seelsorge überhaupt sagte Dr. Baerwald kein Wort! Aus dem Vortrag war nicht zu ersehen, ob der Vortragende Feldgeistlicher und dazu noch jüdischer Feldgeistlicher oder Verpflegungsbeamter oder Pressevertreter ist Erst ganz gegen Schluß entschlüpfte Herrn Dr. Baerwald die Bemerkung, daß jedes Gespräch zwischen jüdischen Soldaten an der Front in die gleiche stehende Frage ausläuft: wie werden sich die Verhältnisse in Deutschland in bezug auf die Juden nach dem Kriege gestalten? Und auf diese bange Frage glaubt Dr. Baerwald eine optimistische, wenn auch höchst unbestimmt klingende Antwort geben zu dürfen. Sch. b. Sch. Gisela Schimmel fBZ. R^^Piäfi g/ VwiNH München ■S^ißfWB Werkstätten BIvKwlYI für feine »iOlm Im Damen-Moden II yf Lindwurms»! -JyL-iizz Ecke Sendllngertorpl. **=— Tel. 52754 Rauchen Sie vfS roS^- Zigaretten Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzoz Maxstr 4 Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Max Mayer. München. Schwanthalerstr. 95: für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr. München.