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Das jüdische Echo · 1915-12-24 · 51 (24.12.1915) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
51 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, üanzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V e r 1 a g „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weidler,München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf.— j Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. Nummer 51 München / 2. Jahrgang 24. Dezember 1915 1915 Wochenkalender (5676) ljnn Dez. Thevet nntt DlötP Gottesdienst: Morgens Hauptsyn. 8l/2 Samstag 25 18 Herzog Rud.-Str. 73/4 Sabbath-Äusgang 5.u Sonntag 26 19 Montag 27 20 Dienstag 28 21 Mittwoch 29 22 Donnerstag 30 23 Freitag 31 24 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 4.30 Herzog Rud.-Str. 4.20 Inhalt! M.: Die Osmanisch-Israelitische und ——— die Deutsch - Israelitisch Osmanische Union. — Franz Karl Enders: Die Juden der Türkei. — J. L. Perez: Nei'lo in der Hölle (Deutsch von Alexander Eliasberg). — Gemeinden- und Vereins-Echo usw. Die Osmanisch - Israelitische und die Deutsch-Israelitisch Osmanische Union Während der letzten Kriegsmonate gingen durch die jüdische Presse einige Mitteilungen über jüdische Aktionen, in deren Mittelpunkt ein uns aus der Geschichte des Zionismus wohlbekannter Mann steht. Beginnend mit der Nachricht über die Gründung eines jüdischen Hilfskomitees »Roter Halbmond" und später eines Zentral-Hilfskomitees über die Notiz von dem jüdischen Sonderzug nach Konstantinopel mit Sanitätsartikeln, die aus den Mitteln weitverzweigter Sammlungen angeschafft wurden, bis hin zur Mitteilung über die Gründung einer „Osmanisch-Israelitischen Union" und neuerdings einer „Deutsch-Israelitisch Osmanischen Union" — erwähnten die Veröffentlichungen stets Dr. Alfred Nossig als den Hauptbeteiligten dieser Aktionen. Die in diesen Tagen ausgegebene letzte Mitteilung solcher Art enthält den Bericht über eine am 12. Dezember in Berlin stattgehabte Konferenz angesehener jüdischer Männer aus ganz Deutschland, die offensichtlich den Zweck hatte, den beiden letztgenannten Gründungen Dr. Nossigs die nötige Resonanz zu verschaffen. In diesem Bericht heißt es unter anderem: „Die Veranlassung zu der Konferenz hatten die Verhandlungen gegeben, die gelegentlich der Ubergabe der Spende des jüdischen Hilfskomitees „Roter Halbmond" mit der türkischen Regierung stattgefunden und zur Gründung einer „Osmanisch-Israelitischen Union" in Konstantinopel geführt haben (vergl. „Welt-Echo" Nr. 45 des Jüd. Echo). Der neue (? D. R.) bedeutsame Gedanke, zwischen den Juden und Osmanen innigere Beziehungen zu schaffen, die einerseits für die Türkei vorteilhaft wären, andererseits der Besserung der Lage unserer osteuropäischen Glaubensgenossen dienlich sein könnten, hat in zahlreichen jüdischen Gemeinden Deutschlands ein äußerst lebhaftes Echo geweckt. Gegen 300 im Vordergrunde des öffentlichen Lebens stehende jüdische Persönlichkeiten beteiligten sich an der Konferenz, darunter die Vertreter zahlreicher B. B. Logen. Über hundert zustimmende Zuschriften und Anerbietungen zur Mitarbeit trafen außerdem aus den verschiedensten deutschen Städten ein. „Die Konferenz wurde durch Kommerzienrat Gerson Simon eröffnet und geleitet. In seiner Ansprache führte Kommerzienrat Simon aus, daß die Ereignisse des Weltkrieges die Juden vor eine neue Situation stellen. Einerseits ist die den Juden seit jeher sympathische Türkei durch das Bündnis mit Deutschland uns nun auch als Deutschen besonders nahe gerückt. Andererseits wird, infolge der Besetzung von Russisch-Polen und Litauen durch die Zentral-Mächte. die ostjüdische Frage zu einer Frage der deutschen Judenheit und des Deutschen Reiches. Zwischen diesen neuen Tatsachen können gewisse ersprießliche Zusammenhänge geschaffen werden. Die Verwirklichung dieses Gedankens hat das jüdische Hilfskomitee „Roter Halbmond" angebahnt. Durch seine Sammlungen zugunsten der türkischen Armee, die über 120 000 Mark ergeben haben, erbrachte es einen sehr bemerkenswerten Beweis der besonderen Sympathie der deutschen Judenheit für die Osmanen. Der Vertreter des Komitees, Dr. Alfred Nossig, hatte dann in Konstantinopel Gelegenheit festzustellen, daß diese Sympathien von den türkischen Regierungskreisen erwidert werden und daß die Türkei geneigt sei, sich für die Sache der osteuropäischen Juden einzusetzen. Im weiteren Verlaufe rief das Komitee „Roter Halbmond" das „Zentral-Hilfskomitee" ins Leben, welches einen Fonds schaffen sollte, um einerseits die durch den Krieg herbeigeführte Notlage der Juden in Palästina zu mildern, andererseits für die Übersiedlung von osteuropäischen Juden nach der Türkei Mittel bereit zu stellen. Mit besonderem Erfolg hat bis jetzt das mit der „Hilfs-

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