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Das jüdische Echo · 1915-12-10 · 49 (10.12.1915) · p. Seite 412

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
49 (10.12.1915)
Date
1915-12-10
Page
Seite 412 (sequence 8)
Language
German
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412 Das Jüdische Echo die Draperie abgeben. Und als Kinderfest stellte die Veranstaltung etwas ungemein Erfreuliches und geradezu Begeisterndes dar. Der Wanderbund in München wächst, innerlich und äußerlich, das war die deutliche Empfindung dessen, der in die Seelen dieser ansehnlichen Schar munterer Knaben und Mädchen hineinsah. Wer Gelegenheit hatte, die Entwicklung des hiesigen Wanderbunds zu verfolgen, kann sich des sicheren Gefühles nicht enthalten, daß hier etwas ganz Neues und Starkes im Werden begriffen ist. — Von den reichhaltigen Darbietungen sind in erster Linie die beiden Tanzreigen hervorzuheben, von denen besonders der „Menorahtanz" eine sinnvolle und zugleich ästhetisch äußerst wirksame Erfindung war. Auf die Bedeutung des Festes wies Herr Dr. Raphael Straus in einer längeren Ansprache hin. Dem Kriegschanuka gewidmet war das zweiaktige Theaterstück des Führers Elias Steinberg, das von Wanderern vorzüglich aufgeführt wurde. Es schilderte ein stimmungsvolles „Lichtfest" im östlichen Kriegsgebiet. Viele heitere und ernste Gesangsvorträge und Deklamationen bildeten den angenhmen Rahmen der ganzen Veranstaltung. Am Schluß des ersten Teiles verteilte Fräulein Henny Feuchtwange r , die Seele des Wanderbunds, an besonders tüchtige Wanderer verschieden abgestufte Auszeichnungen, worunter die für eifriges Wandern ausgestellten Diplome besonders schön ausgestattet sind. Am Schlüsse hielt Führer Steinb e r g eine hübsche, ermunternde Ansprache an alle Wanderer. Das Fest bedeutet einen großen Erfolg und Fortschritt in der Geschichte des Vereins. Das über Erwarten zahlreiche Publikum (ca. 300 Personen) quittierte alle Leistungen mit großem Beifall und äußerte allenthalben seine Dankbarkeit für die mühevolle Arbeit der Führerschaft. Ludwigshafen a. Rh. Vor kurzem hielt unser israelitischer Frauenverein seine alljährliche Generalversammlung ab. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Entgegennahme des Jahresberichts der „Kriegsnäh- und Strickschule", einer, wie der Name besagt, von den Zeitverhältnissen geborenen und von ideellen Triebkräften belebten Neuschöpfung, deren Leitung man Frau Oberbahnverwalter Bloch anvertraut hatte. Ein Rückblick auf die bisherige Tätigkeit der Nähstube beweist, daß auch die hiesigen jüdischen Frauen, die ihnen gestellten Aufgaben voll erfaßt haben und mit Liebe und Verständnis ihre Kräfte für das Wohl des Vaterlandes einsetzen. Fleißige Hände waren während des Jahres, sei es zuhause, sei es bei den allwöchentlich zweimal im Gemeindezimmer stattfindenden Kränzchen bemüht, Bekleidungsstücke aller Art, Hemden, Unterhosen, Socken, Kopf-, Brust-, Lungen- und Ohrenschützer, Leibbinden, Kniewärmer, Halstücher, Westen, Handschuhe und dergl. anzufertigen und in geschmackvoll-sinnigen Zusammenstellungen mit sonstigen Liebesgaben, Pakete und Kisten an einzelne Feldgraue oder auch für ganze Truppenteile zur Front hinauszusenden. Auch die notleidenden Ostpreußen wurden mit Liebesgaben bedacht. Neben dieser Fürsorge für unsere Soldaten vergaßen wir aber auch nicht die Unterstützung bedürftiger und vom Krieg betroffener einheimischer Frauen. Sie empfingen nicht nur direkte Spenden an Geld und Waren, sondern sie wurden auch in einer sozial gewiß höher zu wertenden Weise bedacht, nämlich durch Zuweisung von Handarbeit, die aus den zur Verfügung gestellten Geldmitteln gut entlohnt wurde. Die bisher entfaltete Tätigkeit kann hier natürlich nur in wenigen Strichen angedeutet werden. Ihr segensreicher Erfolg ist in erster Linie der unermüdlichen, aufopfernden und umsichtigen Leiterin der „Kriegsnahstube" zuzuschreiben. Den wohlverdienten Dank brachte während der Versammlung außer der Vereinsvorsitzenden, Frau Rosa Gimbel, auch Frau Melanie Meyer, ferner der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde, Kommerzienrat Wolff und Herr Lehrer Wetzler, zum Ausdruck. — Diesen kurzen Bericht beschließe der Wunsch, unser Verein möchte im zweiten Kriegsjahr seinen idealen Zweck in gleich ersprießlicher Weise verfolgen und im edlen Wettstreit mit anderen jüdischen Frauenvereinen seine Kräfte messen und die Ehre des Judentums hochhalten. E. Q. Vermächtnisse und Versicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds. Herausgegeben vom Hauptbureau des Jüd. Nationalfonds, Den Haag 1915. Von den verschiedenen Seiten wurde der NF-Verwaltung die Anregung gegeben, die Propaganda für letztwillige Verfügungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds — sei es in Form von Vermächtnissen oder Lebensversicherungen — systematisch aufzunehmen und zu diesem Zwecke eine Propagandaschrift zu veröffentlichen. Bisher waren zwar vereinzelt schon große Schenkungen an den NF erfolgt. Die kriegerischen Ereignisse haben es indes bewirkt, daß viele Tausende, die früher nicht daran gedacht hatten, für das Wohl der jüdischen Allgemeinheit größere Geldmittel bereitzustellen, nunmehr allen Ernstes dazu entschlossen sind und sich nur darüber klar zu werden suchen, wie sie die verfügbaren Mittel am zweckmäßigsten verwenden. Diesem Bedürfnis entspricht die soeben vom Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds herausgegebene Broschüre „Vermächtnisse und Versicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds". Die Schrift wird allen opferwilligen Juden als Berater bei der Verwendung ihres Eigentums, soweit es nach ihrem Ableben der jüdischen Gesamtheit zugute kommen soll, willkommen sein. Hoffentlich belehrt die neue Broschüre recht viele darüber, daß der JNF die Unterstützung, der hier das Wort gesprochen wird, in hohem Maße verdient. Rauchen Sie ^^-^TT\ ^^Vvf^T oj5J> ^-TTßLT — 6*5J---^Zigaretten GiseloSchimmel I^V^*raJB München ■H^IBl IVVäw 7/\^HH nBBHHs i 1 V%>^. jL *^0BM Werkstätten HnBn i yf \p$w/A IHR für feine Damen-Moden Wmjk 4 - jffimntfflH Liodwornslraki MEBr ü fSf I SHI Ecke Sendlingerlorpl. Tel. 52754 Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckelei Münrhpn h-, »* I \ "----' V«.t«rtU* «r «.MM« Dr. Ma* Mayer. München. sÄS^ft«^, H. w. st01r, Mochen.

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