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Das jüdische Echo · 1915-11-12 · 45 (12.11.1915) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
45 (12.11.1915)
Date
1915-11-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Yiertelj. M. t.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. - Ver 1 ag „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion- Norbert Weldler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf.— Anzeigenannahme: Verlag „des; Jüdischen Echos", München, Herzog l Maxstraße4. Fernsprecher: 8099. ) Postscheckkonto: München 5987. Nummer 45 München / 2. Jahrgang 12. November 1915 1915 Wochenkalender (5676) IJDn Nov. Kislev )hD2 NÜTl Gottesdienste: Samstag 13 6 Morgens Hauptsyn. 8V2 Herzog Rud.-Str. 7>/9 Sabbath-ftusgang 5.20 Sonntag 14 7 Montag 15 8 Dienstag 16 9 Mittwoch 17 10 Donnerstag 18 11 Freitag 19 12 Sabbath-Eing.: Haupt - Synagoge 4.80 Herzog Rud.-Str. 4.20 Inhalt; Dr. Max Mayer: Hermann Cohen als ———— Apologet des Judentums. — L. A.: Jüd. Gemeindewesen in Rußland. — Welt-Echo. — Helene Hamerling: Der Feldpostbrief. — Liebesgabensendung — Gemeindenu. Vereins-Echo. — Anzeigen-Echo usw. Hermann Cohen als Äpologet des Judentums Von Dr. Max Mayer. Die neueste Schrift desi berühmten Marburger Philosophieprofessors Hermann Cohen *) wird fast alle geisteswissenschaftlichen Disziplinen zur Stellungnahme veranlassen. Der Philosoph, der Theologe, der Philologe, der Historiker, der Staatsrechtler, der Nationalökonom, der Literatur- und Musikgeschichtler, sie alle werden sich veranlaßt fühlen, sich mit Cohens Schrift mehr oder weniger eingehend auseinanderzusetzen, und die Diskussion wird, soweit sie sich in die Höhe prinzipieller Erwiderung begibt, einen Kampf um Weltanschauungsformen bedeuten. Aber aicht nur die Wissenschaft, auch Männer des realen Lebens, vor allem Politiker, Künstler und Kulturbeflissene allgemeiner Art werden sich mit diesem Buch, das seinem innersten Wesen nach trotz aller philosophischer Verbrämung ein Buch des praktischen Lebens sein will und voll Tendenz und Kampfgeist ist, irgendwie kritisch, sei *) „Deutschtum und Judentum". Mit grundlegenden Betrachtungen über Staat und Internationalismus. Verlag von Alfred Töpelmann in Gießen 1915. es akzeptierend, sei es ablehnend, beschäftigen müssen. Abgesehen von diesen mannigfachen Berufsgattungen werden aber vor allem die Vertreter jener Völker, mit denen sich das Buch in erster Linie beschäftigt, zur Stellungnahme gegenüber den darin ausgesprochenen Anschauungen herausgefordert: die Deutschen und die Juden; daneben werden auch die übrigen Kulturvölker ihre Meinung über die allem Nichtdeutschen verständnislos gegenüberstehenden Überzeugungen des Verfassers zum Ausdruck bringen. Wir können und wollen naturgemäß nur als Juden über das Thema „Deutschtum und Judentum", das zum Ausgangspunkt jener Abhandlung gewählt ist, urteilen. Und zwar beleuchten wir heute aus dem Komplex der vielen berührten und zum Deutschtum in Beziehung gesetzten jüdischen Entwicklungsvorgänge nur die Seite ihrer Darstellung durch Cohen, die allerdings unserer Meinung nach der Schrift den beherrschenden Stempel aufgedrückt hat. Zu diesem Zweck wollen wi/r zunächst das für die nachfolgende Kritik wichtigste Material der Cohenschen Beweisführung uns kurz vor Augen halten. Cohen ist ein unbedingter Anhänger der religionsphilosophischen Form des Protestantismus und daher auch ein überschwänglicher Idealisierer der jüdischen Reformbewegung in Gestalt des mittelalterlichen und neuzeitlichen jüdischen Rationalismus. Das Grunderlebnis der lutherischen Reformation ist für ihn nicht nur vergleichbar, sondern geradezu identisch mit dem Grunderlebnis der Rationalisierung der jüdischen Religion. „Maimonides ist das Wahrzeichen des Protestantismus im mittelalterlichen Judentum. Nirgend zwar greift er die Institute der Religion an, aber er sucht überall ihre Gründe zu erspähen. Er verbürgt seinen religiösen Idealismus in seinem allgemeinen wissenschaftlichen Rationalismus." Diese Analogisierung, ja Gleichsetzung der deutschen und jüdischen religiösen Entwicklung und damit der deutschen und jüdischen Wesens^- entwicklung überhaupt setzt Cohen durch seine ganze Schrift fort. Dem jüdischen Idealismus wirke der Begriff des Gesetzes entgegen. Aber auch die deutsche Religionsphilosophie habe in Kants kategorischem Imperativ eine Modifizierung des reinen ungebundenen Idealismus erfahren. Die Psalmen seien der deutschen wie der jüdischen Seele gleich verwandt. Sie seien der Urquell ihrer beider Lyrik. Die Musik des jüdischen Gottesdienstes sei nach der Seite des musikalischen

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