Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 44 (5.11.1915)
- Date
- 1915-11-05
- Page
- Seite 372 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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372 Das Jüdische Echo Nr. U meinsamen Interessen zurückstellte. Ihm war die Hingabe des Einzelnen. an die Gesamtheit Herzenssache, seine Überzeugungstreue und Hilfsbereitschaft waren der Ausfluß seiner Frömmigkeit. In der zionistischen Bewegung, deren Zukunft ja der Jugend gehört, wäre er am richtigen Platze gewesen. Leider hat es das Geschick anders bestimmt. Mit ihm ist wiederum einer unserer hoffnungsvollsten Söhne zu Grabe gegangen; in unserem Gedächtnis wird er als ein zuverläsiger Helfer und Förderer unserer großen Ziele fortleben. J, Fr. Lipmann Philipp Prins Eine in unseren Tagen seltene Persönlichkeit wurde dieser Tage zu Grabe getragen. Lipmann Philipp Prins, eine Leuchte der jüdischen Wissenschaft, ist nach längerem Leiden im 80. Lebensjahre zu Frankfurt a. M. gestorben. Der Verblichene, der früher in Amsterdam lebte, war Jahre hindurch Vorstand des großen Vereines zur Unterstützung der Armen des heiligen Landes (Pekidim und Amarkalim) bis er Ende der 8üer Jahre nach Frankfurt übersiedelte. Hier lebte er ganz den hebräischen Studien und war wegen seiner großen Gelehrsamkeit eine weltbekannte Persönlichkeit. Mit Gelehrten, wie den Professoren Bacher, Kaufmann, den Rabbinern Rabbi Izchok Elchonon in Kowno, Berlin in Wolosyn war er in steter Korrespondenz und seine Bibliothek dürfte zu den besten Privatbibliotheken zählen. An Tausenden von Kindern vollzog er die Beschneidung; seine Frömmigkeit hielt mit seinem Wohltun gleichen Schritt. Ganz besonders sei sein Gemeinsinn hervorgehoben; ihm ging die Einheit im Judentum über alles, und er war in Frankfurt ein eifriger Vorkämpfer der „Gemeindeorthodoxie". Seine Leiche wird nach Amsterdam überführt. J. Fr. * * * Bamberg. Ein für alle Zeiten ruhmreiches Ehrenblatt in der Geschichte unserer Stadt wird die am 22. Oktober stattgefundene Nagelung des Eisernen Ritters von Bamberg bilden. Die edle Stifterin des Standbildes, Frau Kommerzienrat H e 11 m a n n , eine Jüdin, wurde bei der Enthüllungsfeierlichkeit vom Erzbischof von Bamberg und vielen anderen hervorragenden weltlichen und geistlichen Würdenträgern freundlich begrüßt. In ihren Ansprachen erwähnten Erzbischof und Bürgermeister mehrfach den großmütigen Opfersiinn der Stifterin. Es ist erhebend, zu sehen, wie einträchtig die verschiedenen Konfessionen der hiesigen Stadt nebeneinander leben. Gerolzhofen. Durch das Hinscheiden der Frau Milka Lichtenauer wurde in unsere Kultusgemeinde eine schmerzliche Lücke gerissen. Mit den Hinterbliebenen betrauert die ganze Gemeinde diese Frau, welche eine Wohltäterin im wahren Sinne des Wortes war. Günzenhausen. Der früher hier tätige Lese- und Diskutierklub, die Jugendabteilung der Gesellschaft „Harmonie", hat für den kommenden Winter sein Wirken wieder aufgenommen. Als Winterprogramm wurde vorläufig gewählt: 1. Körners Freiheitslieder. 2. Kriegsdichtungen der Jetztzeit. 3. Hugo Zuckermann. 4. Perez'sche Dichtungen. 5. Diskutierabend über die Judenfrage. Die Einleitungen zu den einzelnen Abenden werden jeweils an Mitglieder verteilt, die Rezitationen von verschiedenen besonders dazu Geeigneten gesprochen. Aus dem Programm erhellt, daß wir im Sinne haben, aus der Zeit für die Zeit reif und würdig zu machen. Heidingsfeld. Die hinterzogenen Kultussteuern des Millionärs Bamberger wurden bis heute nicht rückvergütet. Das k. Bezirksamt konnte bis jetzt infolge Einspruch der Erben keine Einigung erzielen. Der Verwaltungsgcrichtshof wird in dieser Sache entscheiden. Heidingsfeld. Die Kultusgemeinde hat auf Anregung des Vorstandes Josef Dessauer M. 5000.— des Gemeindevermögens für Gemeindemitglieder, die im Felde stehen oder durch den Krieg wirtschaftlich leiden, bereit gestellt. Die Gelder werden zinslos leihweise abgegeben. Memmingen. Hier starb Herr Ludwig Heilbronner, der letzte der hiesigen Inhaber des Eisernen Kreuzes von 1870. Heilbronner erhielt damals als erster bayerischer Jude die Auszeichnung des Eisernen Kreuzes. A im -r f. ■ <n ftira C*iIa*% 0" dieser Abteilung finden #&n2.f2fl£9c2""iaE:Cf10 Voranzeigen der Vereine auch ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) München. Verein Bne - Jehuda. Samstag , 6. November: Vortrag des Herrn Dr. Leo Glück über „Jehuda Halev y". Beginn 9 Uhr abends. Gäste sind herzlichst willkommen. Nürnberg. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe treffen sich allwöchentlich Mittwoch abends an ihrem Stammtisch im Cafe Central. Gäste und Freunde sind stets willkommen. Mitteilung des Verlags Eine ganze Reihe von Soldaten, die das J. E. auf eigenen Wunsch oder den anderer erhalten, äußerten sich mit Befriedigung darüber, daß ihnen durch unser Blatt Nachrichten aus der Heimat und über die Vorgänge in der Judenheit bekannt werden. Der Verlag ist auch ferner gerne bereit, an Feldzugsteilnehmer, deren Adressen von den Lesern unseres Blattes mitgeteilt werden, das Jüdische Echo zu senden. Geschäfts-Echo Hämorrhoiden lei/d ende wenden sich mit Erfolg an C. Brönnle, Heilkundiger, München, Schommerstr. III. Brönnle schreibt: „Ich selbst habe 20 Jahre daran gelitten und viele Ärzte konsultiert und unterzog mich schließlich einer sehr schmerzhaften Operation. Nach zwei Jahren begann das alte Leiden wieder; nun aber nahm ich die Kur selbst in die Hand und es glückte mir nach vielen Versuchen, das Richtige herauszufinden, wodurch das Leiden vollständig gehoben ist". Siehe auch den Inseratenteil! Americ. Surgeon Dentist OSKHR STAHL L.D.S. Nach!. JOSEF HERZOG Schillerstr.43/I Tel. 52600 ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Anmeldung. .J Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei. München, Herzog Maxstr. 4. Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Max Mayer, München. Schwanthalerstr. 95: für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr, München.