Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 41 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- Seite 348 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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348 Das Jüdische Echo Nr. 41 gerissenen Weingroßhändlers Selig, Vizewachtmeister im hiesigen Artillerieregiment, Ritter des Eisernen Kreuzes und des Bayerischen Militär- Verdienstorden, bereits einmal schwer verwundet gewesen, wurden beide zu Leutnants bei ihren Truppenteilen befördert. Die freudige Anteilnahme innerhalb der Gemeinde ist allgemein, denn gerade nach dieser Richtung hin zeigt die Kultusgemeinde Würzburg, die doch nach Mitgliederzahl und Einrichtungen eine echte, rechte Großgemeinde darstellt, das patriarchalisch Zusammengehörige der Kleingemeinde. Vielleicht eine ganz dünne Oberschicht ausgenommen, die für Jüdisches überhaupt kaum mehr Interesse hat, kennt hier einer den anderen, interessiert sich einer für den anderen, nimmt einer Anteil am Wohl und Wehe des anderen und das hat, wie die jüdische Belletristik schon so vielfach dargestellt und die Erfahrung fast schon jeden gelehrt hat, sein Gutes und Angenehmes, aber auch — seine nicht zu vergessende Schattenseite. Von einem Personalwechsel muß noch berichtet werden. Der allbeliebte und anerkannt tüchtige Religionslehrer an den Realschulen und höheren Mädchenschulen Würzburgs, Herr K u 11 n e r, verläßt Würzburg. Ursprünglich Volksschullehrer im östlichen Preußen, beteiligte er sich später an der Leitung eines jüdischen Instituts in Aschaffenburg, um von da aus nach Würzburg überzusiedeln. Hier übernahm er für mehrere Jahre die Hausverwaltung am jüdischen Lehrerseminar, später die obengenannte Religionslehrerstelle. An den verflossenen hohen Festen fungierte er als Kriegsgeistlicher und nimmt nunmehr wieder eine Schulstelle in seiner preußischen Heimat an. In Würzburg wird ihm ein treues Gedenken gewahrt bleiben. Den Religionsunterricht an den Volksschulen hat nun Herr Rabbiner Dr. Feinberg übernommen. Der Religionsunterricht an der Töchterschule wurde dem als tüchtigen Talmudisten bekannten Religionslehrer Dr. B. G u t - mann dahier übertragen. W. Würzburg, 8. Oktober. Ein überaus großer Leichenzug bewegte sich heute Morgen durch Würzburgs Straßen. Galt es doch dem in weiten Kreisen bekannten jüdischen Gelehrten, Herrn Prys, das letzte Ehrengeleite zu geben. Nur wenige Tage lag er krank. An den Feiertagen befiel den 73jährigen ein ernstes Unwohlsein, von dem er sich nicht wieder erholen sollte. Seim Heimgang bedeutet eine fühlbare Lücke im jüdischen Gemeindeleben Würzburgs. J. D. Geschäfts-Echo Die Firma Lorenz Stanko in München, Theresienstraße 33, liefert in bester Ausführung Militär-Ausrüstungen für Feld und Garnison. Ein Beweis für das Vertrauen, das ihr von der Kundschaft entgegengebracht wird, zeigt der 100jährige Bestand, auf d<en das Geschäft heuer zurückblicken kann. gen-Echo (In dieser Abteilung finden Voranzeigen der Vereine auch ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) München. Samstag, 16. Oktober findet in der Synagoge Herzog-Maxstraße eine Predigt statt. München. Die dem Verein für Fraueninteressen angegliederte „Vereinigung akademisch gebildeter Frauen in München" wird auch in diesem Winter ihre im letzten Jahre eingerichteten, und trotz des Krieges gut besuchten Kurse fortsetzen. Die Kurse unterscheiden sich von gewöhnlichen Vorlesungen in erster Linie dadurch, daß in ihnen der Schwerpunkt nicht in dem bloßen Vortrag beruht, sondern daß neben diesem durch Lektüre, Interpretation und Diskussion der Quellenwerke die Hörer nicht nur intensiver in den Gegenstand eingeführt werden, sondern auch Gelegenheit zu übrigens gänzlich freigestellter Aussprache erhalten. Nun kommt dieses Jahr hinzu die Einrichtung eines Parallelkurses für die Jugend in der philosophischen Abteilung, wodurch jüngeren Teilnehmerinnen ermöglicht werden soll, sich ohne Scheu im eignen Kreis auszusprechen. CSiehe Inserat.) München, Verein Bne-Jehuda. Samstag, 16. Oktober, abends 9 Uhr, Hotel Reichshof. Zwangloses Beisammensein. München. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß". Buben: 17. Okt. 1. und 2. Zug: Gebirgstour. Kosten 2.50 Mk. 3. Zug: Treffpunkt 8 Uhr: Bogenhauser Brücke. Fahrt ins Blaue. Kosten 5 Pfg. Mädchen: 17. Oktober: 1. Zug: Treffpunkt 7.30 Uhr Friedensengel. Trudering—Haar. Kosten 5 Pfg. 2. Zug: Treffpunkt 8 Uhr: Hofgartentor (Galeriestr.) Aumeister—Ismaning (Spiel). Kosten 5 Pfg. 3. Zug: Treffpunkt 8 Uhr: Isartalbahnhof: Fahrt ins Blaue. Kosten 45 Pfg. Nürnberg. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe treffen sich allwöchentlich Mittwoch abends an ihrem Stammtisch im Cafe Central. Gäste und Freunde sind stets willkommen. Nürnberg. Zionistische Ortsgruppe. Samstag, 16. Oktober 1915, findet im Cafe Zentral (I. Stock), Karolinenstraße, eine Mitgliederversammlung statt, in welcher Herr Artur Körösi einen Vortrag über die „Ostjudenfrage" halten wird. Gäste herzlich willkommen. Rauchen Sie WM vT* foS^ Zigaretten l Amerie. Surgeon Dentist { OSKÜR STUHLl.d.s. \< 1 Nachf. JO SEF HERZOG ' \ Schillerstr.43/I Tel. 52600 / ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Cy»*Nrf Sonntag nur nach vorheriger Hnmeldung. W^^^^^^t Ecke Sendilngerlorpl. Tel. 52754 Druck und Verlag: B. Heller. Buchdruckerei. München Herznsr Marctr a Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Max Mayer, München. Schwanthalerstr. 9s!«5 den Senteil: H. W. Stöhr, München.