Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 40 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- Seite 340 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Das Jüdische Echo Nr. 40 Herrn Justizrat Emil Frankel, der im Namen des Wanderbundes zunächst die Gäste willkommen hieß. Hierauf wies der Genannte in zu Herzen gehender Ansprache, der der Segensspruch: „Gelobt seist Du, Ewiger, der die Hütte des Friedens ausbreitet über uns, über sein ganzes Volk Israel und über Jerusalem" zu Grunde lag, auf die Bedeutung des Sukkos-Festes im Allgemeinen und des heurigen Sukkos-Festes im Besonderen hin und schloß mit einem begeistert aufgenommenen „Hedad" auf die jüdische Wanderbewegung und den Wanderbund Blau-Weiß. Es wurden dann einige Chorlieder gesungen, worauf die Gäste in die Sukko geführt wurden, während sich die Kinder zum Spielen zerstreuten. Da wirbelte und wogte es nun bald auf der großen Wiese vor der Sukko durcheinander von lachenden, strahlenden Kinderköpfen, fliegenden Zöpfen, hüpfenden, zappelnden Beinen — kurz, fröhliche, blühende, kerngesunde Jugend. Ermüdet vom Spielen lagerte sich später alles am Waldesrand, lauschte gerne den teils munteren, teils melancholischen Weisen, die bald im Einzel-, bald im Chorgesang den jugendlichen Kehlen entströmten. Auch einige sehr hübsche Jargon-Lieder konnte man hören, wie ja überhaupt der Pflege jüdischer Gesänge in diesem Kreise besondere Sorgfalt zugewendet wird. Es war nichts „Besondere s", was den Gästen dieses Festes geboten wurde; sie sollten lediglich den Geist, das Leben und Treiben, das im Wanderbund herrscht, aus eigener Anschauung kennen lernen und dazu war reichlich Gelegenheit vorhanden. Als sich gegen Abend die Gäste und allmählich auch die einzelnen Wandergruppen auf den Heimweg machten, nahmen wohl alle die Überzeugung mit nachhause, einem in jeder Beziehung wohlgelungenen Feste beigewohnt zu haben und besonders der Jugend wird dieser Tag wohl noch lange in guter Erinnerung bleiben. Meta Moch. Berlin. Die Vorstandschaft der Ortsgruppe Berlin des Jüdischen Frauenbundes ersucht im Interesse der erwerbenden weiblichen Jugend um Aufnahme des folgenden Textes: Die Tätigkeit der Ortsgruppe Berlin des Jüdischen Frauenbundes hat sich seit den drei Jahren ihres Bestehens in der Hauptsache auf die Frage der weiblichen jüdischen Jugend erstreckt und hat im ersten Jahr ein A b e n d h e i m für erwerbstätige junge Mädchen eingerichtet. In diesem Heim wird den jungen Mädchen Gelegenheit gegeben, in den Fächern, die für ihr Fortkommen im Erwerbsleben einerseits und für ihre Charakterbildung andererseits von Wert sind, Unterricht zu nehmen. So wurden in jedem Jahr Kurse in Handelsfächern, neueren Sprachen, Literatur, Nähen und Schneidern veranstaltet, und es fand ferner Religionsunterricht mit Beziehung auf die Forderungen unserer Zeit statt. Für die Gesundheitspflege sorgte eine Wander- und eine Turnabteilung, und für den geselligen Verkehr wurden die Freitag Abende und die freien Sonntage vorgesehen. Die 150 Besucherinnen des Heims haben vielfach versichert, wie wichtig und wertvoll ihnen der Anschluß an diese Einrichtung geworden ist, und wie er dazu beigetragen hat, ihrem Leben Kraft und Inhalt zu geben. Vielfachen Wünschen besonders aus den Kreisen der Eltern der erwerbstätigen weiblichen Jugend entgegenkommend, hat die Ortsgruppe Berlin Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München Herzog Maxstr 4 Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Max Mayer, München, Schwanthalerstr. 95; für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr, München. am 1. Oktober d. Js. ein Wohnheim, Rosenthalerstraße 40/41, Aufgang H, Durchgang 6, für solche Mädchen eröffnet, die allem in der großen Stadt im Erwerbsleben stehen und, unbekannt mit den hiesigen Verhältnissen, vielen Gefahren ausgesetzt sind. Das Heim soll zunächst über 10 Betten verfügen, für die der Preis mit Frühstück und Freitag-Abendbrot inkl. Klubbeitrag 17 Mk. 50 Pfg. bis 20 Mk. betragen soll. Anmeldungen, schriftlich oder mündlich, werden im Heim entgegengenommen. München. Anläßlich der Tagung der süddeutschen .Frauenvereine findet im Arcopalais am Karolinenplatz eine Wanderausstellung der „Zentrale für Säuglingsfürsorge" statt, geöffnet bis 9. Oktober, an der sich auch eine Anzahl von Kindergärten beteiligte, um zu zeigen, wie sie auf dem verwandten Gebiete des Kinderschutzes und der Kinderpflege arbeiten. Unter den Kindergärten, die die Ausstellung beschickt haben, befindet sich auch der Münchner „Israelitische Verein Frauenhilfe", der den Kinderhort in der Baaderstraße 5 unterhält. Daß dessen Ausstellungsgegenstände Beifall finden, geht wohl daraus hervor, daß ein Objekt, ein aus Pappendeckeln und buntem Papier geklebtes Dorf, einen Liebhaber und Käufer gefunden hat. Originell sind auch die aus Obstkörben hergestellten weißen Puppenmöbel. Bedauerlicherweise ist das Plakat, welches zeigt, daß es sich an dem betreffenden Platze um den Israelitischen Verein „Frauenhilfe" handelt, so hoch oben angebracht, daß man erst die Aufsicht nach dem Standort fragen muß, wenn man zu dem Zwecke die Ausstellung besucht, um die Leistungen unseres Vereines zu besichtigen. Nürnberg. Das Militär-Verdienstkreuz 2. Kl. mit Schwertern erhielt Leutnant Emil Schwersonz, Sohn des Kaufmanns Max Schwersonz, hier, das Eiserne Kreuz besitzt er bereits seit September vorigen Jahres. — Das Eiserne Kreuz wegen seiner aufopfernden Tätigkeit in den Vogesenkämpfen 1915 hat Zahnarzt Benario von Nürnberg, zurzeit kommandiert als Kriegs-Zahnarzt zur 39. Res.-Div., erhalten; ferner wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet Fritz Ehrmann, Sohn des prakt. Arztes Dr. med. Ehrmann, hier, der als Einj.-Freiw.-Gefr. der Res. mit der Sanitäts-Kompagnie Nr. 5 vor einem Jahre ins Feld zog und indessen zum Vizewachtmeister dieser Kompagnie befördert wurde. (In dieser Abteilung finden a*fcIBÄ^»85äS«5ffl»IE£ff!liJ Voranzeigen der Vereine auch ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) München. Verein Bne-Jehuda. Samstag, 9. Oktober 1915, abends 9 Uhr im Hotel Reichshof. Vortrag des Fräulein Dora Bohrer über „A n t i - semitische Abveh r". Gäste willkommen. w Ämerie, Surgeon Dentist \ OSKüRSTüHLl d s. > Nachf. JOSEF HERZOG € Schillersfr. 43/1 Tel. 52600 ) ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Hnmeldung. *W^f«^ J