Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 38 (21.9.1915)
- Date
- 1915-09-21
- Page
- Seite 324 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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literarisches Echo Rudolf Kötzschke und Armin Tille: Karl Lamprecht. Eine Erinnerungsschrift der Deutschen Geschichtsblätter. Verlag F. A. Perthes, Gotha. 1915. Oktav. 35 S. M. 1.— Lamprecht schrieb für das Gedenkblatt der „Leipziger Neuesten Nachrichten" zum Universitätsjubiläum 1909 den Sinnspruch: „Der Historiker soll der Vergangenheit Gegenwart einhauchen können, gleich Ezechiel dem Propheten; er schreitet durch Gefilde von Totengebeinen, aber hinter ihm rauscht das Leben". Dieser Satz bildet das Motto für den Lebensabriß Kötschkes. Er zeichnet den großen Kulturhistoriker in kräftiger Darstellung, so daß man von der Persönlichkeit Lamprechts ein vollkommen abgerundetes, die Grundzüge seiner Laufbahn erschöpfendes Bild erhält. Wie erlebnisneich Lamprecht der Besuch des New Yorker Ghettos wurde, zeigt der Abdruck der Schilderung eines Theaterbesuchs eine Seite vorher. Nicht ohne Wunsch, daß auch uns Juden wieder ein echter Geschichtsschreiber erstünde, legt man die Schrift zur Seite. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München. Westenriederstraße 4/u Telephon 23 804. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung vm Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Leipzig. Dem sächsischen Vertreter des Reichsvereins der deutschen Juden ist es zu verdanken, daß nunmeljr unter bestimmten Voraussetzungen Kinder russisch-jüdischer Eltern höhere Schulen besuchen dürfen, was bisher ausnahmslos untersagt war. München. Mit allerhöchster Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 6. Juli wurde dem Testamentsvollstrecker mitgeteilt, daß S. M. der König die staatliche Genehmigung zur Entstehung der vom Privatier Simon Hermann errichteten Stiftung „Israelitische Siechenanstalt für Bayern" erteilt hat. Im Testament vom 4./12. März 1914 wurden dafür 400 000 M. bestimmt. Die Anstalt soll, wie schon früher in diesen Spalten mitgeteilt, zur dauernden Anstaltsverpflegung von im Königreich Bayern wohnhaften, dem dauernden Siechtum verfallenen Israeliten beiderlei Geschlechts und zwar ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit dienen. Dadurch zeichnet sich die Stiftung besonders vorteilhaft aus. In der Genehmigung wurde „allerhuldvollst gestattet, daß die Stiftung unter dem Ausdruck allerhöchster wohlgefälliger Anerkennung des von dem Erblasser in hervorragendem Masse bekundeten Wohltätigkeits- und Gemeinsinnes zur öffentlichen Kenntnis gebracht werde". — Ferner ist schon im Testament und später in Ausführung des Testamentes in der vom Kuratorium errichteten Satzung auch dafür vollkommene Vorsorge getroffen, daß bei der Verwaltung der Stiftung die beiden religiösen Parteien in gleicher Weise herangezogen werden und unter allen Umständen bei der seinerzeitigen Festlegung der Hausordnung alles zu geschehen habe, um den streng jüdisch-rituellen Charakter der Anstalt und die entsprechende Führung derselben zu verbürgen.'— Das Kuratorium ist in der Weise zusammengesetzt, daß ihm als ständige Mitglieder angehören: der Testamentsvollstrecker; die Rabbiner der Gemeinden Fürth, München, Nürnberg, Würzburg; die von der Verwaltung der vier genannten Gemeinden aufgestellten Vertreter; die orthodoxen Vereinsrabbiner von München und Nürnberg; ferner vier von den Kuratoriumsmitgliedern zu wählende weitere Delegierte *us dem übrigen Bayern und die etwa vom Kuratorium zu dem Verwaltungskörper hinzugewählten weiteren Persönlichkeiten. Als Wahlmitglieder wurden in der 1. Kuratoriumssitzung aus dem Kreise der übrigen bayer. Rabbiner ernannt: Dr. G r ü n f e 1 d in Augsburg und Dr. Cohn in Ichenhausen, aus dem der Laien: Herr Staatsanwalt am Kgl. Oberlandesgericht Dr. A 1 f r e d N e u m e y e r und Herr Kauf* mann Emil Rosenblatt in Regensburg. Weiter wurden hinzugewählt die Herren Kommerzienrat Siegmund Fränkel und Adolf Adler in München. — Im Testament und in der Satzung ist besonders bestimmt, daß die Anstalt nicht etwa in einer großen Stadt, sondern in einer jüdischen Landgemeinde oder kleinen Stadt unter 20 000 Einwohner begründet werden soll, wobei der Gedanke zu gründe liegt, auf diese Weise eine kleine jüdische Gemeinde besonders zu fördern. Es liegen auch bereits eine Reihe von Anerbieten vor. Durch den Krieg ist es leider zurzeit nicht möglich, die Errichtung der Anstalt in der allernächsten Zeit zu beschleunigen, wie es wünschenswert wäre. Wie wir hören, wird das Kuratorium nach den Feiertagen zusammentreten und die erforderlichen Beschlüsse fassen Redaktionelles Echo Unsere Bilder stammen aus dem jüngst erschienenen Werke „Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen vom 11. bis Anfang des 19. Jahrhundert" von Prof. Dr. ing. Alfred Grotte. Eine Besprechung des Buches von unserm gesch. Mitarbeiter, Herrn Dr. Heinrich Schwab, wird in einer der nächsten Nummern erscheinen. Zeichnet die Kriegsanleihe! Letzter Tag: 22. September. A llf AlflAn.B#k#% Cln dieser Abteilung finden All4l3l96ni>CCnO Voranzeigen der Vereine euch ausserhalb Münchens kostenlose Aufnahme.) München. Verein Bne Jehuda. Samstag, 25. September, abends 9 Uhr, Hotel Reichshoi, Vortrag des Herrn Ingenieur N. C h a v k i n über den „Dornenweg der ostjüdischen lntelligenz". Gäste sind herzlichst willkommen. München. Die Mitglieder der Zionistischen •Ortsgruppe treffen sich von nun an allwöchentlich Montag abends um 8.30 Uhr im Cafe Fürstenhof, f. Stock. Gäste und Freunde sind stets willkommen. — Die Mitglieder des Vereins Bne Jehuda haben ihren Stammtisch im Cafe Deutsches Theater, wo sie sich jede Woche, Dienstag um 9 Uhr abends, zusammenfinden. Gäste und Freunde sind •herzlich eingeladen. Druck und Verlag: B. Heller. Buchdruckeiei. München. Herzog Maxstr. 4. Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Max Mayer. München. Schwanthalerstr. 95; für den Anzeigenteil: H. W. Stöhr, München.