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Das jüdische Echo · 1915-09-17 · 37 (17.9.1915) · p. Seite 311

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
37 (17.9.1915)
Date
1915-09-17
Page
Seite 311 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 311 Die k. Rittmeister d. R. Siegfried Strauß in München und David Thormann wurden zu k bayer Majoren befördert. Der Unterarzt Moriz Flamm d. R. wurde zum k. Unterarzt des aktiven Heeres ernannt. Der Oberleutnant Sigmund Wertheimer wurde zum k. Hauptmann d. R. und der Leutnant Wilhelm Offenbacher zum k. Oberleutnant d. R. befördert. Der Rentier Leonhard Emanuel in München wurde unter dem Namen Leonhard von Elmenau in den erblichen Adelstand erhoben. Dem k. Eisenbahndirektionsrat Ernst Steindler in Kempten wurde der k. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern für Kriegsdienste verliehen. * * * Berlin. Die durch ihren Wohltätigkeitssinn rühmlichst bekannte Frau Geh. Kommerzienrat Henriette Becker, Mutter des Münchener Malers Professor Benno Becker, beging am 6. September ihren 82. Geburtstag, zu dem ihr von zahlreichen Vereinen und Gemeinden Glückwünsche zugingen. Wie alljährlich benutzte sie auch diesen Tag, um gemeinnützigen Vereinen Spenden zu geben. Fürth. Den Tod fürs Vaterland starben: Willy Lion, ehemaliger Schüler der isr. Realschule; Ernst Offenbacher, ehemaliger Schüler der isr. Realschule. Heidelberg. Herr Dr. Jonas Simon erläßt im Auftrage eines Komitees einen Aufruf zum Beitritt in einen neuen Verein mit dem Namen „Thorabund". Es heißt in der Einladung, daß „neben den Arbeiten auf politischem und organisatorischem Gebiet endlich einmal auch eine grundlegende Arbeit zur Erhaltung des i n - n ere n Judentums geleistet werden müsse". Das Ziel des Thorabundes lautet: Zurück zur Thora! Der Aufruf ist u. a. vorläufig von folgenden Persönlichkeiten in Bayern unterzeichnet: Distriktsrabbiner Dr. S. Bamberger, Bad Kissingen; Hauptlehrer J. Brader, Ichenhausen; Kgl. Reallehrer Dr. David Brader, Nürnberg; Rabbiner Dr. G. Feinberg, Würzburg; Julius Gutmann, Günzenhausen; Rabbinatsassessor A. J. Goldberg, Ichenhausen; Max Heinemann, Fabrikant, Schopf loch; Distriktsrabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach; Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg; Dr. med. Raph. Levi, Nervenarzt, München; Kgl. Reallehrer Sal. Levi, Ludwigshafen; M. A. Marx, Maßbach; Maier Oppenheimer, Würzburg; Distriksrabbiner Dr. Stein, Schweinfurt; Jacob Stoll, Seminarlehrer, Würzburg; Samuel Tachauer, Georgensgemünd; H. Wissmanu, Nürnberg; S. Wissmann, Nürnberg. Kirchheimbolanden. Am 29. Juli fiel bei einem Sturmangriff Dr. Max Goldmann, Sohn des Herrn Ernst Goldmann. Memmelsdorf. Den bayer. Verdienstorden 4, Kl. mit Krone und Schwertern erhielt Dr. Isi Hermann Gunzenhäuser, Oberarzt d. Res., Ritter des Eisernen Kreuzes, Sohn des Kaufmanns Moritz Gunzenhäuser. ' München. Den Heldentod fürs Vaterland starb Carl Essinger, früher Teilhaber der Seidenwarenfirma Carl Neuburger & Einstein. München. Frau Emma Färber-Straßmann wurde vom König der Titel einer Hofopernsängerin verliehen. München. Die Sammlung des Komitees für die Enthebung von schriftlicher Beglückwünschung beziffert sich auf 7700 M. gegen 11 760 M. im Vorjahre. Der Betrag wird wiederum nicht auf die Vereine verteilt, sondern wie das letztemal zur Milderung der bestehenden Not verwendet werden. München. Im Verein Bne Jehuda fand Samstag, 11. Sept., statt des angekündigten Vortrags von Fräulein Bohrer eine Besprechung der eben erschienenen Broschüre „Ostjudenfrage, Zionismus und Grenzschluß" von K. Regierungsrat Georg Fritz statt. Der Inhalt der Broschüre wurde trotz Anerkennung mancher Vorzüge einer im ganzen ablehnenden Kritik unterzogen. Die Hypothese, daß die Ostjuden „mongolisiert" seien, wurde als wissenschaftlich unhaltbar hingestellt. Nürnberg. Am 17. November fiel bei Wytschaete durch einen Kopfschuß Paul Lehmann, Kriegsfreiwilliger in einem bayer. Inf.-Regt., Sohn des Konsuls und Kommerzienrats Max Lehmann, 1. Vorsitz, des isr. Armenunterstützungsvereins; Markus Rosenbaum, Unteroffizier in einem bayer. Inf.-Regt., Ritter des Eisernen Kreuzes, Sohn des Weingroßhändler Max Rosenbaum, starb den Heldentod fürs Vaterland. Schopfloch. Im Kampfe fiel Heinrich Heinemann, ehemaliger Schüler der isr. Realschule in Fürth. Schweinfurt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Reservist Siegfried Nordschild. Würzburg. „Freitag, den 3. September, sind die Plätze in der Synagoge zu wechseln und die Schlüssel beim Hausmeister abzugeben". So ungefähr lautet der alljährliche stereotype Anschlag am Amtsbrette der Synagogenverwaltung zu Würzburg. In Würzburg haben nur einge wenige alteingesessene jüdische Familien durch Stiftung oder Einkauf feste Synagogenplätze als Erbeigentum. Das Gros der Gemeindemitglieder ist auf den Glücksfall einer Platzverlosung angewiesen. Nun ließe sich ja schließlich auch das verteidigen im Sinne „sozialen Ausgleiches". Aber die Synagogenplätze kosten viel Geld, 6—18 M. jährlich der Herrenplatz, bis zu 27 M. der Damenplatz; und dazu kommt noch, daß die Zahl der verfügbaren Plätze kaum ein Viertel der Zahl der reflektierenden Gemeindemitglieder ausmacht. Nun wird ja wohl an Rosch haschonoh und Jörn Kippur durch Nebengottesdienste dafür Sorge getragen, daß jedes Kultusmitglied einen Platz für 3.50 Mk. haben kann; aber diese Outsider sind dann das ganze Jahr hindurch in der Synagoge „heimatlos". Das sind recht betrübende Mißstände und ein Synagogenneubau wäre dringende Notwendigkeit. Es mag baß verwundern, daß noch niemand sich auf den Rechtsstandpunkt gestellt und die Zahlung der Kultusumlage mit der Begründung verweigert hat, er habe keinen Synagogenplatz. Allerdings gelingt es in den meisten Fällen durch einen schwunghaften Handel nach den hohen Festen, durch Abtretungen, Teilungen usw. einigermaßen Befriedigung zu schaffen, ganz abgesehen von der Tatsache, die der verstorbene Kantor Lehmann s. A. so trefflich durch das Paradoxon charakterisierte: „Wenn alle hineingehen, gehen nicht alle hinein; weil aber nicht alle hineingehen, gehen alle hinein". Eine noch so kurze Jahresrevue kann an der Person des verewigten Lehmann nicht stillschweigend vorübergehen; länger als ein Menschenalter

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