Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 35 (3.9.1915)
- Date
- 1915-09-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis- Viertel]. M. 1.-, Halbj. M. 2.-, Qanzj'. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V er 1 a g „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4.-Redaktion: Norbert Weidler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf.— Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 3. September 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 35 1915 Wochcnkalendcr (5675) njTin Sept. Elul W?k "1^1 DV35Ü Gottesd.: Samstag 4 25 Morgens Hauptsyn. 8V2 Herzog Rud.-Str. 7V2 Sonntag 5 26 Sabbath-Rusgang 7.31 Montag 6 27 Dienstag 7 28 Mittwoch 8 29 Tischri ntrn Beginn des Äbendgottesdienstes 6V4 5676 Donnerstag 9 l H'H Morgengottesd.: Hauptsynagoge 7.00 Herzog Rud.-Str. 6.00 Freitag 10 2 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6 V4 Herzog Rud.-Str. 6.0Ü Inhalt: N« W.: Wetterleuchten. — Nachum * Goldmann: Deutschland und Palästina. — N. M. Friedmann: Dumarede. — Mitteilung des Verlags. — Paul Ehrlich gest. — Feuilleton: L. A. Frankl: Jerusalemitanische Legenden IV. — Literarisches, Welt-, Gemeinden-Echo usw. Zeichnet die dritte Kriegsanleihe! Abermals ergeht an das gesamte deutsche Volk die Aufforderung: Schafft die Mittel herbei, deren das Vaterland zur weiteren Kriegführung notwendig bedarf! Seit mehr als Jahresfrist steht Deutschland einer Welt von Feinden gegenüber, die ihm an Zahl weit überlegen sind und sich seine Vernichtung zum Ziel gesetzt haben. Gewaltige Waffentaten unseres Heeres und unserer Flotte, großartige wirtschaftliche Leistungen kennzeichnen das abgelaufene Kriegsjahr und geben Gewähr für einen gunstigen Ausgang des Weltkrieges den in Deutschland niemand gewünscht hat, auf dessen Entfesselung aber die Politik unserer heutigen Gegner seit Jahren zielbewußt hingearbeitet hat. Aber noch liegt Schweres vor uns, noch gilt es. alles.einzusetzen, weil alles auf dem Spiele steht. Täglich und stündlich wagen unsere Brüder und Söhne draußen im Felde ihr Leben im Kampfe für das Vaterland. Jetzt sollen die Daheimgebliebenen neue Geldmittel herbeischaffen, damit unsere Helden draußen mit den zum Leben und Kämpfen notwendigen Dingen ausgestattet werden können. Ehrensache ist es für jeden, dem Vaterlande in dieser großen über die Zukunft des deutschen Volkes entscheidenden Zeit mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Und wer dem Rufe Folge leistet und die Kriegsanleihe zeichnet, bringt nicht einmal ein Opfer, sondern wahrt zugleich sein eigenes Interesse, indem er Wertpapiere von hervorragender Sicherheit und glänzender Verzinsung erwirbt. Darum zeichnet die Kriegsanleihe! Zeichnet selbst und helft die Gleichgültigen aufzurütteln! Auf jede, auch die kleinste Zeichnung kommt es an. Jeder muß nach seinem besten Können und Vermögen dazu beitragen, daß das große Werk gelingt. Von den ersten beiden Kriegsanleihen hat man mit Recht gesagt, daß sie gewonnene Schlachten bedeuten. Auch das Ergebnis der laut heutiger Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums zur Zeichnung aufgelegten dritten Kriegsanleihe muß sich wieder zu einem großen entscheidenden Siege gestalten! Wetterleuchten ( In der 17. Sitzung des Reichstags, am 24. August, ergriff bei der Beratung der Maßnahmen des Bundesrats zur Sicherung der Volksernährung der Präsident des Kuratoriums der Reichsgetreidestelle, Unterstaatssekretär Michaelis, das Wort, um die Kriegsgetreidegesellschaft gegen die besonders vom Zentrumsabgeordneten Pfleger erhobenen Vorwürfe zu rechtfertigen. Dieser Abgeordnete habe gesagt, daß von der Reichsgetreidestelle außerordentlich viel Juden angestellt würden. Der Unterstaatssekretär bemerkte hierauf u. a. in seiner Rede: „Man hat behauptet, daß wir die Juden bevorzugten. Ich habe einen Großgrundbesitzer, der das gesagt hatte, gefragt, wie sein früherer Getreidehändler geheißen hat. (Heiterkeit.) Er hat mir geantwortet: Isidor Schlesinger. (Stürmischer Heiterkeit.) Wenn ich den Getreidehandel für das ganze Reich plötzlich auf meine Schultern nehmen soll, so komme ich um die Leute aus dem Getreidehandel nicht herum. (Sehr richtig, links.) Ich muß auf sie zurückgreifen, selbst wenn ich, was ich gar nicht will, eine Unterscheidung machen würde. Ich frage durchaus nicht, ob jemand Jude oder Christ ist. (Beifall links.)" Die Heftigkeit der Angriffe wird ver-