Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 29 (23.7.1915)
- Date
- 1915-07-23
- Page
- Seite 235 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 23ö kriegführenden Ländern. Die Differenzen zwischen Bundisten und Poale-Zionisten sind beseitigt. Eine jüdische Emigrationsbank in Amerika. In New-York fand eine Konferenz statt, die sich mit der Frage der jüdischen Emigration befaßte. Es wurde beschlossen, an die Gründung einer noch lange vor dem Krieg geplanten jüdischen Emigrationsbank zu schreiten. Aus der Mitte der Konferenzteilnehmer wurden 30 000 Dollar gezeichnet. Väterchen schmeichelt seinen lieben Juden, indem seine Regierung die Herausgabe eines jüdischen Tageblattes in Petersburg erlaubt hat, das auf die jüdische Bevölkerung in offiziösem Sinne einwirken soll. „Die Volksstimme" nennt sich dieses Regier ungs blatt. Japanische Hilfe für Palästina. Ein erfreuliches Zeichen für die Bedeutung Palästinas als Mittelpunkt der jüdischen Welt bildet die Anteilnahme von Juden aus Kobi an der Not Palästinas. Sie sendeten Qeld und Kleidungsstücke nach Alexandrien zur Verteilung an die Bewohner Palästinas. Ein Sammelbuch zugunsten der jüdischen Flüchtlinge in Rußland. In Kurzem erscheint unter der Redaktion von P. Sologub, L. Andrejew und M. Gorki ein Sammelbuch von Artikeln, Belletristik und Lyrik zugunsten der jüdischen Heimatlosen mit dem Titel: „Für die Opfer des Krieges". Für das Sammelbuch haben außer den genannten Initiatoren noch viele berühmte russische Schriftsteller Beiträge geliefert. Literarisches Echo Dr. Arnold Friedmann: Dr. Hugo Zuckermann. Ein Gedenkblatt. Mit einem Bilde. R. Löwit Verlag, Wien 1915. 4°. 12 S. M. —.50. Der biographische Nachruf eines Freundes mit einer Anzahl jüdischer und noch unbekannter Kriegsgedichte Hugo Zuckermanns. Julius Bab: Der Deutsche Krieg im Deutschen Gedicht. Verlag Morawe & Scheffelt, Berlin. 1914 -und 1915- Bisher 6 Hefte erschienen. 448 S. Die von Julius Bab aus der Kriegspoesie getroffene Auslese stellt die einzige genießbare Sammlung der Gedichte dar, die seit einem Jahre erschienen sind. Das letzte Heft bringt einen Nachruf Julius Babs für Hugo Zuckermann in Anlehnung an sein berühmtes Reiterlied: Dunkel im Abendrot kreisen die Krähen. Schnell kam der Schnitter Tod, um dich zu mähen. Was du aus rechter Brust tapfer gesungen, war nur zu wahr gewußt — bist nun zersprungen. Bist nun zu Staub gerafft, bester der Becher! Weh, auch dein roter Saft ruft nun den Rächer. Rächer, wann wirst du müd? Der hat gegeben Leben und Reiteiiied — Gib uns solch Leben! Mach, daß so singend treu alle wir stehen, wenn von der Friedburg neu Festfahnen wehen! J. L. Perez: Die Nacht auf dem alten Markt. Deutsch von Hugo Zuckermann. Verlag R. Löwit, Wien. 1915. Subskriptionspreis Mk. 20.—, nach 15. September Mk. 40.—. Der Verlag sendet uns über die Herausgabe dieses Werkes folgende Mitteilung: Es darf gesagt werden, daß es durch seinen tiefen Gehalt und die durchaus bibliophile Ausstattung eine seltene Zierde auf dem jüdischen Büchermarkt darstellt. Das Buch ist als erster Band der jüdischen Liebhaberbibliothek in einer numerierten Auflage von 300 Exemplaren gedruckt worden. In der Einleitung zu dem Werke sagt Martin Buber: „Der Dichter dieses Werkes und sein Übersetzer sind in diesem Jahr des großen Todes gestorben. Jizchok Leibusch Perez ist mitten in dem leidvollen Wirrsal gestorben, das der Krieg über die Judenschaft der Stadt Warschau gebracht hat; Hugo Zuckermann ist als österreichischer Offizier gefallen, wie es sein Reiterliedchen vorahnte. So haben sie, passiv der eine, aktiv der andere mit ihrem Sterben das denkwürdige Schicksal des Judentums an der Zeitwende bezeugt, den kriegführenden Völkern verhaftet zu sein, ihren Streit mit dem eigenen sinnvoll oder absurd verflochten zu kämpfen, ihr Leid mit dem eingenen unsäglich verschmolzen zu tragen, namenlose Trennung und namenlose Einheit zu erfahren. Zwiefältig erhöht erscheinen sie heute meinem Herzen, Perez, der Dichter zeigt auf seine Gestalten und will entschwinden, aber neben diesen Gestalten noch erdenschwer und doch schon fast Gestalt wie sie, steht dieser junge Mensch, den ich gekannt und geliebt, Hugo Zuckermann, ganz still, ganz gelöst und wartet, daß er zum Sinnbild werde." Den Freunden und Verehrern Zuckermanns und Perez' wird mit dieser Publikation das würdigste Andenken an diese beiden großen Menschen und genialen Dichter geboten. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München, Westenriederstraße 4/u Telephon 23 804. Bayerische Spendenliste für das Hilfswerk in Palästina Für das von den Palästinaorganisationen Deutschlands veranstaltete Hilfswerk sind nach dem ersten Spendenausweis M. 50.000.—> eingegangen. Die Not in Palästina erfordert, wie aus allen zu uns gelangenden Berichten, von denen manche auch im „Jüdischen Echo" zu lesen waren, hervorgeht, die Sammlungen in weitem Umfange fortzusetzen. Deshalb haben sich einige angesehene Mitglieder der Münchener Gemeinde veranlaßt gesehen, den Aufruf zum „Hilfswerk für Palästina" mit ihrem Namen nachdrücklichst zu unterstützen. Es sind die Herren Professor Benno Becker, Professor Dr. Arthur Cohen, Bankier Angelo Feuchtwange r, Justizrat Emil Fränkel, Privatier Jakob F r ä n k e 1, Rechtsanwalt Dr. Jakob Gold- Schmidt, Rechtsanwalt Dr. Elias Straus, Privatdozent Dr. Karl S ü ß h e i m , Fabrikbesitzer Dr. Ludwig Wassermann und Redakteur Norbert Weldler. Der Verlag des „Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstr. 4 (Postscheckkonto: München 3987) und das Bankgeschäft J. L. Feuchtwanger, München, Dienerstr. 11 (Postscheckkonto: München 552) sind gerne bereit, Spenden entgegenzunehmen. Bisher gingen aus Bayern ein: