Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 27 (9.7.1915)
- Date
- 1915-07-09
- Page
- Seite 220 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9072829-9102856-9116046--00406-9073233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
220 Das Jüdische Echo Nr. 27 Ein russisches Dokument. Das ungarische Korrespondenzbureau meldet aus dem Kriegspressequartier: In der Zeit der Russenherrschaft in Krosna, hat der russische Etappenkommandant folgende Bekanntmachung herausgegeben: Der Etappenkommandant macht bekannt, daß für jeden Fall, in welchem die österreichische oder deutsche Regierung jemanden aus der nichtjüdischen Bevölkerung bestraft, die Juden verantwortlich sind. Zu diesem Zwecke werden jüdische Geiseln mitgenommen und für jeden Nicht]uden wird man zwei Juden umbringen. Krosna, 10. März. Ein türkischer Prinz über die Juden in der Türkei. Prinz Faüd, der Flügeladjutant des türkischen Sultan hat in einem Gespräch mit einem ungarischen Journalisten die Meinung ausgesprochen, daß die Türkei die großen Verdienste der jüdischen Bevölkerung um das Land anerkennt. Mit größter Begeisterung ziehen sie in den Kampf und gehören zu den tapfersten Soldaten der Armee. Die „Jüdische Legion", welche auf den Dardanellen operiert, verrichtet wahre Wunder. Der Kommandant der Legion, ein türkischer Jude, bekam den Hauptmannstitel und eine Auszeichnung. In den übrigen Militärteilen kämpfen die Juden zusammen mit anderen ausgezeichnet. Die türkischen Militärbeamten machen daher keinen Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Soldaten. Das Gleiche kann hinsichtlich der jüdischen Zivilbevölkerung gesagt werden, welche im jetzigen schweren Moment opferwillig dem Land hilft, so viel sie nur vermag. Die jüdischen Bestrebungen in Palästina sind gut bekannt; niemand zweifelt an dem Patriotismus der türkischen Juden. Ich muß bekennen, daß es eine Zeit gab, in der unsere Regierung mit der jüdischen Bevölkerung nicht einverstanden war und auch nicht gegen die arabischen Stämme, die sich schlecht gegen die Juden verhielten, auftreten konnte. Jetzt befindet sich bei unserer Regierung ein Memorandum, das gewisse jüdische Kreise eingereicht haben und bis jetzt noch nicht beantwortet wurde. Man darf aber hoffen, daß der Ausgang dieser Angelegenheit günstig sein wird. Die Juden der Türkei können vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Gemeindenu.Vereins-Echo München. Die von Kultusgemeinde und Rabbinat veranlaßte Sammlung für die durch den Krieg in Not geratenen Juden im Osten und Orient ergab die Summe von Mk. 40.000.—. Davon w erden dem „Jüdischen Hilfsfonds. 1915" Mk. 30.000.— überwiesen, Mk. 10.000.— behält die Verwaltung für örtliche Bedürfnisse zurück. Für das „Hilfswerk in Palästina", unternommen von den ausschließlich in Palästina tätigen Organisationen, wie Bezalel, Ecra, Kulturverband, Zion. Vereinigung, wurden dem Münchener Lokalkomitee gemäß der Abmachungen mit der Verwaltung der Kultusgemeinde Mk.»2000.— zur Verfügung gestellt. Würzburg. Zum ersten Male tritt die vom Staatsministerium erlassene neue Ferienordnung für die israelitischen Lehrerbildungsanstalten (Präparandenschulen Burgpreppach und Höchberg und Seminar Würzburg) in Wirksamkeit. Zwar weichen die Ferien selbst im allgemeinen wenig vom seitherigen Modus ab und richten sich auch weiterhin nach den jüdischen Oster- und Herbstfeiertagen; nur für die jüdischen Schaltjahre mit vier Wochen längerem Winterseinester sind Winterferien offiziell angesetzt, um deren Dauer die Osterferien sich dann verkürzen. Aber eine einschneidende Änderung bringt die durch die neuen Verhältnisse bedingte Umlegung von Beginn und Schluß des, Schuljahres. Seither schloß das Schuljahr mit dem Sommersemester, also mit Beginn der Herbstferien, gewöhnlich Mitte August. Nach den Herbstfeiertagen, also nach den zwei Ferienmonaten, gewöhnlich im Oktober, begann das neue Schuljahr. Von heuer ab schließt mit dem 15. Juli das Schuljahr, gleich den staatlichen Anstalten; anderntags, also am 16. Juli, beginnt bereits das neue Schuljahr. An diesem Tage haben also die von den Präparandenschulen ins Seminar übertretenden Schüler sich in ihrer neuen Bildungsstätte einzufinden, ebenso wie die neu in die Präparandenschulen eintretenden Knaben in jenen Anstalten. Zwischen Schluß des alten und Beginn des neuen Schuljahres ist also keine Ruhepause; je nach Lage der Herbstfeiertage setzen 3—6 Wochen nach Schul] ah ranfang die großen Ferien ein. Am Seminar war die Schlußprüfling für die Oberklasse infolge des Krieges als Notprüfung bereits anfangs März abgehalten worden. Sämtliche 11 Schüler dieser Klasse haben das Reifezeugnis erhalten. Von den 8 Schülern der 5. Klasse hatte einer wegen erfolgter Einberufung zum Heere Ende April die Zwischenprüfung (Schlußprüfung erster Teil) als Notprüfung bestanden. Die übrigen 7 legten die am 16. Juni begonnene regelmüßige Prüfung ab, die am 1. Juli zu Ende ging. Alle bestanden; 5 von ihnen sind auch bereits für das Heer ausgemustert. Von den Schülern der 4. Klasse haben sich einige als Kriegsfreiwillige gemeldet und erwarten ihre Einberufung. Auch mehrere Lehrkräfte sind eingegezogen, von den Präprandenschulen wie vom Seminar. Eine Anzahl wurde als unabkömmlich vom Kgl. Staatsministerium zurückgestellt. Im allgemeinen wurde der Unterricht möglichst vollständig aufrecht erhalten. W. A^ünchen. Wanderbund „Blau-Weiß". Fahrtenzettel. Mädchen. Alle 3 Züge 11. VII. Treffpunkt 7.30 Uhr Starnberger Bahnhof. Planegg. 35 Pfg. Nachmittags: Treffpunkt 1 Uhr. Abfahrt 1.20. Planegg. Kosten 65 Pfg. Buben. Alle 3 Züge. 11. VII. Treffpunkt 1.45 Uhr Hauptbahnhof. Solln—Unterdill—Pullach. Kosten 25 Pfg. Alle müssen kommen wegen Besprechung einer Sommertour. leptijett&öuö ORofa maufrerl fönigf.&at)er. *J5^ Hoflieferant ^ändjen!||p S^eah'nerftr.35 Mmmtatf rinfdtf. 14. 3u« 8u&e&euten&re5u8iertenpreifen. 6pe3tett: e>pifcent>orfjänge uni) £>ecfen. Druck und Verlag: B• Heller Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. - Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Enkastr. 6. für den Anzeigenteil: i. V.: N. Weldler, München Soll*.