Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 26 (2.7.1915)
- Date
- 1915-07-02
- Page
- Seite 212 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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212 Das Jüdische Echo Nr. 26 medaille zweiter Klasse in Vorschlag gebracht. Als er infolge des immer heftiger auftretenden Fiebers nicht mehr weiter konnte, wurde er nach Krakau transportiert, von wo er, nachdem sich sein Befinden gebessert hat, in kurzem zum Kader seines Regiments abgehen wird. (Aus dem „Prager Tagblatt".) Dementi. Durch die Presse ging kürzlich unter Berufung auf eine angebliche Äußerung des ehemaligen österreichischen Ministers des Äußern, Grafen G o Ii u ö h o w s k y , die Mitteilung, daß der italienische Dichter Gabriele d'Anunnz i o jüdisch-polnischer Abkunft, sein Vater ein .Advokat Rappaport gewesen sei. Die „Österreichisch-Israelitische Union1' hat daraufhin den Minister Goluchowsky angefragt, ob diese Behauptung zutreffend sei und die Antwort erhalten, daß er weder eine solche oder ähnliche Äußerung getan habe, noch einen Verwalter namens Rappaport gehabt habe. Anerkennung der Erfindung eines Juden, Unter der Spitzmarke „Anerkennung einer deutschen Erfindung" schrieben deutsche Zeitungen, daß dem als Erfinder des Telephons geltenden Dr. Graham Bell vom „American Institut of Electrical Engineers" die Edison - Denkmünze übergeben worden sei. In der gleichzeitig überreichten Urkunde heißt es „wegen verdienstvoller Ausführungen bei der Erfindung des Telephons". Somit würde Bell nicht mehr als Erfinder hingestellt, als der er auch in vielen deutschen Werken genannt wurde, sondern das Verdienst des Deutschen Philipp Reis anerkannt. Dieser Deutsche Reis ist, was natürlich die Zeitungsleser nicht wissen, ein Jude gewesen. Er war 1834 oder 37, das Jahr steht nicht fest, in Gelnhausen geboren worden, machte 1852 seine ersten Versuche mit Gehörwerkzeugen. Als er seinen Apparat auf der Naturforscherversammlung in Gießen 1864 vorlegte, trat ihm Poggendorf sehr feindlich entgegen. Zu den getäuschten Hoffnungen des jüdischen Erfinders gesellten sich körperliche Leiden. Reis wurde mit samt seinem Apparat vergessen. Der Erfindung bemächtigte sich Bell mit Prioritätsansprüchen, die jetzt beseitigt sind. Reis starb 1874. Nach seinem Tode — das typische Erfinderschicksal, zu dem vielleicht das des Juden tritt — kam die Anerkennung. Es wurde ihm 1878 ein Denkmal auf dem Friedrichsdorfer Friedhof errichtet, seiner Witwe und Tochter von der Regierung ein jährliches Gehalt bewilligt. Gemeindenu.Vereins-Echo Bad Kissingen. Am 12. Juni konnte die Israelitische Kinderheilstätte auf einen zehnjährigen Bestand zurückblicken. Bayreuth. Den Tod fürs Vaterland starb Egon Adler, Bruder des Herrn Albert Adler in Zürich. Ermershausen. Am 30. Mai ist der Gemeindevorstand, Herr Mendel Zeilberger, gestorben. Fürth. Durch einen unglücklichen Zufall ist cand. med. Alfred Steinhardt ein Opfer des Krieges geworden. Er meldete sich, da er als Sanitäts-Unteroffizjier in Lazaretten Dienst tat, mit der Angabe, Nationalökonomie zu studieren, an die Front und ließ auf einem Kontrollgang sein Leben. Auch ein Beispiel, wie sich die Juden von der Front drücken! Lörrach i. B. Den bayer. Militär-Verd.-Orden 4. Klasse mit Schwertern erhielt Dr. Samuel Moses. Maßbach. Den Tod fürs Vaterland erlitt Moritz Marx, Sohn des Herrn M. A. Marx. München. Donnerstag, den 24. Juni, sprach Herr Dr. Eugen Fränkel in der Jugendgruppe der „Agudas Israel" über den „Begriff der religiösen Sehnsucht im Judentum". München. Am 17. Juni fand unser Mitarbeiter Albert Michel im Alter von 24 Jahren durch einen Herzschuß den Tod fürs Vaterland. Mit ihm ist ein hoffnungsvoller junger Schriftsteller dahin gegangen. Wir haben in Nr. 5 dieses Jahrganges eines seiner Sonette „Das Opfer" veröffentlicht. Seine letzte Arbeit, betitelt „Die Mine", erschien einige Tage, bevor er starb, in der Wochenschrift „Zeit im Bild". München. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde unter Beförderung zum Leutnant ausgezeichnet M. Schloß, Reisender der Firma Merfeld & Herz in Köln. Nürnberg. Gefallen ist Off.-Stellv. Fritz Oppenheimer von der Firma Gebr. Bing A.-G. Nürnberg. Vor einigen Wochen wurde hier aus den Kreisen der „Adass Israel" eine jüdische Frauenvereinigung „E s r a s Noschim" E. V. gegründet. Neben dem allgemeinen Zweck der Förderung des gesetzestreuen Judentums in Lehre und Leben hat sich die Vereinigung eine Reihe besonderer Ziele gesetzt und sucht diese .durch eifrige Arbeit eigens hierfür aufgestellter Kommissionen zu erreichen. Es sind dies u. a. Ausübung von Gemillus Chessed und Pflege geistiger Interessen, sowie sozialer Hilfsarbeit. Insbesondere bemüht sich die Vereinigung um Stellen- und Arbeitsvermittlung für Frauen und Mädchen. Anmeldungen von Stellesuchenden, sowie Mitteilung offener Stellen werden an die Adresse von Frau Albert Ellern, Solgerstr. 8, erbeten. Unsleben. Herr Lehrer Mittel, der sich im Kreise seiner Kollegen eines hohen Ansehens erfreute, ist vor zwei Wochen zu Grabe getragen worden. Anzeigen-Echo München. Wanderbund „Blau-Weiß". Fahrtenzettel. Mädchen. Alle 3 Züge 4. VII. Treffpunkt 7.45 Uhr Hauptbahnhof. Abfahrt 8 Uhr. Unter- Pfaffenhofen—Wörthsee. Kosten 75 Pfg. Buben. Alle 3 Züge 4. VII. Treffpunkt 1.40 Uhr. Ostbahnhof. Gronsdorf—Perlach. Kosten 25 Pfg. München. Verein Bne - Jehuda. Samstag, 3. Juli, abends 9 Uhr 15: Vortag des Herrn Dr. Max Mayer über „Die Erneuerung des Judentums nach Martin Buber". Gäste herzlich willkommen. Hotel Reichshof, Voranzeige: Samstag, 10. Juli, Herzl-Gedenk-Feier. Berichtigung. In dem Artikel „Kotteks Geschichte der Juden" von Dr. Isak Bamberger soll es auf Seite 191, rechte Spalte, Zeile 14 von unten statt „abweisendes Urteil über Hirsch" „abweichendes Urteil" heißen. Druck und Verlag: B. Heller Buchdruckerei. München, Herzog Maxstr. 4. — Verantwortlich für die Redaktion: Norber Weidler, München-Sollo. Erikastr. 6. für den Anzeigenteil: i. V.: N. Weldler, München Solls.