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Das jüdische Echo · 1915-07-02 · 26 (2.7.1915) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
26 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertel]. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V er 1 a g „des Jüdischen Echos": München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weidler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 2. Juli 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 26 hm Nrajoc:-:- ptfi «aar & * 1915 Wochenkalender (5675) Pljnn Juli 1 Tamus riDn Samstag 3 21 Sonntag 4 22 Montag 5 23 Dienstag 6 24 Mittwoch 7 25 Donnerstag 8 26 Freitag 9 27 Dnrs Gottesdienste: Morgens Haupsyn. 8V2 Herzog Rud.-Str. 71/,, Sabbath-flusgang 9.08 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6V4 Herzog Rud.-Str. 71/« Inhalt! N. W.: Zwanzig Jahre Judenstaat.— — Abraham Grünbaum: „Vereinigung oder Zersplitterung". — Benjamin Seff (Theodor Herzl): Mauschel. — Welt-, Zeitungs-, Gemeinden- und Vereins-Echo usw. Zwanzig Jahre Judenstaat4 h66 99j (Zum elften Todestage Theodor Herzls am 3. Juli.) So lange ist es her, daß die Judenstaatsidee im Geiste Theodor Herzls Gestalt annahm. Zwar wurde die Schrift erst im Jahre 1896 veröffentlicht, aber als Geburtszeit — und das ist wesentlicher als die Herausgabe — ist die erste Hälfte von 1895 anzusetzen. Dazu kommt, daß heuer, wo das jüdische Volk eine Krisis sondergleichen durchlebt, ernstlicher Anlaß besteht, an das Werk zu erinnern, das für das jüdische Volk den Anbruch einer neuen Epoche bedeutet. Es ist bekannt, was Theodor Herzl zur Beschäftigung mit der Judenfrage zwang: der Dreyfußprozeß. Man hat versucht, aus dieser Reaktion auf den Antisemitismus eine Schwäche zu konstruieren, mag aber bedenken, daß nicht der Gegenstand des Erlebnisses, sondern dieses selbst, seine Art und sein Grad für die Bewertung einer Persönlichkeit maßgebend ist. So können wir auch in unseren Tagen die Beobachtung machen, daß der Krieg, als äußerliche Tatsache für die persönlich Unbeteiligten genommen, dem einen eine privatwirtschaftliche Angelegenheit ist, bei der man Kriegsgewinne einheimst oder Vermögensverluste erleidet, indes er anderen zur sittlichen Läuterung wird. Die Werdung des „Judenstaates" 'bedeutete die größte Erschütterung im Leben Theodor Herzls. Er konnte den Prozeß, den er durchmachte, nur mit der Erscheinung eines ins Wasser geworfenen rotglühenden Körpers vergleichen. „Freilich, wenn dieser Körper zufällig Eisen ist, wird er Stahl" (Selbstbiographie). Herzl hatte damals — und darin zeigt er sich schon als der überlegene Menschenkenner und Mann der Tat — nicht die Absicht, mit seinem Plan an die Öffentlichkeit zu treten. Er wollte keine Diskussion — dazu erschien ihm die Duichführungsmöglichkeit zu einleuchtend —, sondern strebte von vornherein darnach, die Bedingungen zu schaffen, die seine Gedanken zur Wirklichkeit werden lassen sollten. Er wandte sich im Mai 1895 an Baron Moritz Hirsch, den großzügigen Wohltäter der Juden, mit der Bitte um eine Unterredung. Es war am Pfingstsonntag desselben Jahres, da sich Theodor Herzl und Hirsch in Paris persönlich gegen übertraten. Das zu den iesselndsten aus dem Stegreif geborenen Dialogen gehörende Gespräch brach für Herzl vorzeitig ab. Es klingt in den resignierten Worten des Barons Hirsch aus: „Die reichen Juden geben nichts her. Die Reichen sind schlecht, interessieren sich für die Leiden der Armen nicht". Mit diesem Bekenntnisse als Ergebnis der Zusammenkunft war Herzl nicht widerlegt, sondern schrieb tagsdarauf an den Skeptiker Baron Hirsch: „Wissen Sie, woraus das Deutsche Reich entstanden ist? Aus Träumereien, Leiden, Phantasien und schwarzrotgoldenen Bändern. Und in kurzer Zeit. Bismarck hat nur den Baum geschüttelt, den die Phantasten pflanzten. Wie? Sie verstehen das Imponderabile nicht? Und was ist die Religion? Ja, nur das Phantastische

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