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Das jüdische Echo · 1915-06-18 · 24 (18.6.1915) · p. Seite 195

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
24 (18.6.1915)
Date
1915-06-18
Page
Seite 195 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 195 Welt-Echo lassen, ist r RBi M tckec Ci ■ der Tot« v: iAI mit einem '-^ jdB o iicjenict1 S« fl 1; # I Die Lage in Palästina. Im allgemeinen war in den letzten Wochen eine Beruhigung unter den Juden Palästinas eingetreten, da längere Zeit weitere Maßnahmen der Behörden gegenüber den jüdischen Untertanen fremder Länder nicht erfolgten. Mit Genugtuung begrüßte die palästinensisch-jüdische Bevölkerung in Jerusalem die Tatsache, daß Herr David J e 11 i n, der Leiter des zionistischen Lehrerseminares zum Zensor für Hebräisch in Jerusalem ernannt worden war. Auch war die Anstpllung jüdischer Wächter in den palästinensischen Kolonien von den Behörden wieder erlaubt worden, und neuerdings hatte die dem Odessaer Comite unterstehende hebräische Mädchenschule in Jaffa, die von den türkischen Behörden eine Zeit lang geschlossen war, die Erlaubnis erhalten, den Unterricht wieder aufzunehmen. In den letzten Tagen sind jedoch beunruhigende Nachrichten eingetroffen, wonach die türkischen Behörden angeblich wieder die Ausweisung der Juden feindlicher Untertanenschaft aus Palästina beabsichtigen sollen. Es steht zu hoffen, daß es auch diesmal nicht zur Ausführung dieser Maßnahmen, die die schwerste Schädigung für die Bevölkerung und das Land bedeuten würden, kommen wird. Petroleum für die Orangen-Plantagen in Palästina. Für die Bewässerung der in den letzten Jahren immer mehr emporblühenden Orangen- Plantagen in Palästina ist es von entscheidender Bedeutung, daß schleunigst Petroleum für die Gasmotore der Pflanzer ins Land gebracht wird, da sonst die Gefahr besteht, daß Millionenwerte vernichtet werden. In Palästina sind jedoch nur kleine Quantitäten Petroleum zu außerordentlich hohen Preisen erhältlich, die für den Bedarf bei weitem nicht ausreichen.. Anderseits ist es ebenso wie bei dem amerikanischen Lebensmittelschiff für den Transport und die Einfuhr des Petroleums notwendig, die Zustimmung verschiedener Regierungen zu erlangen, damit das Petroleum nicht auf dem Wege oder im Lande der Konfiskation anheimfällt. Die nötigen Schritte wurden eingeleitet, und es steht zu hoffen, daß sie Erfolg haben werden. Die zum Ankauf des Petroleums notwendigen Summen sollen der Anleihe zur Erhaltung der palästinensischen Orangen- Pflanzungen von 600 000 Frcs. entnommen werden, deren Zustandekommen gesichert erscheint. Die Beteiligung des bekannten jüdischen Philanthropen Jakob H. Schiff in New-York bei dieser Anleihe war irrtümlich mit £ 20 000 angegeben worden. Herr Schiff hat vielmehr 100 000 Frcs. gezeichnet und sich bereit erklärt, außerdem 200 000 Frcs. unter Garantie der Zionistischen Finanz-Institute, Jewish Colonial Trust und Jüdischer Nationalfonds, vorzustrecken. Das amerikanische Lebensmittelschiff in Palästina. Das amerikanische Lebensmittelschiff „Vulkan" ist Ende April in Jaffa angekommen, hat aber seine Ladung erst einige Tage später löschen können, da zuvor einige Mißverständnisse gelöst werden mußten. — Es war von vorneherein Absicht des amerikanisch-jüdischen Hilfskomitees gewesen, einen Teil der Ladung auch den nicht-jüdischen Notleidenden Palästinas zur Verfügung zu stellen. Die palästinensischen lokalen Behörden forderten jedoch, daß die Verteilung der Lebensmittel proportionell der Seelenzahl der verschiedenen Bestandteile der Bevölkerung vorgenommen werden sollte. Auf diese Forderung konnten die Vertreter des amerikanisch-jüdischen Hilfskomitees nicht eingehen, da die ganze Aktion ausschließlich aus jüdischer Initiative hervorgegangen und fast ganz durch jüdische Arbeit und mit jüdischen Spenden durchgeführt worden war. Schließlich wurde eine Einigung erzielt, wonach 55 Prozent der Lebensmittel an die jüdische, 26 Prozent an die mohammedanische und 19 Prozent an die christliche Bevölkerung verteilt werden.— Die Vorräte wurden sodann ans Land gebracht, und die Verteilung ist inzwischen erfolgt. Die Ankunft der Lebensmittel war von größter Bedeutung, da die Vorräte in Palästina zuletzt äußerst knapp geworden waren. Der ganze Vorgang hatte auch eine weittragende moralische und kulturelle Wirkung zur Folge. Bekämpfung der Heuschrecken in Palästina. Der bekannte palästinensische Agronom Aaronson hat den türkischen Behörden einen Plan zur Bekämpfung der Heuschrecken überreicht, die in ganz Palästina auch in einer Reihe jüdischer Kolonien, Schaden angerichtet haben. Herr Aaronson hat von dem Oberbefehlshaber der 4. Türkischen Armee, Djemal Pascha, der seinen Plan genehmigte, ausgedehnte Vollmachten erhalten, um die Bekämpfung der Heuschrecken in den Vilajets Beirut, Jerusalem und Damaskus durchzuführen. Die jüdischen Institutionen, die in Palästina arbeiten, haben zu diesem Zwecke 10 000 Frcs. zur Verfügung gestellt, wovon die zionistische Palästina-Bank und das zionistische Palästina-Amt die Hälfte übernommen haben. Jüdische Palästina-Hilfsaktion, Zentralstelle Kopenhagen. Die von der Zentralstelle Kopenhagen in allen Ländern mit Ausnahme von Amerika, wo die Arbeit von dem Provisional Zionist Committee geleitet wird, ins Leben gerufene Jüdische Palästina-Hilfsaktion hat bereits erfreuliche Resultate gezeitigt. In den meisten Ländern wurden unter Initiative der Zionistischen Landes-Komitees spezielle Sammlungen für Palästina eröffnet; in einigen Ländern wurde ein Teil der für die infolge des Krieges in Not befindlichen Juden gesammelten Beträge für Palästina bestimmt. Es steht zu hoffen, daß alle Kreise des Judentums das Ihrige zur Rettung der jüdischen Bevölkerung in Palästina und zur Erhaltung des jüdischen Kolonisationswerkes beitragen werden. Aus Deutschland, England, Rußland und Skandinavien sind schon erhebliche Beträge zur Linderung der Not in Palästina überwiesen worden. In Holland, Rumänien und in der Schweiz wurden die Sammlungen ebenfalls begonnen. Die Ueberweisung der Gelder erfolgt von der Zentralstelle der Jüdischen Palästina-Hilfsaktion, Kopenhagen, Vestergade 1, durch Vermittlung des amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Mr. Morgenthau. Die Zionistischen Finanzinstitute. Die Eingänge für den Jüdischen Nationalfonds betrugen in der Zeit vom 1. Januar bis 30. April 1915 Frcs. 145 000 für den Zionistischen Zentralfonds bis zum 31. Mai Frcs. 60 000.— Gemeindenu. Vereins-Echo Aschaffenburg. Dr. Maximilian Durlacher, Stabsarzt, erhielt den Bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern. Fürth. Im Alter von 70 Jahren starb, tiefbetrauert Von der ganzen Gemeinde, Herr Abi-a-

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