Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 20 (21.5.1915)
- Date
- 1915-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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k, t 7 ,C» l L«H ^c Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M.4.—, Einzelnummer 10 Pf. — Verlag „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erikastraße 6. ►MIL ^/JVfcig: Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 21. Mai 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 20 Mal L fcr 1915 Wochenkalender (5675) njTin Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Mai Sivan )VD 22 9 23 10 24 11 25 12 26 13 27 14 28 15 Wl Gottesd.: Morgens Haupsyn. 8V2 Herzog Rud.-Str. 7l/2 Sabbath-Äusgang 8.42 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 68/* Herzog Rud.-Str. 7lU Inhalt: n. ——— msmus. W.: Deutsche Stimmen zum Zio- — R. L. Henry Morgenthau. — Rabbiner Dr. H. Ehrentreu: Der Krieg und das jüdische Schrifttum. — Zur Lage in Palästina. — Josef Chazanowicz gest. — Feldrabbiner Dr. Baerwald, Dr. Max Kirschner, Theo Harburger: Feldpostbriefe. — Welt-, Zeitungs-, Gemeinden-Echo. Deutsche Stimmen zum Zionismus Der Zionismus ist oft totgesagt worden. Zum letzten Male im ersten Monat des gegenwärtigen Krieges. Und obwohl seine Anhänger wegen der Störung des zwischenstaatlichen Lebens, wegen der damit verbundenen wirtschaftlichen Krise, wegen des Dienstes in ihren verschiedenen Vaterländern die zwiefache Funktion der aufbauenden Arbeit für Palästina und der Werbung für den zionistischen Gedanken kaum ausüben können, ist von ihm immerfort die Rede. Ein Beweis dafür, daß er, wäre er nicht vorhanden, aus den Verhältnissen mit zwingender Logik herausgeboren werden müßte. Wir haben zwar schon die einzelnen Stimmen, die für den Zionismus in der Kriegszeit laut geworden waren, so oft sie erschollen, verzeichnet, sie dürften aber an Gewicht gewinnen, wenn wir sie einmal zusammenstellen und das allen Gemeinsame hervorheben. Prof. Josef Hofmiller, der Leiter einer der bedeutendsten Zeitschriften Deutschlands, der „Süddeutschen Monatshefte", schrieb in dem Rußland gewidmeten Sonderheft: „Der jetzige Krieg bietet endlich die Handhabe, dieses (jüdische) Volk, das Unsägliches erduldet hat, und Tag für Tag erduldet, zu befreien . . . Das Problem des Zionismus gewinnt weltpolitische Bedeutung und Syrien erscheint als ein Land der Zukunft." Ludwig Q u e s s e 1, ein durch seine gründlichen Aufsätze in den „Sozialistischen Monatsheften" bekannter Schriftsteller, legt dar, daß „die Zentralmächte zum Bundesgenossen der nationalgesinnten Judenheit" geworden seien, „ein geschichtliches Ereignis, desslen Tragweite in Deutschland nicht unterschätzt werden sollte." Dr. Paul Rohrbach, über dessen Stellung als ehemaligen Kolonialbeamten der deutschen Regierung und großzügigen Beobachter der weltpolitischen Bahnen wir nichts zu sagen brauchen, hat „die Idee des Zionismus als einzig praktische Kolonisationspolitik" für die Türkei erklärt und wörtlich gesagt: „Wir begreifen und billigen es ohne weiteres, wenn wir Juden sehen, die den Versuch machen, dort in der alten Heimat, wo sich ein bodenständiges Volk bilden kann, ein neues Reis zu pflanzen." In einem Vortrage führte Dr. Ernst J a e c k h - Pascha, ein hervorragender deutscher Publizist und Vorkämpfer für die deutsch-türkische Freundschaft, aus, daß „die Juden besondere Qualitäten mitbrächten, die für die Herstellung eines neuen Verhältnisses zwischen Orient und Okzident entscheidend werden können." Alfons P a q u e t, durch seine Teilnahme an den Hellerauer Bestrebungen und als Roman- und Reiseschriftsteller rühmlichst bekannt, gab der Ueberzeugung Raum, daß das deutsche Volk weitaus am meisten innere Beziehung zum Zionismus habe, „der für die deutsche Politik von großer Bedeutung sei.*) Was jüngst in der bedeutsamen Wochenschrift Friedrich Naumanns „Die Hilfe" ausgeführt *) Auf sein neuestes Werk „In Palästina", worin ein ganzes Kapitel dem Zionismus gewidmet ist, werden wir nächstens zurückkommen.