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Das jüdische Echo · 1915-05-07 · 18 (7.5.1915) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
18 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Yiertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — Y e r 1 a g „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. F er ns p recher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 7. Mai 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 18 1915 Wochenkalender (5675) Hjnn Mai Ijar T« TlpnnTO Qottesd.: Samstag 8 24 Morgens Haupsyn. 8V2 Herzog Rud.-Str. 7V2 Sabbath-Husgang^ 8.21 Neumondankündig. Sonntag 9 25 Montag 10 26 Dienstag 11 27 Mittwoch 12 28 Donnerstag 13 29 Sivan }VD snn tj\xn Freitag 14 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6V2 Herzog Rud.-Str. 7V< Inhalt l Zur Hilfsaktion der Münchener jüdisehen Gemeinde. — Dr. S. D. Steinberg: Vom russischen und englischen Antisemitismus. — Es.: Frau Rahel Fränkel s. A. — Feuilleton: Am Grabe Davids von Davis Trietsch. — Eiserne Kreuze. — Welt-, Zeitungs-, Wissenschaftliches Echo usw. Zur Hilfsaktion der Münch» ner jüdischen Gemeinde Das jüdische Volk ist in weit stärkerem Maße als jedes andere von dem Wirbel des Völkerringens erfaßt worden. Gewiß müssen auch die Polen, auf deren Gebiet der eine Kriegsschauplatz liegt, Ungeheures erdulden, aber bei den Juden, die mit ihnen in dichtgedrängten Massen das Land bevölkern, erfahren die unausbleiblichen Leiden noch eine Steigerung dadurch, daß sich jetzt ungestraft aller Haß und alle Rachsucht auf sie entladen kann. Das heilige Rußland benützt unter dem Schutz des Ausnahmezustandes, in dem alle Gesetze der Menschlichkeit aufgehoben zu sein scheinen, die Gelegenheit, seinen Instinkten rohesten Judenhasses freie Bahn zu lassen. Die deutsche Regierung dagegen hat von Anfang an für die verzweifelte Lage der nicht ihr „untertänigen" russischen Juden volles Verständnis gehabt. Man mag es erkennen an der von Wohlwollen diktierten Haltung, die die Behörden zu denjenigen Juden aus Rußland einnahmen, die vom Kriegsausbruch in deutschen Kurorten überrascht worden sind. Und es hieße den Geist der Zeit verkennen, wollte man annehmen, daß nur die Abwälzung von Kosten auf jüdische Schultern sie veranlaßte, jüdische Körperschaften auf dringende Fälle der Not unter den zurückgebliebenen russischen Juden aufmerksam zu machen. Vielmehr erkannte sie an, daß es eine der vornehmsten Aufgaben der jüdischen Gemeinden im einfachen Sinne der Menschlichkeit sei, allen voran den bedrängten Brüdern Hilfe zu leisten. Deshalb ist auch nicht zu befürchten, daß, wie vereinzelte ängstliche Naturen wähnen, Hilfsaktionen von jüdischer Seite mit dem besonderen Zweck, unseren jüdischen Brüdern die Leiden des Krieges etwas erträglicher zu machen, nicht gern gesehen oder falsch ausgelegt würden. Von dieser Auffassung sind auch die Leiter der großen jüdischen Organisationen in Deutschland, die Fühlung mit den maßgebenden Stellen haben und sonst das Vertrauen der deutschen Judenheit besitzen, weit entfernt. Der Pflichten bewußt, die wir alle gegen unsere von dem härtesten Geschick betroffenen Glaubens- und Stammesgenossen haben, und wohl unterrichtet über die Größe der Zerstörung und des Unheils, das der Krieg unter ihnen angerichtet hat, wenden sie sich an die jüdische Oeffentlichkeit mit der Aufforderung, Sammlungen für Hilfsfonds einzuleiten, die für die polnischen, galizischen und palästinensischen Juden Verwendung finden werden. Hier in München haben sich R a b b i n a t und Kultusgemeinde zusammengefunden, um eine Sammlung in die Wege zu leiten. Da bekanntlich für das Hilfswerk in Palästina bereits eine Organisation besteht und man eine Zersplitterung der Werbetätigkeit vermeiden wollte, wurde eine Einigung dahin erzielt, daß die Sammlungen einheitlich erfolgen sollten. So hat man hier in München in gewissem Umfang den Fehler gut gemacht, den die

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