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Das jüdische Echo · 1915-04-16 · 15 (16.4.1915) · p. Seite 124

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
15 (16.4.1915)
Date
1915-04-16
Page
Seite 124 (sequence 8)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 15 mit Gewalt in die Häuser und Wohnungen der Juden, durchschaute dieselben, ohne jedoch etwas Verdächtiges zu finden, plünderte ihre Schätze, ermordete einen großen Teil der Juden und schleifte ihre Häuser. Das erwähnte alte Weib wurde zu Tode gefoltert, ohne daß man ein Geständnis von ihr erpressen konnte. Ein Teil der Juden, welche dem Blutbade entrannen, flüchtete sich, und zwar, wie die Sage erzählt, auf Anraten des Pfalzgrafen Ludwig des Strengen, welcher umsonst zu ihrer Rettung herbeigeeilt war, in ihre Synagoge. Das erbitterte Volk aber umstellte und verrammelte die Synagoge, damit kein Jude entrinnen könne, und warf dann Feuerbrände in dieselbe. Die ganze Synagoge wurde ein Raub der Flammen, und mit ihr verbrannten 150 Juden, welche sich in dieselbe geflüchtet hatten. Dessen ungeachtet hatten sich die Juden im Verlaufe der Zeit wieder in München angesiedelt und ihre Synagoge wieder aufgebaut. Herzog Albrecht III. nahm aber im Jahre 1442 Gelegenheit, sie aus der Stadt zu weisen, worauf er ihre Synagoge „aus freiem Bedacht" einem gelehrten und respektierten Manne, der in Italien die Arzneikunde und Alchemie studiert hatte, auf ewige Zeiten schenkte. Dieser änderte den unterirdischen Keller der ehemaligen Synagoge in eine Gruftkapelle und erbaute sich und den Seinen darüber eine Behausung. Die ehemalige Judengasse hieß jetzt die „Schreibergasse". . . Diese Kirche stand bis zur Säkularisation im Jahre 1805, wo sie in Privatbesitz überging, abgetragen und in ein Wohnhaus umgeändert wurde. Das verehrte Vesperbild kam dabei ebenfalls in Privathände. Dieses Wohnhaus gehörte, wie schon oben erwähnt, dem Bäcker Wanney, wurde im Jahre 1865 vom Staate zur notwendigen Vergrößerung des anstoßenden Gebäudes der Kgl. Polizeidirektion angekauft, im Jahre 1866 abgebrochen, und gegenwärtig steht an dessen Stelle ein geschmackvoller Neubau. Bei diesem letzten Abbruche fand man ein paar alte geschwärzte Mauern die offenbar noch vom Synagogenbrande herrührten. Geschäfts-Echo Eine Zeitfrage von unschätzbarer und wirtschaftlicher Bedeutung ist einwandfrei und höchst befriedigend gelöst. Der elektrische Reinigungsapparat „F r a u e n 1 o b" beseitigt jede körperliche Anstrengung und die ungesunde, vor allem zeitraubende Arbeit beim Reinigen, Spähnen und Wichsen der Parkett-, Linoleum-, Mosaik- und Steinböden. Was nützt das schönst eingerichtete Zimmer, wenn der Boden nicht tadellos und gleichmäßig gereinigt ist. Bisher war es z. B. bei Parkettböden trotz aller Anstrengung nicht möglich, denselben derartig sauber instand zu halten, als dies unbedingt notwendig ist, um damit vollkommen zufrieden zu sein. Frauenlob beseitigt all diese Uebelstände, und entspricht derselbe vollkommen allen Erwartungen. Der Apparat kann aber nicht nur für Parkettböden und Linoleumbelag, sondern auch für die Reinigung weißer Böden, oder Steinböden benutzt werden. Die Handhabung ist die denkbar einfachste, der Stromverbrauch kaum nennenswert (P/2—2 Pf. pro Stunde). Es steht außer Frage, daß die Maschine in allen Haushaltungen, Bureaus und Geschäftslokalitäten, in welchen man Wert auf Sauberkeit legt, unumgänglich notwendig ist; denn mit Handarbeit läßt sich unmöglich ein derartig schöner Boden erzielen und weiter unterhalten. Das angenehme an diesem Apparat ist ferner, daß bei Personalwechsel jeder sofort den Apparat bedienen kann. Leistung, Qualität und Preis des Apparates stehen einzig da und ist die Konstruktion derartig praktisch gehalten, daß die zum Reinigen verwendete Bürste jeweils leicht auswechselbar ist, so daß dieselbe Maschine zum Aufwaschen, Wachseinreiben, Polieren und Abspähnen die gleiche ist. Das Abspähnen der Parkettböden wird in Richtung der Holzfaser betätigt, was nicht unerwähnt bleiben darf. Der Frauenlob-Apparat besitzt einen weiteren großen Vorteil und zwar den, daß er zum Betrieb unserer Haushaltungs- und Küchenmaschinen verwandt werden kann, daher fortwährend im Betriebe ist, wodurch eine möglichst große, wirtschaftliche Ausnützung des Motors erfolgt. Den Namen „F r a u e n 1 0 b" führt der Apparat deshalb mit vollem Recht. (Alles Nähere durch die Firma „Frauenlob" Haushaltungsmaschinen, München, Nymphenburgerstr. 148. Telephon 13681.) Literarisches Echo Dr. Veit Valentin: Die Mächte des Dreiverbandes. Verlag von R. Oldenbourg, München. 1914. 8°. 22 S. 40 Pf. Eine kurze, gelungene Darstellung der sich in Rußland, Frankreich und England zeigenden weltpolitischen Entwicklungstendenzen. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München, Westenriederstraße 4/i. Telephon 23 804. Nach Schluß der Redaktion erhalten wir die Trauerkunde, daß I. L. Perez, der modernste und selbständigste unter den jüdischdeutschen Dichtern, am 5. April in Warschau plötzlich verschieden ist. Perez wurde 63 Jahre alt. Anzeigen-Echo München. Wanderbund. Fahrtenzettel. Mädchen: 1. Zug halb 8 Uhr. Isartalbahnhof. Ebenhausen-Wolfratshausen-Starnberg. M. 1.20. 2. Zug. 8.15 Uhr Max Monument-Ismaning. 5 Pf. 3. Zug. 2 Uhr. Friedensengel-Trudering-Riem. 5 Pf. — Buben: 1. und 2. Zug. 1.45 Uhr. Ostbahnhof. Haar- Perlach-Ostbahnhof. 30 Pf. F ü h r e r s i t z u n g : 20. April, 8 Uhr. Galeriestr. 15. München. Samstag, den 17. April, hält Herr Rabbiner Dr. Werner in der Synagoge Herzog Maxstraße eine Predigt. München. Verein Bne-Jehuda. Samstag, 17. April: Vortrag des Herrn Jakob Fränkel. Thema: Menasse ben Israel. Beginn: 9 Uhr abends pünktlich. Lokal: Nebensaal des Hotel Reichshof. Gäste herzlich willkommen. — Der Verein hat einen hebräischen Sprachkurs für Mitglieder und Nichtmitglieder eingerichtet. Nichtmitglieder zahlen einen monatlichen Beitrag von M. 1.—. Der Kurs findet jeden Dienstag abend von 8—10 Uhr im Vereinslokal (Reichshof, Zimmer 66, zweiter Stock) statt. Anmeldungen werden dortselbst an den Kursabenden entgegengenommen. Druck und Verlag: B Heller Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. _ Verantwortlich für die Redaktion- Norb Weldler, München-Solln, Erikastr. 6, für den Anzeigenteil: Chr. Lehmeyer, München. ert

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