Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 14 (9.4.1915)
- Date
- 1915-04-09
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Das Jüdische Echo Nr. 14 kinder schlachteten, um mit deren unschuldigem Blute religiöse Zeremonien an ihrem Passahteste vorzunehmen, oder daß sie mit geweihten heiligen Hostien argen Unfug und Verunehrung getrieben, die erste Veranlassung und das erste Zeichen des Aufstandes gab. (Schluß folgt.) Der Schwur Das Lied der Poale-Zionisten, der zionistischen Arbeiterpartei, ins Deutsche übertragen von Julius B a b. Wir heben die Hände zum heiligen Lande Und schwören bei Zions Fahne den Eid, Wir schwören bei jedem heiligen Bande, Wir schwören beim Jammer, wir schwören beim Leid. Beim Blut, das unsre Geschichte geschrieben, Beim Schwert, das der Hand unsrer Helden zerbrach, Wir schwören bei allem, das Volk heiß zu lieben! Wir kämpfen, wir stehn und wir lassen nicht nach! Wir schwören in Liebe, wir schwören in Treue: Wir tun vom Gewehr nicht mehr lebend die Hand, Bis daß wir im Kampf jns errungen aufs neue Ein freies, ein friedengesegnetes Land. Und sollen wir fallen noch vor dem Gelingen — Wir schwören: auch das soll nicht enden den Streit! Wir lassen's den andern, — sie soll'ns vollbringen, Von unserem Geschick zur Vergeltung geweiht! Redaktionelles Echo H. G. in .W. „Gesinnungsgenosse" heißt hebräisch nyit5 HS. Für Studien über neuhebräische Terminologie sind hauptsächlich beachtenswert: die Veröffentlichungen des „Merkas Hamorim" in Palästina und die verschiedenen palästinensischen Fachzeitschriften. Auch die Zeitschrift „Hasafa" und die einschlägigen Arbeiten des „Haschiloach" geben reiches Material. Dagegen ist das „deutsch-hebräische Wörterbuch" von Dr. M. Mar gel nur mit Vorsicht zu benützen. Buntes Echo Familienstolz. Einquartierung in Kutno. Ein jüdischer Krieger kommt zu einer jüdischen Witwe. „Sie sind in dem berühmtesten Haus von Kutno." Fragendes Staunen. „Ich bin die — Tante von Schalom Asch, dem bedeutendsten Dichter Deutschlands." Die Taufseuche in Wien hat auch im Krieg nicht nachgelassen. Mehr als die Betrachtung der Jahreskurven sagen die von der Kultusgemeinde veröffentlichten namentlichen Listen. In der Zeit vom 1. bis 22. März haben sich beispielsweise 51 Personen, 32 Frauen und 19 Männer, taufen lassen. Es finden sich darunter Namen wie Bier, Breuer, Gallitzenstein, Taussig, Ullmann, Russo, Neumann, Zerkowitz, auch „vons" fehlen nicht. Die Renegaten stammen aus Wien, Böhmen, Galizien, Ungarn, kein Kronland fehlt. Die sephardischen Juden unterliegen ebenso wie die aschkenasischen der Taufseuche. Neben einem Kutscher und einer Fabrikarbeiterin finden sich Studenten, Doktoren, Beamte. In der Gesellschaft sind alle Altersstufen vertreten. Die Mehrzahl steht im Alter von 18 bis 30 Jahren, man sieht aber auch fünfzigjährige darunter. Am auffallendsten aber ist die Taufe einer im Jahre 1839 geborenen Matrone, die wohl nicht ohne Empfang der Sterbesakramente die Augen schließen will. Ein erhebendes Bild. Geschäfts-Echo In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer Anstrengungen und Aufregungen ist Sanatogen das ideale Mittel, den Kräfteverbrauch rasch und sicher wettzumachen. In wissenschaftlichen Abhandlungen und brieflichen Gutachten von 210Ü0 Aerzten wird anerkannt, daß Sanatogen dem erschöpften Organismus die zur Neubelebung, zur Hebung seiner Kräfte und Leistungen notwendigen Stoffe zuführt. Daher ist es auch ebenso für unsere in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Erhaltung ihrer Gesundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung. Feldpostbriefpackungen sind in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Wir verweisen ausdrücklich auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer & Cie., Berlin SW. 48, womit auch eine Gratisprobe des bewährten Mittels sowie belehrende Broschüren angeboten werden. Die Buchhandlung B. Beck (L. Haile), Neuhauserstraße 13, hält ein großes Lager gangbarer Werke, auch jüdischer Literatur, und liefert nicht Vorrätiges in kürzester Zeit ohne Spesenberechnung. Panorama International in München. Vom Sonntag 11. bis einschließlich Samstag wird ein neuer Zyklus vom Kriegsschauplatz in Galizien vorgeführt; 50 Originalaufnahmen zeigen interessante Szenen vor und nach den Kämpfen in Alt- Sandec und auf dem Schlachtfeld von Limanowa. Anzeigen-Echo München. Jüdischer Wanderbund. „Blau- Weiß". Fahrtenzettel. Für die Mädchen: 11. April. 1. Zug. Treffpunkt 8 Uhr Isartalbahnhof. Ebenhausen. Kosten 60 Pf. 2. Zug. Treffpunkt 7.45 Uhr Starnberger Bahnhof. Pasing- Puchheim. Kosten 25 Pf. 3. Zug. Treffpunkt 8.30 Uhr Max-Monument. Haar. Kosten 5 Pf. Für Buben. 11. April. 1. und 2. Zug 1.45 Uhr Starnberger Bahnhof. Gräfelfing-Forsthaus Kastein-Fürstenried. Kosten 30 Pf. Heimabende für Mädchen. 14. April. Zug 3: 4.30 Uhr, Zug 2: 6 Uhr, Zug 1: 8 Uhr. Zugleich Sprechstunde. Für Buben: 12. April 7.30 Uhr. München. In der nächsten Sonntagnachmittag-Vorstellung des Münchner Volksthcaters spielt Herr Arnold Marie wiederum den Shylock. München. Verein Bne Jehuda. Samstag, 10. April: Diskussionsabend. Thema: Der Krieg und die Ostjuden. Referent: S. Monheit. Hotel Reichshof. Abends 9 Uhr. Bibliothekstunde: Samstag halb 9—9 Uhr. Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. — Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erikastr. 6, für den Anzeigenteil: Chr. Lehmeyer, München.