Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 13 (2.4.1915)
- Date
- 1915-04-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Ängelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. I ^^^^S^\\WI////yyCy^y>C^ FÜ '• rT~~ ü-1 Bezug: Durch die Postanstalten oder £ n z c 1 * c ":., D" viergespaltene den Verlag. — Bezuesnreiv J^^S^S^^Av/ V//^^^^^^ Nonpareille - Zeile oder deren Raum Viertel). M. 1.-, Halbj. M. Ganzi' ^^^^^r/ X/il^^S^ £ PL,r Bei Wiederholungen Rabatt. - M.4.—, Einzelnummer 10 Pf.-Verla? "^^V^'VY^---- Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf.- „des Jüdischen Echos" : München, Her- " -^^Al 1 ^/Y^S^^— Snuigenannahme : Verlag „des zog Maxstr.4.- Redaktion: Norbert 'Z^E^^ß* /^jS^T^^T fr * JC ' MunclT' Heßrnz0°üg We.dler^ünchen-Solln, Erikastraße 6. r^^fc^^^T | ^ff^^ft j 2. Äpril 1915__München / 2. Jahrgang Nummer 13 1915 Wochenkalender (5675) njnn Äpril Nisan p\3 rran n3t£> Gottesd.: Samstag 3 19 Morgens Haupsyn. 8'/2 Herzog Rud.-Str. 7V2 Sabbath-Äusgang 7.25 Sonntag 4 20 Festanfang: Hauptsynagoge 6V4 Herzog Rud.-Str. bll2 Montag 5 21 HDD '1 DV Morgeng.: Hauptsynagoge S.00 Herzog Rud.-Str. 7»/4 Äbendgottesdienst: Hauptsynagoge 6l/2 Herzog Rud.-Str. 7l/2 Dienstag 6 22 nDD Tl ÜV Morgeng.: Hauptsynagoge 8'<2 Herzog Rud.-Str. 71/« Festesausgang: Hauptsynagoge 7Vi Herzog Rud.-Str. 7'/2 Mittwoch 7 23 Donnerstag 8 24 Freitag 9 25 Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 6 Vi Herzog Rud.-Str. 63/4 Inhalt: Versteigerung des fiaifaer Techni- * kums. — Im Schutze des Burgfriedens. — Dr. Heinrich Schwab: Die Haggadah von Sarajewo. — Eiserne Kreuze. — J. Lipper: Lehren des Krieges. — Die jüdisch-belgische Kolonie in London. — Franz Werfel: Ein Ulan. — Klabund: Der Pogrom. — Börries, Freiherr von Münchhausen: Passah. — Welt-, Gemeinden-Echo usw. Versteigerung des Haifaer Jüdischen Technikums Am Mittwoch, den 24. März, hat die öffentliche Versteigerung des Haifaer Jüdischen Technikums in Berlin stattgefunden. Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat das Institut für 225 000 Mark erworben. Von anderer Seite wurde ein Gebot nicht abgegeben. Am, 31. Dezember war der Konkurs auf Antrag des Hilfsvereins eröffnet worden. Den 892 000 M. Passiva standen angeblich 284 000 M. Aktiva gegenüber. Das Gebäude, welches rund eine Million Mark gekostet hat, war in der Bilanz mit nur 150 000 M. bewertet worden. Die Begründung hierfür hat sich in der drohenden Gefahr einer Beschießung Haifas durch feindliche Kriegsschiffe finden lassen. Die Passiva setzten sich hauptsächlich aus verschiedenen Darlehen des Hilfsvereins, respektive der mit ihm in Verbindung stehenden Stiftungen zusammen. Während nämlich die amerikanischen Beiträge (u. a. die 420 000 M. des Herrn Jakob Schiff) und die Gründungsstiftung des Hauses Wissotzky in Höhe von 215 000 M. als Schenkungen gebucht worden waren, und der Jüdische Nationalfonds seine zur Erwerbung des Bodens geleistete Schenkung seinen Statuten gemäß als unkündbares Darlehen gegeben hatte, hat der Hilfsverein die der Cohn-Oppenheimerschen Stiftung entstammenden 300 000 M. und hat Herr James Simon seine 100 000 M. dem Technikum nur darlehensweise zur Verfügung gestellt. Diese Darlehen in Höhe von 400 000 M. machte der Hilfsverein als Konkursforderung geltend. Dr. Paul Nathan und Dr. James Simon vertraten ferner als Geschäftsführer der vom Hause Wissotzky gegründeten „Haifa-Internat- G. m. b. H." auch deren Vermögen in Höhe von 215 000 M. als Konkursforderung. Die Passiva bestehen somit größtenteils aus Posten, die sich rechtlich zwar als Konkursforderungen anmelden lassen, die aber tatsächlich den Charakter von Schenkungen getragen haben. Aus diesen Forderungen ist unter Ausnutzung von durch den Krieg geschaffenen juristischen Möglichkeiten eine buchmäßige Ueberschuldung konstruiert worden. Die angeblich notwendige Einstellung der Zahlungen ist ebenso unbegründet. 80 000 M. fällige und dringende Verpflichtungen sollten insgesamt vorhanden sein. Auch diese Summe ist erheblich zu hoch angenommen worden. Es ist im übrigen schwer einzusehen, daß das tatsächliche Vorhandensein von 80 000 M. fälliger Verpflichtungen für die Herren Dr. Nathan und Simon den Konkursantrag über das Millioneninstitut des Technikums absolut unvermeidlich gemacht hat.