Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 10 (12.3.1915)
- Date
- 1915-03-12
- Page
- Seite 84 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Das Jüdische Echo Nr. 10 unnötiger werden. Denn der westeuropäische, in christlichen Schulen erzogene Jude würde umsomehr zum Austritt aus jeder Kirche neigen, je weniger die konfessionslosen Atheisten Belästigungen von Staat und Gesellschaft ausgesetzt sind. Und da der Agnostizismus des Verfassers Trumpf ist, „wozu dann die Taufe?"____ Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München, Westenriederstraße 4/i. Telephon 23 804. Zeitungs-Echo Der Vortragsabend Arnold Maries fand bei der Münchener Tagespresse eine sehr günstige Aufnahme. Der Referent der „München-AugsburgerAbendzeitung" schreibt darüber am 5. März: Im Saale des Edenhotels veranstaltete die Zeitschrift „Das Jüdische Echo" einen literarischen Abend zugunsten des Palästina-Hilfswerkes, an dem der Regisseur am Münchener Volkstheater Arnold Marie jüdische Dichtungen vortrug. Der künstlerische Ernst, der Marie als Schauspieler beseelt, zeichnete ihn auch als Rezitator aus und mit Recht überschüttete das sehr zahlreiche Publikum den Künstler nach jeder Nummer des Programms mit Beifallssalven. Die starke Innerlichkeit, vereint mit einer auffallend guten Sprechtechnik, befähigten Marie, den Stimmungsgehalt jeder der so verschiedenartigen Dichtungen auszuschöpfen. . . . Man darf dem „Jüdischen Echo" dankbar sein für die Veranstaltung dieses Abends, der starke Eindrücke hinterließ, und kann es begrüßen, wenn diese Zeitschrift fortfährt, weitere Kreise mit einer Literatur bekannt zu machen, die besser gekannt und gewürdigt zu werden verdient. Zugleich weckte der Abend den lebhaften Wunsch, dem so hochbegabten Herrn Marie öfters am Vortragstisch zu begegnen und — ihn recht bald im Münchener Volkstheater als Shylock sehen zu dürfen. Stückszimmer. Die an den Vortrag sich anschließende Diskussion wird für unsere Mitglieder besonders lehrreich sein. Gäste herzlich willkommen. München. Der bekannte Schriftsteller Dr. Kurt Ar am, Verfasser des Buches „Der Zar und seine Juden", einer der Mitgründer des „März" und jetziger Feuilleton-Redakteur des „Berliner Tageblattes", hält am Sonntag, den 14. März, in den Jahreszeiten einen Vortrag, den er „In russischer Gefangenschaft" betitelt. Dr. Kurt Aram wurde, auf einer Reise durch Rußland und die Türkei begriffen, bei Kriegsausbruch verhaftet und nach Sibirien verschickt. Dort sah er vier Monate lang mit eigenen Augen die Leiden der Unschuldigen, bis es ihm gelang, über Finnland zu entfliehen. Karten bei Schmid, Residenzstraße 7. Panorama International. Von Montag ab der zweite Cyklus vom Weltkrieg. 50 Originalaufnahmen, darunter ostpreuß. Flüchtlinge, Kavallerie auf dem Wege nach Lodz, Rast nach der Einnahme von Lodz, Straßenmarkt, das Judenviertel. Verlags-Echo Wir ersuchen höfl. die Bezieher unseres Blattes um rechtzeitige Einsendung des Bezugspreises für das zweite Vierteljahr, damit in der Zustellung keine unerwünschte Unterbrechung eintrete. Geschäfts-Echo Anzeigen-Echo Grand Hotel Savoy, Inhaber: Hauser & Ehrath, nunmehr Hotel „Der Reichsadle r", ist seit seinem im Juli erfolgten Umbau als Haus ersten Ranges zu bezeichnen. Sowohl die Räume für das Cafe als auch der neuerrichtete Palmengarten, die Reichsadlerbar, bieten durch ihre gediegene Ausstattung einen Aufenthaltsort, der schon beim ersten Besuche zum Wiederkommen einladet. Daß Küche und Keller nur Erstklassiges bieten, braucht nicht weiter erwähnt zu werden. Daß natürlich auch das Hotel den neuzeitlichen weitestgehenden Ansprüchen in jeder Weise entspricht, ist selbstredend. Es kann Reisenden, die gerne in der Nähe des Bahnhofes und noch dazu in ruhiger Lage wohnen wollen, auf das wärmste empfohlen werden. Für Abhaltung von Familienfesten stehen geeignete Räume zur Verfügung. München. Jüdischer Turn- und Sportverein. Eigene Turnabende sind vorläufig nicht möglich, da die Turnhalle z. Z. mit Einquartierung belegt bleibt. Die Damen turnen während dieser Zeit mit der Damenabteilung des T. V. Jahn, Montag und Donnerstag abend von 8—9 Uhr in der höheren Mädchenschule, St. Annapl., Eingang Liebigstraße. — Bis auf weiteres finden jeden Mittwoch halb 9 Uhr im Hotel Reichshof, Sonnenstraße 15, gesellige Abende statt, bei denen Gäste willkommen sind. Sonntag, den 21. März: Nachmittagswanderung. Treffpunkt 3U2 Uhr. Bogenhauserbrücke, Föhring, Schleißheim. Tourenkleidung, Proviant mitbringen. J. R. München. Waiderbund „Blau-Weiß". Fahrtenzettel. Für M ä d c h e n : 14. März. 1. Zug 3Ä8 Uhr Hauptbahnhof, Mittelbau. Isartal. 30 Pf. 2. Zug. 1/s2 Uhr. Hofgartentor Galeriestr. Milbertshofen, Feldmoching 35 Pf. Für Buben: 1. u. 2. Zug. Vs2 Uhr Prinzregentenbrücke. Föhring-Schleißheim-Moosach. 25 Pf. H e i m a b e n d für Buben am 16. März, abends V28 Uhr. Führersitzung 18. März, abends 8 Uhr. München. Verein Bne-Jehudah. Am 13. März abends 9 Uhr pünktlich: Vortrag des Herrn Jakob Reich. Thema: „Das Programm der A s s i m i 1 a t i o n". Lokal: Hotel Reichshof, Früh- Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei München, Herzog Maxstr. 4. - Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldier München-Solln, Erikastr. 6, für den Anzeigenteil: Chr. Lehmeyer, München. Der erste Jahrgang des Jüdischen Echos ist noch, soweit der Vorrat reicht, erhältlich. Er enthält viele wertvolle Beiträge, die seine Anschaffung empfehlen. Zu den Mitarbeitern des ersten Jahrganges zählen u. a.: Mathias Ascher, Hermann Bahr, M. G. Conrad, Jonas Fränkel, Alfred Fred, Richard Huldschiner, Ricarda Huch, Max Nordau, Wilhelm Weigand, Arnold Zweig. Wir liefern den ersten Jahrgang gegen Voreinsendung des Betrages von eine Mark 20 Pf. portofrei