Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 6 (12.2.1915)
- Date
- 1915-02-12
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Das Jüdische Echo Vereins-Echo Berlin. Die Zion. Vereinig, für Deutschland hat in der Woche vom 1. bis 7. Februar, für welche Zeit von der Postbehörde Pakete im Gewicht bis 500 Gramm zugelassen waren, weitere 300 Liebesgabensendungen an jüdische Soldaten im Felde zur Versendung gebracht; die Hälfte dieser Pakete ging an solche Soldaten, die als bedürftig angegeben wurden. Insgesamt wurden bisher über 2000 Pakete ins Feld geschieht. Die vielen überaus herzlichen Danksagungen, die der Zionistischen Vereinigung für Deutschland täglich von der Front zugehen, beweisen, mit welch aufrichtiger Freude das Eintreffen der Liebesgabensendungen aufgenommen wird. Das Komitee, z. Hd. von Herrn Max Wollsteiner, Charlottenburg, Roscherstraße 5, nimmt auch weiterhin Adressen armer jüdischer Soldaten gern entgegen, da sich auch eine ganze Anzahl von Vereinigungen gemeldet hat, die an solche Adressen ebenfalls regelmäßig Liebesgaben absenden wollen. München. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur sprach Mittwoch, 10. Februar, Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu über den „Krieg im Lichte des jüdischen Schrifttums". Der Redner bewies an der Hand eines reichen Materials, daß der gegenwärtige Weltkrieg für die deutschen Juden ein milchemeth mizwoh, ein erlaubter, ja notwendiger Krieg sei. Die Versammlung dankte dem Redner durch herzlichen Beifall. Rabbiner Dr. Werner teilte am Schlüsse mit, daß der Verein bis zum Ende des Krieges keinen Vortragsabend mehr abhalten werde. München. Der „Jüdische Turn- und Sportverein" und der Verein „Bne Jehuda" veranstalteten gemeinschaftlich eine Chamischo-osorbischwat-Feier. Aus dem reichhaltigen Programm sind besonders die Rezitationen des Herrn Schauspielers Arnold Marie und das aus dem Manuskript vorgelesene Stimmungsbild „Das erste Briefchen" des Herrn Schriftstellers Josef Levy hervorzuheben. Nürnberg. In der diesjährigen Generalversammlung des Jüdischen Turn- und Sportvereins erstattete der 1. Vorsitzende, Herr Artur K ö r ö s i, den Tätigkeitsbericht, der von dem raschen Aufstieg des Vereins Zeugnis ablegte. Der Ausbruch des Weltkriegs hat wie überall so auch hier den Hemmschuh angelegt; trotzdem gelang es, die Mitgliederzahl auf der stattlichen Höhe der Gründungszeit, und den Turnbetrieb, wenn auch in eingeschränkter Weise, sowohl bei der Männerals bei der Frauenriege aufrecht zu halten. Aus dem Bericht ist weiter hervorzuheben, daß allen im Programm vorgesehenen Sparten des Turnens und des Sports eifrig Rechnung getragen -wurde. Es wurde wöchentlich zweimal geturnt und zwar bis zum Kriegsausbruch in den gemieteten Räumen des Männerturnvereins. Seit September finden die Turnstunden in einer von der Stadt entgegenkommend zur Verfügung gestellten Schulturnhalle statt. Die turnerische Leitung obliegt von Anfang an der tüchtigen Kraft des Turnlehrers Kretschmer. Besondere Ereignisse in der erstjährigen Geschichte des Vereins bildeten die erfolgreiche Beteiligung an dem Stafettenlauf des Nordbayer. Verbandes für Leichtathletik, ferner der im Juli erfolgte Anschluß an die Jüd. Turnerschaft. Auch die Geselligkeit und der Frohsinn sind durch zahlreiche Turnfahrten, Turnkneipen, gesellige Abende reichlich zu ihrem Rechte gelangt. Innere Schwierigkeiten und äußere Kämpfe hat der Verein würdevoll und siegreich überwunden und seine Daseinsberechtigung vollkommen erwiesen. Der Vorsitzende gedachte in warmen Worten der Gefallenen, insbesondere des unvergeßlichen Förderers der jüdischen Turnerbewegung, R.-A. Greifenhagen, sowie Max Kar'pf s, der hervorragend am Stafettenlauf beteiligt war. Der Vorsitzende ehrte das Andenken der teueren Toten in der üblichen Weise. Mit Worten des Grußes an unsere zahlreichen Turnbrüder im Felde, schloß der fesselnde Bericht. — In die Vorstandschaft wurden wiedergewählt: Artur Körösi, Kaufmann, 1. Vorsitzender; Willy Stern, Fabrikbes., 2. Vorsitzender; Max Jakoby, Kaufmann, Kassier; Nathan Kahn, Rpr., z. Zt. im Felde, Turnwart der Männer-Riege; ferner neu gewählt: B 1 u m e n t h a 1, Kaufmann, stellvertr. Turnwart für die Kriegsdauer; Hansi Friedmann, Turnwart d. Dam.-Riege; Benno Friedmann, Kaufmann, Beisitzer; Jettchen Karpf, Beisitzerin. Mit einem Appell zur unentwegten turnerischen Weiterarbeit schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Unsere Freunde, die im Westen, teils im Osten kämpfen, teils noch in der Heimat unter Waffen stehen, bekunden einmütig in Feldbriefen, wie sehr ihnen die turnerische Erziehung zu statten kommt. Wir hoffen inständig, wenn der Friedenstag angebrochen sein wird, sie vollzählig, gesund und munter wieder in die Reihen eintreten zu sehen. Paul Ordenstein. Literarisches Echo Jakob Hirschinger: Die Wohlfahrtseinrichtungen innerhalb der Israelitischen Kultusgemeinde in München. Verband der israelitischen Wohltätigkeits-Vereine und -Anstalten in München, Herzog Maxstr. 3. 1914. Klein Oktav. 60 Seiten. Gegen Ende des vergangenen Jahres erschien die genannte Broschüre, um allen Interessenten in kurzen Zügen die Wohlfahrtseinrichtungen der Münchener Gemeinde zu erklären und ihnen die Möglichkeit zu geben, auf Grund eigener Kenntnis eine Wahl unter den Instituten zu treffen, die mit Spenden oder Legaten bedacht werden könnten. Gleichzeitig ist hierdurch den Bedürftigen ein Fingerzeig gegeben, an welche Stelle sie sich zu wenden haben, um geeignete Hilfe zu erhalten. In der Broschüre sind 30 Vereine und 17 Stiftungen aufgeführt, sicherlich eine Zahl, die beweist, daß die Judenheit Münchens in charitativer Beziehung unter den deutschen Städten mit an erster Stelle steht.__J.F. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München. Westenriederstraße 4/i. Telephon 23 804. Anzeigen-Echo München. Verein Bne Jehuda. Samstag, 13. Februar 1915 Vortrag des Herrn Direktor Dr. J. Schönemann. Thema: Zeitgemäße Fragen. Vegetarisches Restaurant Helios, Sonnenstraße 28. Beginn 9 Uhr. Gästte willkommen. Nürnberg. Am 13. Februar hält Herr Jakob Reich aus München in der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth einen Vortrag über „Das Judenproblem und der Weltkrieg". Gäste, Damen und Herren, sind zu diesem eine wichtige und aktuelle Frage behandelnden Vortrag herzlich eingeladen. Lokal: Cafe Central I.Stock. Beginn: 8.45 Uhr abends. Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. — Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erlkastr. 6, für den Anzeigenteil: Chr. Lehmeyer, München.