Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1915-02-12 · 6 (12.2.1915) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
6 (12.2.1915)
Date
1915-02-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9102856-9114646--00215-9073042
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

'■■1% cho!» Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten mwmm 13 mm Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.-, Qanzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V er 1 a g „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weidler,München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 12. Februar 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 6 :"v ÜKtaftm f latzanwcS itfflti. T^akiboMcafcjuccwmm* MCfc S.TC ' . r: rf*«*** •er** Okto* |Wr *S 1915 Wochenkalcndcr (5675) njnn Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Febr. Schevath top 13 29 ' 14 30 Adar ■ns 15 i 16 2 17 3 18 4 19 5 □'•UStPÖ Neum.-Ankünd. D^pü^ntyiS Gottcsd. Morgens Haupsyn. 8V2- Herzog Rud.-Str. 7V2. Sabbath-Ausgang 61S. Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 5 3U. Herzog Rud.-Str. 5 72. Inhalt. N« W.: Zum Schekel-Aufruf der zio- * nistischen Leitung. — Aufruf des Engeren Actions-Comites der Zionistischen Organisation. — Zwei neue Herzlbilder. — Dr. Ludwig Wassermann: Das jüdische Vereinsleben in München. — Eiserne Kreuze, Beförderungen. — J. M.: Feldpostbrief. — Dr. Hermann Kadisch: Brief aus Österreich. — Russische Versprechungen. — Die Flucht der van Spandows, Novelle von Arnold Zweig. — Welt-, Vereinsu. Literarisches Echo. Zum Schekel-Äufruf der zionistischen Leitung Der Zionismus ist eine der größten und schönsten Tatsachen und ein tiefer Trost zugleich für alle, die gewillt sind, für die Hochziele der Kulturmenschheit ihre Kraft einzusetzen, ein Trost und ein Ansporn, nicht müde zu werden im Dienst der Ideale. Aus einem Brief Dr. M. G. Conrads vom 7. Februar 1915 an die Redaktion „des Jüdischen Echos". Der Krieg hat die Einnahmen der zionistischen Organisation wie die aller anderen, die auf den freiwilligen Leistungen ihrer Mitglieder aufgebaut sind, wesentlich geschmälert. Ihren ideellen Grundlagen vermochte er allerdings nichts anzuhaben. Es hat sich nichts ereignet, was zu einer Revision des zionistischen Gedankens führen müßte. Ganz im Gegenteil hat sich die Lage unseres Volkes so verschlechtert, daß eine gründliche Lösung der Judenfrage in zionistischem Sinne notwendiger denn je erscheint — wenn es dafür überhaupt noch eines Beweises bedürfte. Aber Drangsal und Elend sind nur Erscheinungen äußerer Natur, von denen vielleicht die Erfolge der Propaganda und damit das Tempo der zionistischen Arbeit begünstigt werden, die aber keinerlei Einfluß auf den Ideengehalt des Zionismus ausüben können. Denn er wird von seinen Anhängern als unabhängig von außerhalb ihrer selbst liegenden Erfahrungen jeder Art und jeden Grades empfunden, da er herausgeboren ist aus der Seele unseres Volkes, das sich nach Jahrtausende währenden Verfolgungen nach einem Ruheorte sehnt, wo es, seinen Traditionen folgend, als ebenbürtiges Glied der Menschheit an der Verwirklichung der höchsten Menschheitsideale mitwirken kann. Dieser tiefen Erfassung der zionistischen Ziele ist es zu verdanken, daß der zu Beginn des Krieges — wieder einmal — aufgetauchte Gedanke an ein Erlöschen des Zionismus ins Reich der Fabel zu verweisen ist. Die Erlebnisse des Krieges haben die Gesinnung unserer Jungmannschaft nicht zu verändern vermocht. Sie hat ihre Feuerprobe nicht nur im Kugelregen bestanden, sondern fühlt sich — wie viele Feldpostbriefe beweisen — in einer Zeit, wo sie stündlich der Tod überraschen kann, in Augenblicken, wo man die Rechnung seines Lebens macht, umso fester an das zionistische Ideal geschmiedet.*) Unter solchen Umständen darf der Zionismus, stolz auf seinen Nachwuchs, sich der Hoffnung überlassen, gestählt aus der Weltkrisis hervorzugehen. Bis zur Wiederkehr des Friedens befindet sich aber die Leitung in einer schwierigen Lage: der Ertrag des Schekels soll dazu dienen, die Organisation unversehrt zu erhalten. Darum gebührt dem Aufruf der Leitung in diesem Jahre eine er- *) So ist, um nur ein Beispiel aus allerletzter Zeit zu erwähnen, Anfang Februar dem Jüdischen Nationalfonds ein Betrag von M. 534.— überwiesen worden, der aus dem Vermächtnis des auf dem westlichen Kriegsschauplatz gefallenen deutschen Zionisten Bendix Cohn stammt. 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.