Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 5 (5.2.1915)
- Date
- 1915-02-05
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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u i)as Jüdische fecho N r. 5 Kundgebung des Ausschusses für Kriegsstatistik Unmittelbar nach Kriegsausbruch hat der Verband der deutschen Juden,-um die Teilnahme der Juden am Kriege zuverlässig festzustellen, an die jüdische Öffentlichkeit das Ersuchen gerichtet, ihm alle erforderlichen Mitteilungen zu machen. Ähnliche Maßnahmen sind von einer Reihe anderer Organisationen getroffen worden. Zwecks Zentralisierung dieser Bestrebungen wurde alsdann ein besonderer Ausschuß für Kriegsstatistik gebildet,- dem folgende jüdische Organisationen angehören: Verband der deutschen Juden. Bureau für Statistik der Juden. Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Deutsch-Israelitischer Gemeindebund. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Großloge für Deutschland U. 0. B. B. Kriegshilfsausschuß der Berliner Logen. Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Kartell-Convent. Kartell jüdischer Verbindungen . Da sich sowohl beim Verband der deutschen Juden, als auch bei den übrigen Körperschaften das Material immer mehr anhäufte, ergab sich die Notwendigkeit, ein einziges Bureau zu bilden, welchem die Fortführung und Ausgestaltung der bisherigen Arbeiten von dem erwähnten Ausschuß übertragen wurde. Dieses Bureau ist dem Bureau für Statistik der Juden angegliedert worden. Es sind daher in Zukunft alle zweckdienlichen Angaben an das Bureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, an der Spandauer- Brücke 15 zu richten; und zwar ergeht im Hinblick auf die große Bedeutung einer zuverlässigen Kriegsstatistik von neuem die dringende Bitte, sobald als möglich Namen und möglichste Angaben über alle Kriegsteilnehmer der genannten Stelle mitzuteilen und hierbei die Adressen derjenigen Personen zu vermerken, welche über die betreffenden Krieger genaue Auskunft erteilen können. Es stehen auch Formulare für derartige Mitteilungen beim genannten Bureau in beliebiger Anzahl zur Verfügung. Äufruf des jüdisch. Kriegsarchivs Der gegenwärtige Weltkrieg ist sicherlich ein Markstein auf dem Entwicklungswege der Menschheit. Auch wir Juden machen darin keine Ausnahme. Wir stehen vor großen Wendungen unseres Schicksals. Zum Guten oder zum Bösen, — je nachdem wir uns der Situation gewachsen zei- 1 gen oder nicht. Es kann kein Zweifel mehr sein, daß alle Feinde und Neider der Judenschaft emsig an der Arbeit . sind, um aus dem Kriege Material gegen uns zu sammeln und daß sofort nach dem Kriege eine alles Dagewesene überbietende Agitation gegen ' uns einsetzen wird. Die Anzeichen hiefür sind vorhanden, denn schon jetzt setzt eine, an die .niedrigsten Instinkte sich wendende Agitation ein. Dieser Gefahr gilt es begegnen. Und wir können es, weil wir uns in diesem Kriege über alle Erwartung hinaus bewährt haben. Nicht nur sind auf den Schlachtfeldern selbst hervorragende Leistungen von jüdischen Soldaten vollbracht worden, sondern es hat sich ganz besonders auch unsere rückhaltlose patriotische Treue als ein Faktor von wirklich staatserhaltendem Wert erwiesen. Aber die Tatsachen allein genügen nicht. Zu leicht entschwinden sie dem Gedächtnisse der Völker und Maßgebenden, umsomehr als unsere wühlenden Feinde darauf hinarbeiten, sie zu verdunkeln. Wir müssen sie daher für ewige Zeiten feststellen. Bis in die letzten Details müssen wir alle Vorkommnisse buchen, die unser Verhalten in diesem Kriege, sowie überhaupt gegen den Staat und das Verhalten aller Staatsfaktoren gegen uns betreffen. Mit einem Worte, wenn wir in.unserem Kampfe gegen das Übelwollen und für unser volles Recht gerüstet sein wollen, dann müssen wir das „Jüdische Kriegsarchiv" schaffen. Wir Gefertigte sind überzeugt, daß Ihr die Notwendigkeit dieser Gründung einseht und wir dürfen Jäher auch hoffen, daß Ihr uns helfen weidet, sie durchzuführen, fliezu benötigen wir vor allem Euren wertvollen Rat und gelegentlich für das Archiv bestimmte Mitteilungen. Aber wir erlauben uns auch darauf aufmerksam zu machen, daß eine Aufgabe, wie die oben geschilderte nicht ohne beträchtlichen Aufwand erfüllt werden kann. Es ist eine regelmäßige Amtsführung erforderlich, die sich auf dem ganzen weiten Gebiete der heutigen Ereignisse nichts entgehen lassen darf, was mit jüdischem Interesse zusammenhängt. Daher müssen wir Gefertigte an Eure Mithilfe auch nach der Richtung appellieren, daß Ihr Euch entschließt, zur Deckung der Kosten unserer Aktion beizutragen. Ihr könnt dies entweder als Stifter des Archivs tun, wenn Ihr eine einmalige Zuwendung macht, oder als Förderer in Form einer regelmäßig monatlichen Beitragsleistung für die Dauer des Archivbestandes. Zuschriften und Beitrittserklärungen sind zu richten an das „Jüdische Kriegsarchiv" Wien II, Zirkusgasse 33, Geldsendungen an das Bankhaus J. & A. Brecher, Wien IX, Peregringasse 1. Für das vorbereitende Komitee zur Anlegung des „Jüdischen Kriegsarchiv": Oberingenieur Robert Stricker, Vorstandsmitglied der Wiener isr. Kultusgemeinde, dz. Obmann. Dr. Nathan Birnbaum, dz. Archivleiter. Ludwig Batö, Börserat Adolf Brecher, Dr. Leopold Ehrlich, Dr. Erich Ritter von Kahler, Dr. Alfred Lanzer, Redakteur Julius Löwy, Dr. Isidor Margulies, Dr. Wilhelm Stein, Dr. H .Sussmann, k. k. Reichsratsrevisor Rudolf T a u s s i g , I. H. W a 11 u c h , Dr. F. W a s c h i t z , Dr. Paul Weisengrün. Eiserne Kreuze und andere Auszeichnungen. Nürnberg. Eisernes Kreuz. Dr. Dagobert Borchardt, Stabsarzt; Dr. med. B. Jacob; Dr. Ludw. Obermever, Oberarzt im 3. Feldart.-Regt.; Oskar Rosenfelder; Dr. Walter Berlin, Unteroffizier im 8. Feldart.-Regt., Sohn von Frau Wwe. Lina Berlin; Ludwig Goldschmidt, Einj.-Freiw.-Unteroffizier im bayer. 19. Inf.-Regt., Sohn des Hofrates und Mitglieds der Gemeindeverwaltung Dr. Ferdinand Goldschmidt; Hugo G u t m a n n , Vizewachtmeister im 6. Res.- Inf.-Regt; Willy Neu, Einj.-Freiw.-Gefr., Sohn des