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Das jüdische Echo · 1915-02-05 · 5 (5.2.1915) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
5 (5.2.1915)
Date
1915-02-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Bezugspreis: Viertelj. M. 1.—, Halbj. M. 2.—, Ganzj. M. 4.—, Einzelnummer 10 Pf. — V e r 1 a g „des Jüdischen Echos" : München, Herzog Maxstr.4. — Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erikastraße 6. Anzeigen: Die viergespaltene Nonpareille - Zeile oder deren Raum 25 Pf. — Bei Wiederholungen Rabatt.— Dieselbe für kleine Anzeigen 15 Pf. — Anzeigenannahme: Verlag „des Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstraße 4. Fernsprecher: 8099. Postscheckkonto: München 3987. 5. Februar 1915 München / 2. Jahrgang Nummer 5 1915 Wochenkalender (5675) Hjnn Febr. Schevath tozisr Samstag 6 22 Sonntag 7 23 Montag 8 24 Dienstag 9 25 Mittwoch 10 26 Donnerstag 11 27 Freitag 12 28 TUT Gottesdienste: Morgens Haupsyn. 8'/2. Herzog Rud.-Str. 7%. Sabbath-Ausgang 601. Sabbath-Eingang: Haupt - Synagoge 5'/4. Herzog Rud.-Str. 5V4- Inhalt: Nw» Jüdische Kriegsstatistik. — —— Kundgebung des Ausschusses für Kriegsstatistik. — Aufruf des Jüdischen Kriegsarchivs. — Eiserne Kreuze. — Feldrabbiner Dr. Arthur Levy: Zweiter Offener Brief an „The American Hebrew. — E. D. Colonna: Brief aus Italien. — Feuilleton: Die Flucht der van Spandow von Arnold Zweig. — Das Opfer, Sonett von Albert Michel. — Welt-, Zeitungs-, Qemeinden-Echo usw. Jüdische Kriegsstatistik Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß wir Juden so, wie es nachträglich, unter erschwerten Umständen und deshalb lückenhaft für die Kriege von 1813 und 1870/71 geschehen ist, dafür sorgen müssen, den Anteil festzustellen, den unsere Gemeinschaft am gegenwärtigen Kriege nimmt. Für die rastlose Ausführung dieser Aufgabe sprechen heute weniger Gründe wissenschaftlicher Art als praktische Erwägungen. Sie sind darin zu erblicken, daß wir uns später in die Lage versetzt sehen werden, beileibe nichl zum Lobe unser selbst, sondern aus Notwehr auf unsere gesetzlichen und freiwiligen Opfer verweisen zu müssen. Das haben die deutschen Juden bald begriffen. Nicht lange nach Ausbruch des Krieges setzten allerorts die Bemühungen ein, das betreffende Material zu sammeln, wozu nicht zum geringsten Teil die jüdische Presse das Ihrige beisteuerte. Unter diesen Umständen war natürlich eine Zersplitterung und Duplizität der Arbeit unvermeidlich. Deshalb ist die nunmehr erzielte Vereinheitlichung in Deutschland, von der eine Zuschrift des „Bureaus für Statistik der Juden" zu berichten weiß, warm zu begrüßen. Auch in Österreich ist man — vorerst nur in nationalen Kreisen — zur Erkenntnis gekommen, daß mit der Schaffung eines „Jüdischen Kriegsarchivs" den drohenden, sich schon jetzt deutlich zeigenden Gefahren vorgebeugt werden müsse. Soll es aber bis zur Lösung nur eines Teiles seiner Aufgaben Bestand haben, dann bedarf es des Zusammenschlusses aller an einer jüdischen Kriegsstatistik interessierten Körperschaften Österreich-Ungarns nach dem Vorbild derer in Deutschland. Ist dies geschehen, dann würde es sich empfehlen, daß sich die beiden Institute in Wien und Berlin miteinander in Verbindung setzten, damit die Sammlung alles Materials, das die Beteiligung der Juden auf der Seite der Zentralmächte zu zeigen hat, möglichst vollkommen sei, daß eine Verständigung über die zu befolgenden Erhebungsmethoden erfolge und Doppelungen vermieden würden. Aber nicht nur aus organisatorischen Gründen muß man das Eingehen einer Arbeitsgemeinschaft der einander so verwandten Institute befürworten. Denn die deutsche und österreichisch-ungarische Judenschaft verbinden starke gemeinsame ideelle Interessen, ganz besonders aber die ihrer harrenden gleichartigen Sorgen. Wie die bisherigen Erfahrungen lehren, finden die Bestrebungen, die auf die Schaffung einer zuverlässigen jüdischen Kriegsstatistik in ihrem ganzen großen Umfange gerichtet sind, die verdiente Förderung der jüdischen Öffentlichkeit. Sie ist sich vollkommen darüber klar, daß damit eine unerläßliche Arbeit zu leisten ist, die später ihre Früchte zum Wohle aller tragen wird. Darum wird sie sicherlich mit Genugtuung von der Errichtung der beiden Archive hören. Möge sie ihnen auch in jeder Hinsicht Unterstützung angedeihen lassen! N.W.

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