Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 4 (29.1.1915)
- Date
- 1915-01-29
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Das Jüdische Echo Nr. 4 ordentlichen Lehrern erteilt. Nach Ablauf des ersten Schuljahres erwaib die Anstalt ein eigenes Gebäude. In den 50 Jahren wurden mehr als 400 Lehrer ausgebildet, welche in und außerhalb Deutschlands segensreich wirken. Die Gründungsbeiträge erbrachten in den ersten 2 Jahren nahezu 42 000 Mark, die Jahresbeiträge im ersten Jahre 7 800 Mark. Im Jahre 1884 wurde ein neues Gebäude bezogen; im Jahre 1898 wurde eine Pensions- und Witwenkasse errichtet, welche aber leider den an sie gestellten Anforderungen derzeit nicht entspricht. Die Ausgaben im Jahre 1913/14 betrugen ungefähr 38 000 Mark; das ~'ermögen, inklusive kleiner Stiftungen, 140 000 Mark. Im letzten Jahre besuchten 28 Schüler die Anstalt, welche vom Direktor, 4 ordentlichen und 5 außerordentlichen Lehrern geleitet wird. Unterricht, Wohnung und Beleuchtung wird für alle Schüler unentgeltlich gestellt; die Verköstigung wird nur von der Hälfte ganz bezahlt. Unter diesen Verhältnissen ist die Bitte sicher gerechtfertigt, daß weitere Kreise sich für die Unterstützung der Anstalt interessieren möchten; dies umsomehr als die letzte Jahresrechnung mit einem Fehlbetrag von 8000 Mark abschließt. J. F. Würzburg. Bei den am 22. Dezember stattgefundenen Wahlen zur Kultusgemeinde wurden gewählt: Em. Goldstein, Weinhändler; Salo Sachs, Privatier; Hch. Josef, Weinhändler; Nathan Stern, Kaufmann; Hermann Rosenthal, Kaufmann. Vereins-Echo Bamberg. Im Verein „F r a u e n w o h 1" sprach am 21. Januar Dr. phil. Elise Dosenheimer vor einem zahlreichen Publikum über „den Krieg und die Frau von heute". Sie berührte in ihrer Rede die Lage der Juden Rußlands und sprach mit bewegten Worten von dem Elend, das die jüdischen Massen der russischen Tyrannei verdankten. Man gewann den Eindruck, daß die Rednerin gerade hierüber der Zuhörerschar noch recht viel hätte sagen können, wenn dieser Punkt von dem Thema des Abends nicht zu weit weggeführt hätte. E.G. Frankfurt a. M. Aus dem Bureau der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" wird uns geschrieben: „Wir haben eine Kommission zur Prüfung der Frage eingesetzt, in welcher Weise die Versorgung der im Felde stehenden gesetzestreuen jüdischen Soldaten mit erlaubten Nahrungsmitteln am bevorstehenden Passahfeste, insbesondere der Ersatz des Brotes, bewerkstelligt werden könne. Die Kommission bittet jetzt schon um Angabe der Adressen derjenigen Soldaten, denen die möglichste Vermeidung des Issur Chomez Gewissenssache ist." Die Freie Vereinigung erläßt auch die Bitte, ihr entbehrliche Tefiiiin für Kriegsgefangene zu Verfügung zu stellen. Alle Zuschriften auch etwaige Anregungen und Sendungen wolle man an das Bureau der „Freien Vereinigung, Frankfurt, Schützenstr. 14," richten. München. Am Sonntag, den 20. Dezember versammelte sich ein sehr zahlreiches Publikum in den Sälen der Münchner Loge zum Chanukkah- Kinderfest des Jüdischen Wanderbundes „Blau- Weiß". Den Reigen des großen Programms eröffnete ein Klavierstück, dann folgte eine Ansprache eines Mädchens an die Kinder des „Blau- Weiß" und der Dank an die Führerschaft. Das Märchenspiel von Hugo Levy wurde sehr nett wiedergegeben; besonders das kleine Fritzchen, Dora Fränkel, machte seine Sache sehr gut. Ein von allen (120) Kindern frisch gesungenes Wanderbundlied ertönte hell und kräftig durch den Saal. Den Schluß des 1. Teils bildete ein Kriegsschlaflied, das von G r e 11 Dreifuß sehr nett vorgetragen wurde. In der Pause wurde Tee und Gebäck verabreicht und die Lose fanden schnell ihre Abnehmer. Nun kam ein kleines Konzert von zwei Guitarren, einer Mandoline, einer Geige; darauf folgte ein 2stimmiger Gesang, wohl die beste Darbietung der Veranstaltung. Lebende Bilder führten uns ein wenig in das Tun und Treiben des Wanderbundes ejn. Die fleißigsten Wanderer erhielten von der Führerschaft ein kleines jüdisches Werk. Das wohlgelungene Fest zeigte uns, daß der Verein im Lauf des ersten Jahres (gegr. Nov. 13) ein zahlreiches Völkchen zusammengebracht hat und die Kinder mit großer Liebe und Verehrung an ihrer Führerschaft hängen. Henny Feuchtwanger. Verlags-Echo Wir machen unsere geschätzten Leser, die Probenummern erhalten, darauf aufmerksam, daß „das Jüdische Echo" bei der Post auch für Februar und März bestellt werden kann. Bei direkter Bestellung liefern wir die seit Januar erschienenen Nummern kostenlos nach. Geschäfts-Echo Die in den Kammerlichtspielen in München, Kaufingerstr. 28, vorgeführten Films bieten das Beste, was die deutsche Filmindustrie auf den Markt bringt. Insbesondere wird den allwöchentlich neu vorgeführten Kriegsbildern ein ungemein reges Interesse entgegengebracht und nicht nur in kleineren Kreisen, denn wiederholt wurde das Theater von den Mitgliedern unseres Königshauses besucht. Das Panorama International, Kaufingerstr. 31, zeigt jede Woche eine andeie Serie von Bildern derjenigen Gegenden, die zurzeit im Vordergrunde des Interesses stehen. Durch die ruhige, plastische Art, in der die Bilder durch das Stereoskop zu sehen sind, wird dieses Institut stets seine Stellung neben den Kinematographen behaupten. ^wo\& Bouillon Suppen Saucen Suppenwürze für LIEBESGABEN am besten geeignet, Verkaufsstellen-Nachweis durch die Rotti-G. m. b. H., München. Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. — Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldler, München-Solln, Erikastr. 6, für den Anzeigenteil; Chr. Lehmeyer, München.