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Das jüdische Echo · 1915-01-15 · 2 (15.1.1915) · p. Seite 15

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
2 (15.1.1915)
Date
1915-01-15
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 15 Chanukkah im Feindesland Cambrai, 14. Dez. 1914. Eine Schar von 12 jüdischen Soldaten versammelte sich gestern Nachmittag im Quartier des freiwilligen Krankenpflegers Herrn Dr. phil. Adolf Frankel aus München zur festlichen Begehung des Weühefestes . Nachdem Mincha und Maariv gebetet und das Chanukkahlicht entzündet war, hielt Herr Dr. Fränkel eine kleine Ansprache: „Bedrückt und von der schrecklichen Macht des Antiochus Epiphanes gezwungen", so führte er ungefähr aus, „hatte das jüdische Volk schon einen großen Teil seiner Gläubigen an das Heidentum verloren, war es schon fast vollständig seiner Selbständigkeit beraubt. Da stand in einem kleinen Dorfe eine Familie auf, die Familie der Makkabäer, welche, gefolgt von einer kleinen Schar jüdischer Getreuer, in heiligem Zorne sich wider die Bedrücker erhob und sie zu Boden streckte. Es fehlt nicht an Analogien zwischen damals und heute. Wieder hat sich eine Minorität erhoben gegen eine ungeheure Menge von Feinden; zur Wahrung ihrer heiligsten Güter haben Deutschland, Österreich und die Türkei zum Schwerte gegriffen. Und wieder wie damals, ist es nicht die erdrückende Masse, deren Waffen die Siege feiern, sondern die Begeisterung und der Wille, die Erhaltung ererbter Rechte gegen niedrige Gegner zu verteidigen". An die eindrucksvolle Rede schloß sich in der Sprache unserer Väter das Gebet für Kaiser, König und den endlichen vollkommenen Sieg unserer Waffen. Mit dem Absingen des „Moos zur jeschuosi" schloß die erhebende Feier. Doch war der Schluß des Gottesdienstes für uns noch nicht das Zeichen zum Aufbruch. Unser liebenswürdiger Feldgeistlicher bewirtete uns noch mit Schokolade, Zigarren, Zigaretten und allem möglichen Naschwerk. Ganz selbstverständlich wurde noch getrendelt. Sicher wird die kleine Chanukkahfeier jedem Teilnehmer für immer eine liebe Erinnerung aus dem Feldzug sein. Nm. Eiserne Kreuze und andere Auszeichnungen4) Nürnberg-Fürth. Den bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern und das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Rechtsanwalt Leopold Neu burger, Oberleutnant d. Res. im 15. Inf.- Reg. Das Eiserne Kreuz erwarben sich: Theodor Frank, Oberleutnant im 6. bayer. Feld- Art.-Regt.; Max Lorch, Einj.-Freiw.-Unteroff. im 10. bayer. Feld-Art.-Regt.; Rechtspraktikant und Offiziersstellvertr. Dr. Leo Landenberger; Gustav Schloß, Leutn. d. R. im 14. bayer. Inf.-Regt.; Feldmagazininspektor Ernst Griesmann; Rechtsanwalt Dr. Levor, Vizefeldwebel beim 6. bayer. Landw.-Inf.-Regt.; Dr. Frankenau, Oberarzt d. R. im 1. bayer. Chev.- Regt.; Oberarzt d. R. Dr. Max Strauß im 12. bayer. Feldlazarett; Hans Glaser, Vizefeldwebel im 120. württemb. Landw.-Inf.-Regt.; Karl Putzel, Unteroff. im 7. bayer. Landw.-Regt.; Vizewachtmeiister Emil Fritedmann, Sohn des Kaufm. Emanuel Friedmann; Leopold Mayer vom 6. bayer. Inf.-Regt.; Ingenieur *) Die von uns übernommene Nachricht, daß Herr Dr. Max Kirschner das Eiserne Kreuz I. Klasse erhalten habe, erweist sich als irrig. Es wurde ihm, wie schon vor einiger Zeit berichtet, das II. Klasse verliehen. Leopold Heimann vom 6. bayer. Inf.-Regt.; Rechtspraktikant Robert Ottensooser, Leutnant d. R., und Kriegsfreiwilliger Kurt Ottensooser im 20. bayer. Res.-Inf.-Regt., Söhne des Bankiers Wilhelm Ottensooser; Robert B ing, Oberarzt und Regierungsarzt im 2. bayer. Chev.-Regt.; Fritz Heidenheimer, Unteroffizier d. R. im 3. brandenb. Fuß-Art.-Regt.; Julius Lauer Unteroffizier d. Res. im 14. Inf.-Regt, Sohn des Hopfenhändlers D. Lauer; Dr. Fritz Uli mann, Prof. a. d. Techn. Hochschule in Charlottenburg, Mitglied des Freiw. Automobilkorps; Amtsrichter Joseph Hesselbe r g e r. flilL Bamberg. Die Jüdische Gesellschaft Resource hat ihre geräumigen Lokalitäten dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Das Lazarett wurde im November eröffnet. E. G. Hamburg. Aus der Hinterlassenschaft des Herrn Josef Kronheimer, über dessen Legate für München wir in Nr. 10 berichtet haben, hat dessen Bruder Julius Kronheimer in Hamburg 7500 M. jüdischen Anstalten überwiesen. Ferner wurden 7500 M. für eine neuzuerrichtende Stiftung bestimmt. München. Am 14. Dezember fanden in München die Neuwahlen für 20 austretende Mitglieder des Kollegiums d.er Gemein debevollmächtigten statt; zu diesen gehörte auch der einzige antisemitische Vertreter im Münchner Rathause. Bei der Neuwahl erhielt er von 974 269 Stimmen 35 054 Stimmen — eine Zahl, welche zur Wahl nicht genügte; somit ist die antisemitische Partei von der Gemeindeverwaltung, wo sie während der letzten neun Jahre vertreten war, ausgeschlossen. Bemerkenswert an dieser Gemeindewah 1 ist noch das Verhältnis der auf den Listen stehenden jüdischen Kandidaten. Nur auf den verbundenen Listen der Alt- und Neuliberalen stand je -ein Jude; merkwürdigerweise hatten beide so wenige Stimmen, daß der eine als sechster, der andere ebenfalls als sechster und letzter Ersatzmann gewählt wurde. J. F. HH y^^^l10""^!^! Nürnberg. Samstag, den 9. ds. Mts., veranstaltete die hiesige zionistische Ortsgruppe eine Gedenkfeier für David W o 1 f f s o h n. Die Gedenkrede hielt Herr Max Gorski, der u. a. folgendes ausführte: „Durch den Krieg hat das Hinscheiden Wolffsohns in der jüdischen und auch nichtjüdischen Welt weniger Beachtung gefunden, als dies sonst der Fall gewesen wäre. Wolffsohn wird in der Geschichte des jüdischen Volkes einen Ehrenplatz einnehmen. Es war ein großer Sohn unseres Volkes, ein Führer der jüdisch-nationalen Bewegung und eine überragende Persönlichkeit der zionistischen Organisation. Sein Lebensgang war hart und schwer. Vom Chederjungen entwickelte er sich zum Großkaufmann, vom Cigaretten verkaufenden Judenjungen zum Präsidenten der zionistischen Welt-

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