Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 11 (Nov. 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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130 Das Jüdische Echo Nr. 11 Völkerkonflikt hineingezogen ist, ist dieser Krieg im wahren Sinne des "Wortes ein Freiheitskrieg, ein Krieg zur Emanzipation von dem lästigen und drückenden französischen, englischen und insbesondere russischen Einfluß. Wenn es der Türkei gelingt, diese ihre Entwicklung hemmenden Einflüsse zu beseitigen — und es besteht kein Grund daran zu zweifeln — denn schon allein der Sieg Deutschlands würde für die Türken ein nicht hoch genug zu veranschlagender politischer und moralischer Erfolg bedeuten — so steht das Osmanenreich vor einer neuen Phase seiner Entwicklung. Es ist frei, es ist unabhängig geworden. Damit steht die Türkei vor der Aufgabe, die gewonnene politische Macht wirtschaftlich und kulturell sicherzustellen. Sie bedarf dazu geeignetes Menschenmaterial und das denkbar geeignetste würde sie durch eine starke jüdische Einwanderung gewinnen, die ihren Sammelpunkt in einer geschlossenen jüdischen Siedlung in Palästina hätte. Deutschland, der mächtigste Freund der Türkei, hätte ein doppeltes Interesse daran, diese Einwanderung zu fördern. Einmal um die nach Deutschland tendierende Wanderung der Juden Polens abzulenken, dann aber und dies ist sehr wesentlich, — weil die polnischen Juden rein sprachlich ein Element wären, das den Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zur Türkei hervorragend nützlich werden würde. Dies alles sollten keine Prophezeiungen sein, sondern lediglich Möglichkeiten zeigen. Aber, auch ohne allzu großen Optimismus darf man im Falle eines Sieges der deutschen Waffen für die jüdische Frage eine Hoffnung hegen. Die Interessen Deutschlands, der Türkei und die jüdischen Interessen fallen hier geradewegs in eine Linie zusammen; weshalb soll man da nicht an eine auch von uns halbwegs befriedigende Frage der Lösung glauben? J. S. Nürnberg Bei all dem regen Eifer, den alle Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung seit Ausbruch des Krieges im Dienste der Allgemeinheit an den Tag legen, macht sich allmählich auch das Bestreben bemerkbar, die Arbeit in den jüdischen Organisationen, wenn auch in beschränktem Umfange, wieder aufzunehmen. Am 28. Oktober 1. J. eröffnete die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth ihre Tätigkeit mit einer Mitgliederversammlung, in der Herr Zahnarzt Alexander Singer über „Die gegenwärtige Lage des Zionismus" sprach. Er wies insbesondere darauf hin, daß mehr als die Hälfte der gesamten Judenheit durch den Krieg direkt in Mitleidenschaft gezogen sei und daher der Entschluß der amerikanischen Juden auf Anregung Dr. Schemarjah Levins, des Mitglieds der E. A. C. der zionistischen Weltorganisation, die Sorge für die palästinensischen Institutionen zu übernehmen, aufs freundlichste zu begrüßen sei. An das Referat schloß sich eine sehr angeregte Diskussion an. Der Jüdische Turnverein Nürnberg, der seine Turnstunden weiter abhält, hat monatliche gesellige Zusammenkünfte eingerichtet, bei denen Referate über aktuelle jüdische Fragen gehalten werden. Bei dem ersten dieser Abende, am 4. November 1. J., besprach Herr Rechtsanwalt Max Stern „Die Stellung der Juden im gegenwärtigen Kriege". Die „Israelitische Gemeindebibliothek" hat für den 17. November einen Vortrag des Herrn Rab- |Neu eröffnet Cafe und Restauration Der Reichsadler! ■früh. Savoy a. Karlstor Ganz erstkl. Küche Civile Preise I iKünstler-Konzerte vu°nd t6u "Erl WIENER CAFE DEUTSCHES THEA TER j Anerkannt vorzüglicher Kaffee Aufmerksame Bedienung :: :: 1\/T IS C\ f-F KT früherer Besitzer des „Schloss-Caß! IVl. t\Uni\, Nymphenburg" CAFE Erstkl. Cafe P ARADE Ludwigstraße 4 ERSTES VEGETARISCHES RESTAURANT AM PLATZE! G'&" „THALYSIA" "SB* Besitzer: A. & E. S P E L T H A H N SChommerSlraße Nr. 14a, Parterre und I. Etage Renommierte Küche Reichhaltige Speisenkarte Alkoholfreie Getränke ammets== fLWfrleU Sornehmfteö u. befffrequenfierfetf &<xb<> HfTement t>er Ifteffbenj. XüqI von 2—11 abenbtf. <5alon*Drd?effer. 25e|f oentilierf. 3eben ©amgfag neueö Programm ftauftngerftr. 28 / Set. 400Z ©ettffdje* $(jeafer JHufent&attbrt OTun^Somt* lienpublifum* u.berjremben 6(htPüntba(er*Po(Toge — Set. 7882 Säsft'd? ofrenfrg 8 Uftr fforffeHutta Kleidersloile: Seidenstoffe: Sammle denkbar größte Auswahl weit unter regulärem Preis S. Eichengrün & Co., München Tel. 3164 Promenadepl. 15 I. u. II. Etage Tel. 3164