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Das jüdische Echo · 1914-11-01 · 11 (Nov. 1914) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
11 (Nov. 1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter'lur die jüdischen Angelegenheiten Erscheint vom 1. Januar 1915 an wöchentlich, fib onnementspreis bei wöchentlichem Erscheinen M. pro Vierteljahr. Einzelnummer 10 Pf. Expedition des „Jüdischen Echo" München, Herzog Maxstraße 4. Redaktion: München-Solln, Erikastr. 6. Nummer 11 /München/Nov. 1914 Anzeigen: Die 4gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 25 Pfg. Bei Wiederholungen Rabatt. —.---v Änzeigenannahme und Verlag: Buchdruckerei B. Heller, München, Herzog Maxstraße 4. Fernspr. 8099. Postscheck-Konto München Nr. 3987. An die Leser! Vielfach von unseren Lesern geäußerte Wünsche haben uns ver- Aarriphpritliph anlaßt, „Das Jüdische Echo" schon vom 1. Januar 1915 an VVU*^11 1 erscheinen zu lassen. Wenn wir uns also im Interesse der Sache trotz der schwierigen Zeit zu wöchentlicher Herausgabe einer als Bedürfnis empfundenen gediegenen jüdischen Zeitschrift für Bayern entschlossen haben, hoffen wir auch in den weitesten Kreisen auf die Unterstützung unserer Bemühungen rechnen zu können. Nähere Angaben über die Ausgestaltung unseres Wochenblattes erfolgen in der Dezembernummer. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich nur eine Mark. Bestellungen für die Zusendung unter Kreuzband bitten wir jetzt schon an den Verlag zu richten, die Postanstalten nehmen sie dagegen erst vom 17. Dezember an entgegen. Der Verlag des „Jüdischen Echos". Erhöhte Pflichten Die Haltung der Bevölkerung Deutschlands in diesen Tagen der Einmütigkeit, der allgemeinen Anstrengung, des allen gemeinsamen Willens zu vollem Siege ist eine Volkserhebung, wie sie großartiger und schöner nicht gedacht werden kann. Der uns aufgedrungene, unausweichliche Krieg hat seelische Kräfte ausgelöst und zur Entfaltung gebracht, als deren hervorstechendste und bedeutendste die Erhöhung des Pflichtgefühls gegenüber dem einzelnen und des einzelnen gegenüber der G esamtheit angesehen zu werden verdient. Richtet man seinen Blick auf das Ganze, dann verschwinden darin einige, wenn auch durch den Gegensatz umso unangenehmer auffallende Ausnahmeerscheinungen völlig in ihrer Bedeutungs- und Wirkungslosigkeit Nur muß man rechtzeitig dazu beitragen, daß sich hier uhd dort zeigende falsche Auffassungen, so gut sie gemeint sein mögen, nicht zum allgemeinen Schaden Boden gewinnen, sich ausbreiten. Fast alles Interesse vereinigt sich jetzt auf die durch den Krieg geschaffene Lage. Und sie erfordert und verschlingt auch so viel Energien, daß zur Mitarbeit nicht genug gebeten und nicht genug geschehen kann. Was aber nicht heißt, daß deshalb im Frieden geschaffene Werke kultureller Art dem Nieder- und Untergang preisgegeben werden dürfen. Worin zeigte sich denn der sittliche Wert des Volkes, wenn nur eine Verschiebung, ein Ausgleich und nicht eine Steigerung seiner Kraft festzustellen wäre? In dieser Hinsicht ist es peinlich beobachten zu müssen, daß gewissen Unternehmungen, die der langen Friedenszeit ihre Entstehung verdanken, nunmehr eine weit geringere Aufmerksamkeit geschenkt wird. So z. B. ist es, um nur einen krassen, uns bekannt gewordenen Fall herauszugreifen, nicht nur traurig, sondern unter Umständen katastrophal, wenn einem Verein, der sich zum Ziele gesetzt hat, das Los der Taubstummen oder Blinden zu lindern, von Mitgliedern die Beiträge vermindert oder entzogen werden mit der Begründung, daß „ge-

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