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Das jüdische Echo · 1914-04-01 · 4 (April 1914) · p. Seite 45

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
4 (April 1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 45 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 45 det, daß ein Volk immer nur seinen eigenen Spuren folgt. So ist denn auch die angebliche Wesensverschiedenheit zwischen Ost- und Westjuden keine solche, sondern nur ein Unterschied der kulturellen Entwicklung. Diesen aber gibt es — wie schon oben gesagt — in jedem Volke. Was hat z. B. der ostpreußische Junker Gemeinsames mit dem Bauer, der ihm das Land beackert, oder gar mit einem sozialdemokratischen Arbeiter? Was ein deutscher Professor mit seinem Diener? Die Unterschiede sind hier enorm, nicht nur im Gefühlsleben, sondern auch in allen anderen Lebensinteressen, sie bilden aber durchaus kein Hindernis für das Zusammenwirken aller Volkskräfte. Trennen können sie wohl den Menschen vom Menschen, nicht aber den Höherentwickelten von seinem Volke. Hier werden sie ausgeglichen und zwar dadurch, daß die geistige Oberschicht den Fortschritt in das Volk hineinträgt. Es geht also nicht an, dort eine psychologische Unmöglichkeit zu setzen, wo Tatsachen sie grell widerlegen. (Schluß folgt.) Gemeinden-Echo Missionsversuche in München. An einem der letzten Samstage wurde vor der Synagoge an der Herzog Maxstraße eine Flugschrift der „Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher" verteilt. Daß sie sich auf den ersten drei Seiten in jüdisch-deutscher Sprache an das Münchener Publikum wendet, zeugt von der großen Sachkenntnis, mit der hier die Missionare auf Seelenfang ausgehen. Auf der letzten Seite faselt ein Pastor Russell von der „Nahen Wiederherstellung des Volkes Israel", wobei er wiederholt des Zionismus, Max Nordaus, des Hamburger Kongresses usw. Erwähnung tut. Einige Einfältige glaubten wirklich, es handle sich um zionistische Propaganda. Schon deshalb schenkten sie den Blättern keine Beachtung. Ja, wenn die Mission in München mit dem Zionismus krebsen gehen will, wird sie schlechte Geschäfte machen. Bamberg. Das Rauschen der Stürme, die sich im öffentlichen jüdischen Leben Deutschlands entfesselten, hat sich in unserer Gemeinde kaum bemerkbar gemacht. Hier hat der Indifferentismus sein Zelt aufgeschlagen. Wie die Alten so sind auch die Jungen alles eher denn jüdisch gesinnt. Wenn man am Samstag in die Synagoge kommt, oder sonstin eine jüdische Versammlung — die nur selten und zwar vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur abgehalten wird — muß man mit Bedauern das Fehlen der jüdischen Jugend feststellen. Es kann uns daher nicht wundern, daß bei dieser Gleichgültigkeit sich keine Partei irgendeines moralischen Erfolges zu rühmen hat. Als sich vor mehreren Jahren einige Orthodoxe von der Gemeinde losgetrennt hatten, glaubte man, daß dies vielleicht den Ansporn zu einer geistigen Belebung geben w'erde. Auch diese Erwartung ging nicht in Erfüllung. Die Herren begnügten sich mit der Gründung eines besonderen Mijan, dessen dauernder Bestand noch keineswegs gesichert ist. Und als Herr Dr. Alfred N o s s i g im vergangenen Winter mit der Unterstützung hiesiger „Notabein" eine Versammlung der Ä.I.K.O. einberufen hatte, waren es trotz der gefärbten offiziellen Berichte doch kaum zehn Personen, die erschienen waren. So haben wir Zionisten ein schwieriges Feld vor uns. Wir haben dennoch die Hoffnung auf das Gedeihen unserer Arbeit nicht aufgegeben und glauben vertrauensvoll auf das Wiedererwachen der schlummernden Kräfte einer jeden jüdischen Seele. Heinrich Rom KQnigl. Bayer. Holoptiker Hofoptiker Sr. K. H. des Herzogs Siegfried in Bayern Spezialität: Plüsch- und Zylinderbüle München Residenzstr. 21 gegenüber der K. Residenz ^'"ndermarkt 15-25 Prozent Ersparnis erzielen Sie, wenn Sie bei uns Ihren Bedarf an Schuhwaren decken. Durch Ersparnis hoher Spesen u. direkten Änschluß an erste Häuser der Schuh-Industrie, liefern wir die verhältnismäßig besten Schuhwaren um ca. 15—25°/0billigcr als die Ladengeschäfte. Verlangen Sie illustr. Prachtkatalog Nr. 1 gratis. Bottina Schuh-Gesellschaft Kaufingerstr. 281. b.H. 19 I Meine "V mm* S gj |> gm. m mit und modernen ■ WM I % m\ 13 ■ ohne Rand sind elegant u. solid, sitzen sicher u. bequem, werden genau den Gesichtsverhältnissen angepasst, mit hellsten und härtesten Kristallgläsern in allen Schleifarten auch nach ärztl. Vorschrift in meiner Werkstatt gewissenhaft versehen. Billige Preise. '3 Braune Rabattmarken. LTROPLÜWITZ I 0 * . * flO Silber war en Marcus Levinger München,Rindermarkt13 Großes Lager in TRFELBESTECKEN TRFELGERflTE in den neuest. Mustern j Billigste Preise! Albert Mechlowitz Sonnenstrasse 19 München Telefonruf 50641 Maßanfertigung moderner Herren Garderoben Ständiges Lager guter deutscher u. englischer Stoffe

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