Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 43 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 48 JMo.6j Ä."S. sr&iga ilab 5 kh , "'"Herstt Säst Und A Un:i% Ättä?* SSäs > u"d Verkauf U te/sJES t'nlösung n ümISb j' 1»00 - •■""■usianais . '""8 (einschl. 1 >e Aufbewahrung, ■ V. rsichcrun81 1 e d" Auslosung - 'n ,S*fes» zur Aufben Wsr—■ J neyesten Erfahr««»« ter deren sesetzl. Haftbarkeit. ARADE Ludwigstraße 4 R. TER- ONflT Za.B.i07 JGflRTEN s« '* *fifi U*Ä$ Sefe [. m sö^fi i »s^ Obff <n^e Mf^W^..... ..... ..... möglich sei, während die Bedingungen dafür bei den Westjuden schon heute die günstigsten seien. Die Assimilation, die also nur für die Westjudeu gilt, und, da nicht alle von ihnen sie erstreben, nur für einen Teil derselben, soll trotzdem als „einzige mögliche und sichere Lösung" der Judenfrage anerkannt werden, abgesehen davon, daß sie die Masse der Juden im Osten garnicht berührt. In Erkenntnis dieses Widerspruchs kommen die Verfasser schließlich denn auch zu dem Schluß, daß für die Ostjuden überhaupt noch kein Weg zur Erlösung aus ihrer bedrückten Lage gefunden sei. Denn Seite 80 heißt es: „Wir sind der Ueberzeugung: Daß die Westiudenfrage auf dem Wege der Assimilation, und nur auf diesem Wege gelöst werden kann. Daß für die Ostjudenfrage heute eine Lösung noch nicht gefunden ist: daß Siedelungen in Palästina, sofern sie unter Zurückdrängung westjüdischer Unternehmer geschehen, Erleichterungen vielleicht bringen können, und daß es jedenfalls zu den vornehmsten Aufgaben der kultivierten Menschheit gehört, an der Beseitigung dieses Elends selbstlos mitzuarbeiten." Worin diese selbstlose Arbeit der Menschheit an der Befreiung der Ostjuden aus ihrer bedrängten Lage bestehen, bezw. welch neuer Weg positiver Art zur Lösung dieses Problems eingeschlagen werden soll, darüber schweigen sich die Verfasser aus. Ein zweiter, und wie die Verfasser betonen, ganz besonders wichtiger Grund gegen den Zionismus, sei die angebliche Art- und Wesensverschiedenheit der Ost- und Westjuden, eine Wesensverschiedenheit, die es psychologisch unmöglich machen würde, daß die Westjuden mit ihren Brüdern aus dem Osten zusammenleben und jemals gemeinsame Interessen haben könnten. Die westeuropäische Kultur habe den deutschen Juden*) zu einem dem Ostjuden verschiedenen Menschen gemacht. Das Fühlen und Denken der Ostjuden sei den Westjuden fremd, ja manches an jenen erscheine diesem abstoßend. Zwar habe der deutsche Jude auch noch etwas von jüdischer Art in sich, aber dies seien nur noch Rudimente, die, anstatt sie zu erhalten oder gar durch Berührung und Mischung mit den Ostjuden zu verstärken, eliminiert werden sollten. Die Wesensverschiedenheit aber hätten deutsches Milieu und deutsche Kultur zustande gebracht; sie hätten aus dem deutschen Juden einen Deutschen oder einen Juden deutscher Nation gemacht. Da die Scheidewand zwischen Ost- und Westiuden eine durch fremde Kultur erworbene Art- und Wesensverschiedenheit sein soll, so ist es wichtig nachzuprüfen, ob eine solche Annahme den Tatsachen entspricht. Zur größeren Deutlichkeit sei festgestellt, daß Unkultur und primitive Kultur zwei entgegengesetzte Begriffe sind. Diese enthält die Möglichkeit der Entwicklung in sich, jene aber nicht. Darum kann von Unkultur nur von jenem Volke gesprochen werden, welches, wie etwa die Neger, keine qualitativen Eigenschaften besitzt. Alle entwicklungsfähigen Völker besitzen Kultur, die, nach der jeweiligen Entwicklungsstufe, auf der ein Volk steht, tiefere und höhere Grade der Formen aufweist. Je unentwickelter ein Volkist, desto primitiver ist seine Kultur.. Aber auch innerhalb eines hochentwickelten, auf kultureller Höhe stehenden Volkes, gibt es eine Volksschicht, deren Fühlen und Denken sich dem Zustand primitiver Kultur nähert. Diese unentwickelte Masse ist der Gesamtheit eines Volkes notwendig, denn sie *) Wir wollen hier der Kürze halber die deutschen Verhältnisse im Auge behalten; was für diese gilt, gilt auch für diejenigen der andern Völker. Soeben erschienen: Ctiad Gadjfl das Pessach- M Herausgegeben von Hugo Herrmann Auswahl aus dem gesamten jüdischen Schrifttum : Bibel, Hagadah, Talmud, Midrasch, Pessach - Sitten, -Spiele und -Gebräuche, ernste und humoristische Erzählungen. Gegen 50 Abbildungen nach altjüdischen Holzschnitten und Kupfern. Erstes Urteil: „Wir brauchen gute Volksbücher kulturgeschichtlichen Inhalts. Ein solches ist das neue Pessachbuch*" Blau-Weiss-Blätter. Preis a) steif broschiert M. 3.— b) Geschenkausgabe (Ganzleinen, Goldschnitt, bezogener Schutzkarton usw.) M. 5.- Kleine Geschichten ans der Bibel von Schalom Ä s c h Nach dem jiddischen Original bearbeitet von Dr. phil. Helene Sokolow. 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