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Das jüdische Echo · 1914-03-01 · 3 (März 1914) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
3 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Bayerische Blätter für die jüdischen Angelegenheiten Erscheint bis Herbst 1914 monatlich, dann wöchentlich. Äbonnementspreis bis L Okt. 60 Pf., ab f. Okt. f.— M. pro Vierteljahr. Einzelnummer 10 Pf. Expedition des „Jüdischen Echo" München, Herzog Maxstraße 4. -— Redaktion: München-Solln, Erikastr. 6 März 1914 München Nummer 3 Mit Kelle und Schwert Zwei Ereignisse, die in den vergangenen Monaten die jüdische Welt in scharf getrennte Lager schieden, haben uns gelehrt, daß wir jederzeit gewappnet dastehen müssen, wie einst die Arbeiter beim Wiederaufbau des jüdischen Nationalheiligtums: in der Linken die Kelle, in der Rechten das Schwert. Der Sprachenkampf, von dessen Ausgang eine entscheidende Wirkung auf die Entwicklung Palästinas zu erwarten war, ist zu Gunsten der hebräischen Sprache entschieden. Das Kuratorium des Technikums in Haifa einigte sich am 22. Februar, auf folgende Punkte: § 1. a) Gleich von Anfang an werden Mathematik und Physik in hebräischer Sprache unterrichtet; b) in neu abzuschließenden Verträgen mit Lehrern wird ein Passus aufgenommen, laut dem sie sich verpflichten,vier Jahre nach ihrer Anstellung das Hebräische zu beherrschen; c) nach dem Ablauf des ersten vierjährigen Kursus am Technikum wird das Kuratorium in Beratung treten, welche Gegenstände nach der derzeitigen Entwicklung der hebräischen Sprache und der hebräischen Unterrichtsmittel der hebräischen Sprache überwiesen werden können. § 2. Bei Anstellung von Lehrern müssen sämtliche Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses befragt werden. Die Entscheidung fällt mit Majorität. § 3. Ins Kuratorium werden anstatt der drei ausgeschiedenen Mitglieder drei andere Zionisten kooptiert, von denen zwei dem geschäftsführenden Ausschuß angehören. Mit diesen Beschlüssen wurde anerkannt, daß die Freunde des Hebräischen keine Forderungen erhoben hatten, die über das Maß des Zulässigen hinausgingen, da ihnen schließlich mehr zugestanden wurde, als sie ursprünglich verlangten. Jetzt tritt an uns die unabweisliche Pflicht heran, an dem Ausbau des jüdischen Technikums mitzuwirken und das auf hebräischer Grundlage errichtete Schulwerk in Palästina zu sichern.*) Der Friede ist geschlossen. Und es wäre müssig, in diesem Zeitpunkt auf den Gang der Auseinandersetzungen zurückzukommen. Dagegen verdient auch heute noch vom Ergebnis der zweiten Affäre, die weit über die Grenzen Deutschlands hinaus peinliches Aufsehen erregte, gesprochen zu werden als einem Zwiespalt, der nicht so bald aus unserem Gedächtnis schwinden wird. Die antizionistische Erklärung hat uns gerüstet gefunden. In ungefähr 80 Versammlungen im ganzen Reich haben wir Zionisten Protest erhoben gegen das Vorgehen unserer Gegner. Und wir können mit Genugtuung feststellen, daß alle jüdischen Kreise, die im politischen Kampf eine korrekte Haltung für notwendig erachten, den unlautern Angriff der Unterzeichner verurteilt haben. Es war auch kaum anzunehmen, daß wir nunmehr die Sympathien jener Kreise verlieren würden, deren Auge, ungetrübt von des Tages Gezänke, Entwicklungen zu entdecken vermag, die die Menschheit vorwärts führen. Wir haben uns an einige hervorragende Persönlichkeiten gewandt mit der Frage, welchen Eindruck sie von der ihnen aus den Tageszeitungen bekannten „Erklärung" und dem Sprachenstreit empfangen haben. Die Antworten, die daraufhin eingelaufen sind, beweisen deutlich die Hinfälligkeit der Behauptung, daß der Zionismus „uns in schroffen Gegensatz zu unseren christlichen deutschen Mitbürgern bringen müßte". *) Das A. G. erläßt neuerdings einen Aufruf zur Unterstützung des hebräischen Schulwerks. Bisher sind dafür an 200 000 M. eingegangen. Weitere Beiträge — auch in der Form von Jahresraten — sind zu senden an das Zionistische Zentral bureaU, Postscheckkonto Berlin 11619. Die Ausweise erfolgen in der „Welt", dem offiziellen Blatt der Organisation. Anzeigen: Die 4gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 25 Pfg. Bei Wiederholungen Rabatt, s—.—s Anzeigenannahme und Verlag': Buchdruckerei B. Heller, München, Herzog Maxstraße 4. Fernspr. 8099. Postscheck-Konto München Nr. 3987.

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