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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1929-01-01 · XVI (1929) · p. Seite 387

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XVI (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 387 (sequence 392)
Language
German
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IRI
…/9038125-9054582--2391-9055844
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Bereits im Jahre 1927 zerstörte die G. P. U. die Siedlungen des Hechaluz in Podolien. Die Siedlungen Kisseli, Michampol, Komarowzi, Simaki usw. wurden geschlossen und ihre Mitglieder aus ihnen entfernt. Dem „Hechaluz" verblieben so zwei Siedlungen: ,,Mischmar" in der Krim und „Bilu" in Weißrußland. . Unter den Mitgliedern von „Mischmar" fanden häufig Verhaftungen statt. Die Sowjetregierung machte es sich zur Aufgabe, das „Nest der Konterrevolution in der Maske der Kommune" (wie die Siedlung „Mischmar" in der Zeitung „Rote Krim" vom 12. 2. 29, genannt wurde), zu zerstören, und sie bediente sich aller Mittel, um die Siedlung zur Liquidierung aus sich heraus zu bringen. Fast alle 3—4 Monate wurde der aktivere Teil der Mitglieder der Siedlung verhaftet; außerdem wurde ihr der laufende Kredit versagt und die Banken begannen, wie auf Befehl von oben, die Siedlung zu drängen, ihnen die Anleihen zurückzuerstatten, die sie zur Zeit ihrer Gründung erhalten hatten. Schließlich wurde ihr verboten, andere Mitglieder aufzunehmen, als in den Listen der ,,Ozet", der kommunistischen Gesellschaft für jüdische Ansiedlung in Sowjetrußland, registrierte. Diese Verordnung berührte die Siedlung besonders, denn sie verurteilte sie zu langsamem Absterben» Als diese Verordnung herauskam, befanden sich in der Siedlung 70—80 Genossen (obwohl sie für 150 berechnet war), und es ist klar, daß diese nicht alle Arbeiten auszuführen imstande waren. Die Siedlung geht der Zerstörung entgegen. Zur selben Zeit wurden von der Regierung Versuche gemacht, in die Siedlung Gruppen des ,,Ozet" oder des „Komsomol" hineinzubringen, um sie von innen her zu zerstören. Rühmenswert ist die Standhaftigkeit und die Tapferkeit der Genossen, alle weigerten sich, in die Siedlung ein ihr fremdes Element aufzunehmen. Vor einiger Zeit reichten die Genossen der ,,Ozet" die Bitte ein, die Verfügung aufzuheben und ihr zu erlauben, Genossen nach ihrem Belieben aufzunehmen, weil sie für das Gelingen der Siedlung nur verantwortlich sein könnten, wenn die Zusammensetzung der Mitglieder den Bedürfnissen der Siedlung entspräche. Allein ihre Bitte wurde abgelehnt. Die Situation der Siedlung ,,Bilu" war ein wenig besser. Zwar wurden auch ihre Mitglieder verhaftet und nach Sibirien verschickt; allein der Siedlung wurde doch erlaubt, neue Mitglieder nach ihrem Belieben aufzunehmen, und das gab ihr die Möglichkeit, ein zentraler Punkt für die Berufsvorbereitung zu sein. In der letzten Zeit befanden sich dort 46 Genossen. Allein es scheint, daß die Sowjetregierung eingesehen hat, daß die Ghaluzbewegung nur mit stärkeren Mitteln ausgerottet werden könne. Mitte April dieses Jahres brachte sie mit Gewalt, trotz der Proteste der Genossen, eine Gruppe von Konsomolen in die Siedlung. Nach wenigen Tagen wurde den Genossen anbefohlen, unter Androhung von Verhaftung, binnen 24 Stunden die Siedlung zu verlassen, unter Hinzufügung, sie könnten in der Siedlung verbleiben, falls sie schriftlich ihren Abfall vom Zionismus ausdrücken würden. Selbstverständlich blieb keiner der Genossen am Orte, und so ging eine Siedlung zugrunde, die mehr als 3V2 Jahre bestand und unter großen finanziellen und seelischen Opfern gegründet worden war. -25 387

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