Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 344)
- Language
- German
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zum Teil von den jüdischen Gemeinden subventioniert. In Berlin hat die Gemeinde die Sprachschule übernommen. Yon besonderer Bedeutung waren die in den wichtigsten Ortsgruppen veranstalteten Kulturwochen, die zu einer fühlbaren Verstärkung des Interesses an der hebräischen Sprache führten. Der Geschäftsführende Ausschuß und die Gemeindekommission der Z. Y. f. D. sind die obersten Instanzen für die Leitung unserer jüdischen Gemeindepolitik. Grundlage der Gemeindepolitik ist ein im Jahre 1928 beschlossenes Programm, das für die gesamte Gemeindearbeit verbindlich ist. Wahlkompromisse bedürfen der Zustimmung der Gemeindekommission. Wir kämpfen in den Gemeinden vor allem für die Durchsetzung des Grundsatzes der Gleichberechtigung aller Juden, gleichgültig ob sie deutsche Staatsbürger sind oder nicht, für die Demokratisierung des jüdischen Lebens, für die jüdische Schule, für eine moderne jüdische Sozialpolitik. Ein erfreuliches Symptom ist die zunehmende Verknüpfung deutscher Zionisten mit Palästina. Ein verheißungsvoller Anfang ist die von Dr. Brünn gegründete Orangenpflanzungsgesellschaft. Durch privates Kapital sollen auch einige jüngere Siedler, die seit Jahren in Palästina arbeiten, mit Unterstützung der Z.V. f.D. angesiedelt werden. Die Einnahmen des Keren Hajessod betrugen in der Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 30. April 1929 M. 1.671 292. Die Eingänge des Keren Kajemeth Lejisrael beliefen sich in der gleichen Zeit auf M. 416 529.—. Neben den Aktionen für unsere zentralen Fonds wurden in Deutschland erhebliche Summen für den Palästina-Arbeiter-Fonds, die P. L. D. C, die Jüdische Waisenhilfe (Ben-Schemen), die Universität, für palästinensiche Frauenarbeit, für die Realschule in Haifa und für eine Reihe anderer palästinensischer Institutionen aufgebracht. Es darf aber nicht übersehen werden, daß diese zahlreichen Sondersammlungen eine ernste Gefahr für die Entwicklung des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod bilden. Die Hachscharäh in Deutschland wird durch den ,,Hechaluz" durchgeführt. Zurzeit sind etwa 450 Chaluzim und Chaluzoth in der beruflichen Ausbildung für Palästina. Die kulturelle Hachscharäh nimmt in der Tätigkeit des Hechaluz einen immer größeren Raum ein. Die hebräische Ausbildung wird überwacht und gefördert. Die allgemeine zionistische Durchbildung erfolgt in Seminaren, die in den größeren Chaluzzentren stattfinden. Durch das Stocken der Alij ah hat der Hechaluz wie überall eine schwere Krise durchgemacht, die sich in einem Aufhören des Nachwuchses und einem Abwandern vieler Chaluzim aus der Hachscharäh ausdrückte. Jedoch scheint die Arbeit des Hechaluz sich jetzt wieder zu befestigen. England. Die English Zionist Federation umfaßt 151 Vereine und Gruppen und zwar 31 Zionistische Vereine, 68 Synagogen-Vereine und 52 Friendly Societies (Bruder-Vereine). Außerdem arbeiten 60 Keren Hajessod Komitees mit der Zionistischen Organisation. Folgende Verbände sind der Organisation angeschlossen : Der Verband Zionistischer Frauen, mit 31 Vereinen; Der Verband Jungzionistischer Vereine mit 41 Vereinen; Die University Zionist Federation mit 11 Vereinen und einer Mitgliederzahl von 450 Studenten. 22* 339