Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 397 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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397 Unkenntnis oder aus Mangel an Mitteln, so wurden doch im Laufe der Zeit diese Fehler ausgeglichen. Schwieriger war die Frage dort, wo Oberwasser nicht vorhanden war und die Notwendigkeit bestand, in die Tiefe des Bodens zu dringen, um Wasser zu suchen. Viele Anstrengungen wurden vom KKL gemacht, um im westlichen Emek Jesreel — Afule- und Kischon-Block — Trinkwasser für die Siedler zu rinden. Man unternahm einige oberflächliche Bohrungen in den Siedlungen und man fand sogar kleine Mengen Wassers, von denen ein Teil in kurzer Zeit eintrocknete und die nur Enttäuschung brachten. Es ist kaum möglich die Mühsal der Siedler und den von ihnen erlittenen Schaden zu schildern, wie sie Jahre hindurch gezwungen waren, nach schwerster Tagesarbeit auf dem Felde mit ihren Viehherden kilometerweit umherzuschweifen, um ein wenig Wasser zur Befriedigung des Haus- und Viehbedarfes zu finden. Es bestand kein Zweifel, daß eine gründliche hydrologische und geologische Untersuchung uns in hohem Maße die Lösung der vor uns stehenden Probleme erleichtern und Klarheit schaffen konnte über die in Dunkel gehüllte Frage; können wir darauf hoffen, in den Tiefen der Erde Wasservorräte zu finden oder nicht? Derartig wissenschaftlich gebildete Kräfte waren anfangs in Palästina nicht vorhanden. Nach dem Kriege zwar brachte die Zionist Commission einen geologischen Fachmann aus Amerika ins Land, aber seine Zeit erlaubte ihm nicht auf Einzelheiten dieser Frage einzugehen, sondern er berührte alle auf der Tagesordnung stehenden Fragen nur in umfassender wissenschaftlicher Weise. In den letzten Jahren gelang es uns eine fachmännische Äußerung über die geologischen Schichtungen in den Tiefen des Bodens von Dr. Picard, dem Geologen der Hebräischen Universität sowie von Mr. Blake, dem geologischen Berater der Palästina-Regierung, zu erhalten. Diese Gutachten, die uns versicherten, daß Möglichkeiten zur Auffindung von Wasser vorhanden seien, vermochten etwas unsere Zweifel zu zerstreuen; zu unserem Bedauern aber gab es keine Möglichkeit, mit Tiefbohrungen zu beginnen, da die geeigneten Maschinen zur Durchdringung von Fels- und Basaltschichten in der Tiefe fehlten. Auch diese Hindernisse wurden dadurch überwunden, daß im Lande einige Bohrmaschinen aufgestellt, und daß auch aus dem Auslande Bohrmaschinen von hoher Qualität nach Palästina gebracht wurden. Es wurden auch Bohrungen an solchen Orten veranstaltet, an denen kein Wasser vorhanden war; Kerkur und Jawniel, und dort gab es gute Resultate. Man kann sich vorstellen, wie sich der gesamte Jischuw über dieses Ereignis freute, und ein Bohrungsfieber erfaßte alle dürren Winkel des Landes. Im Jahre 1933 kamen zwei Fachleute, Dr. Walter Stern und Dr. Löwenberg, nach Palästina, die versprachen, daß sie durch besondere Messungsmethoden die Tiefe der wasserführenden Schichten im Boden