Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 375 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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375 dem Emek Jesreel gebracht worden waren, gefiebert, aber sie alle überwanden die Krankheit leicht. Sie leisteten dem Fieber besseren Widerstand als die hier geborenen Kühe und die Kühe aus der holländischsyrischen Kreuzung. Diese Kühe sind auch während der ganzen Zeit an keinen anderen anstreckenden Krankheiten erkrankt, die sie selbst und die gesamten Viehbestände hätten gefährden können. Nach den weiten, bergigen Weideflächen der Schweiz gewöhnten sie sich sehr gut an die hier eingeführte Ernährungsmethode, und es ist festzustellen, daß ihr Appetit derart entwickelt ist, daß sie in der Zeit der höchsten Fiebertemperaturen nicht zu fressen aufhörten, was ihnen selbstverständlich außerordentlich bei der Überwindung der Krankheit zu Hilfe kam. Der bei 45 Kühen festgestellte Durchschnittsertrag betrug 3720 Liter, der Maximalertrag 6500 Liter und der Minimalertrag 2800 Liter. Die Melkperiode dauert zwischen 250—360 Tagen. Der Fettgehalt der Milch schwankt zwischen 4,3 und 3,8 Prozent. Die Kälber dieser Kühe zeichnen sich durch eine recht gute Entwicklung aus. Auch jene Kälber, die schon aus der Kreuzung mit holländischen Stieren stammen, sind in gutem Zustande; dennoch scheint es erwünschter zu sein, auf die Reinhaltung der Rasse zu achten und sie nicht zu vermischen. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der erste Versuch Grund zur Annahme gibt, daß die Schweizer Kühe die Unbilden des palästinensischen Klimas überstehen. Der Durchschnittsertrag ist ein guter, die Kuh ist leicht zu behandeln, und es lohnt sich, weiterhin Importversuche zu machen, jedoch nicht mit zu großen Mengen sowie unter der Voraussetzung, daß der Preis nicht über den des ersten Transportes hinaus steigt. 6. Die Rentabilität der Milchwirtschaft. Die Einkünfte aus der Rinderzucht setzen sich zusammen aus den Einnahmen des Milchverkaufs, des Verkaufs von Kühen als Schlachtvieh, aus Kälbergeburten und aus Dünger. Bisher kann man nur von der Milch als einer Quelle bedeutenderer Bareinnahmen sprechen, weil der Dünger für die Futterkulturen und Weideländereien in der eigenen Wirtschaft verwandt wird. Der Verkauf von Schlachtvieh erfolgt in unseren Siedlungen gegenwärtig in den meisten Fällen wegen zu hohen Alters, Unfruchtbarkeit usw. Der Verkauf der Kälber ist in gewissem Ausmaße bereits in einigen Siedlungen eingeführt, wie z. B. Kfar Jecheskel, Merchawia, Balfouria, Nahalal, und die erzielten Preise bringen dem Züchter erheblichen Reingewinn. Jedoch ist der Verkauf der Kälber in den letzten zwei Jahren zurückgegangen, da eine große Neigung zur Vergrößerung der Milchwirtschaft besteht. So bleibt also nur die laufende und wesentlichste Einnähme aus der Milch. Insgesamt wurden in unseren Siedlungen im Jahre 5694 8,284.671 Liter Milch gewonnen, die eine Einnahme von insgesamt £P 113.084,330 erbrachten. In diesem Betrage ist auch die Milch enthalten, die für die eigenen Bedürfnisse und für die Kälberaufzucht verbraucht wurde. Der Durchschnittspreis für den Liter Milch, den der Siedler erhielt, betrug