Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 362 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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362 Die ersten Siedler konzentrierten sich anfänglich in den auf Böden des KKL errichteten Farmen. Standhaft widerstanden jene Wirtschaften den Unbilden der Natur, dem Druck der türkischen Regierung, Überfällen von Räuber- und Plündererbanden, dem Weltkrieg usw. So haben diese ersten Pioniere der Kolonisation mit ihrer Arbeit unter solchen Lebensbedingungen ein ruhmreiches Blatt im Buche der Geschichte der heutigen nationalen Kolonisation geschrieben. Nach Beendigung des Krieges und der Besetzung durch die Engländer kam gleichzeitig mit dem Strom der Einwanderer, der sich über das Land ergoß, auch ein Strom von Geldmitteln, der dem KKL ermöglichte, Bodenflächen für eine breite Ansiedlung zu erwerben, und der KH übernahm die Aufgabe, die erforderlichen Mittel für die Ansiedlung zu investieren. Und nun keimten und wuchsen neue Siedlungspunkte um die verstreuten und vereinzelten Farmbetriebe herum empor. Die in den Nationalfondsfarmen vorgebildeten Elemente bildeten den Kern für diese Siedlungen. Hand in Hand mit der kleinen Kwuzah entwickelte und kristallisierte sich die Idee der großen Kwuzah, deren Plan nicht nur Landwirtschaft, sondern auch die übrigen Wirtschaftszweige im Dorfe, der Stadt und in den handwerklichen Betrieben umfaßt. Und zu eben dieser Zeit wurden auch die Moschawe-Owdim geschaffen, die mehr auf individuellem Leben und Selbstarbeit in der Eigenwirtschaft beruhen. d) Die Ausbildung der Siedler für die Landwirtschaft: Gleichzeitig mit der Erweiterung des Siedlungswerkes ergab sich von selbst die Notwendigkeit, die einwandernden Chaluzelemente zu körperlicher Arbeit, speziell zur Landarbeit vorzubereiten. Die Pflanzungskolonien, die die Leiden der Kriegszeit von sich abschüttelten, begannen sich zu vergrößern. Die Pflanzungsflächen wuchsen mit Hilfe des Privatkapitals, es entstanden neue Siedlungspunkte, das Häuflein der Koloniearbeiter, die damals zur Zeit der Besetzung der neuen Böden, etwa 200 Seelen zählten, wuchs von Jahr zu Jahr. Auch in diesen Kolonien begann ein neuer Arbeitsgeist auf neuer Grundlage mit vollkommeneren Methoden sich zu regen, und der Arbeiter konnte dort die erste Ausbildung genießen, die für ihn als Übergangsstadium zur umfangreichen und vielseitigen Landwirtschaft, wie sie seine Ansiedlung erforderte, notwendig war. In hohem Maße halfen hierbei die Kolonien des Galil, die seit jeher als Plätze für die Beschäftigung jüdischer Arbeiter in Jahreslohn (Harathen), je nach der Größe und den Bedürfnissen der Wirtschaft, dienten. In der Mehrzahl der Kolonien kam zumindest ein jüdischer Harath auf jeden Kolonisten. Die Koloniearbeiter lebten zu einem Teile als Individuen, zumeist aber wurden in den Kolonien Hachscharah-Kibbuzim gebildet, und wir schufen gemeinsam mit dem Arbeitsdepartement die notwendigen Vorbedingungen, um ihnen das Leben in der Kolonie zu erleichtern;