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Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency · 1935-08-01 · 8.1935 · p. Seite 361

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Journal
Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
Volume
1935
Issue
8.1935
Date
1935-08-01
Page
Seite 361 (sequence 51)
Language
German
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36i Auslandsmarkte abhängig ist, und die nicht von jeder leichten Erschütterung des Wirtschaftlebens im In- und Auslande in ihren Fundamenten bedroht wird. In erster Reihe entstand die Frage der Schaffung einer Eigenversorgung des Siedlers für seine Familie und sein Vieh, so daß nur die überschüssigen Erträge zum Verkauf auf den Markt gesandt würden. Die Tendenz ging jedoch dahin, auch diese Überschüsse zu vergrößern, um den Markt mit nationaler Produktion zu versorgen. Wir haben das Prinzip der Selbstarbeit aufgestellt, und die auf den Siedler entfallende Bodenfläche wurde seiner und seiner Familie Arbeitskraft angepaßt, so daß die Notwendigkeit zur Beschäftigung auswärtiger Arbeiter entfiel, die mit erheblichen Kosten und der Ausbeutung von Arbeitskräften sowie häufig mit klassenkampfmäßigen Erscheinungen verknüpft war. c) Die Siedlungsform: Das für das Kolonisationswerk zur Verfügung stehende Menschenmaterial, das bereitwillig alle mit dem Aufbau des nationalen Siedlungswerkes verbundenen Leiden auf sich nahm, war zahlenmäßig gering, arm an Erfahrungen und stellte hohe kulturelle Anforderungen. Dieses Häuflein von Menschen war über die bestehenden Kolonien, im Ackerbau wie in der Pflanzungswirtschaft, verstreut. Sie begriffen, daß ihre Arbeitsmethoden andere sein müßten als die im Lande üblichen. Aber der Weg stand ihnen noch nicht klar vor Augen. Sie standen nicht nur vor rein wirtschaftlichen, sondern auch vor gesellschaftlich-soziologischen Problemen; außer dem. Bedürfnis nach einem normalen Leben der Arbeit stellten sie auch bestimmte, manchmal recht komplizierte, gesellschaftliche Ansprüche. Von der Erkenntnis ausgehend, daß die wesentlichsten Faktoren bei der Kolonisation nicht nur die Hebung der Fruchtbarkeit des Bodens und die Verbesserung der Arbeitsmethoden sind, sondern ebenso das Menschenmaterial, mit einer inneren Organisation gemäß seinem freien "Willen und mit der ihm erwünschtesten Gesellschaftsordnung, sahen wir uns gezwungen, nicht den leichten, bereits durch das Bauerntum in anderen Ländern und bei anderen Völkern mit fester Tradition ausgetretenen Weg zu gehen. Die Okkupation verödeter Landstriche, die Kämpfe beim Selbstschutz, die Überwindung der Krankheiten, die Erlernung und Vervollkommnung in der Landwirtschaft, das gemeinschaftliche Leben und die gemeinschaftliche Arbeit — all das verband diese Menschen untereinander so stark, daß wir gezwungen waren nach Möglichkeiten zu suchen, um die Siedler in die Lage zu versetzen, ihrem Wunsche gemäß auch in Zukunft ihr Gemeinschaftsleben und ihre gemeinsame Aufbauarbeit fortzusetzen. So wurde der Weg zur Schaffung der Kwuzah in Palästina geebnet, zu deren Grundlagen die Idee des Gemeinschaftslebens und der Gemeinschaftsarbeit gehörte.

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