Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 420)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9038125-9054154--1340-9054572- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Pionieren. Daneben gewinnt die Bewegung in wachsendem Maße Einfluß auf die unparteiische palästinozentrische Jugendbewegung. Die Partei in Amerika hat in den letzten zwei Jahren eine weit verzweigte und erfolgreiche Tätigkeit entfaltet. Ihr Einfluß reicht weit über die von ihr organisatorisch erfaßten Kreise der Arbeiterwirtschaft hinaus. Diese Tatsache hat sich insbesondere in der Gewerkschaftskompagnie für das arbeitende Palästina ausgewirkt, in der zum ersten Mal die große Trade-Union-Bewegung zu aktiver Mitarbeit für den Aufbau der palästinensischen Arbeiterwirtschaft herangezogen wurde. Auch gegenwärtig beteiligen sich viel nicht ausgesprochen poalezionistische Arbeiterorganisationen und sozialistische Führer an den Palästina-Aktion en der Poale-Zion-Partei. Bedeutungsvoll ist auch die Arbeit des von der Partei ins Leben gerufenen und mit ihr zusammenarbeitenden ,,J ü d i s c h - Na t io - nalen Arbeiterver bande s", der neben den in den amerikanischen Verhältnissen begründeten Versicherungsaufgaben hauptsächlich Kultur- und Palästina-Arbeit leistet. Der JNAV. unterhält gemeinsam mit der Poale-Zion-Partei gegen fünfzig Volks-Ergänzungsschulen (Lehrgegenstände: hebräische und jiddische Sprache und Literatur und jüdische Geschichte) mit ca. 5000 Kindern, sowie ein Lehrerseminar. Er fördert tatkräftig alle Palästinasammlungen und hat u. a. im Jahre 1924 durch eine Aktion für die palästinensische Arbeiter-Krankenkasse wesentlich zur Errichtung des Krankenhauses in Moza bei Jerusalem beigetragen. Auch in Amerika hat die Poale-Zion-Partei eine eigene Jugendbewegung ins Leben gerufen. Die Partei in Argentinien hat sich im letzten Jahre reorganisiert und ist gegenwärtig überaus aktiv und rührig. Sie hat neben städtischen Arbeitern auch jugendliche Kolonistenelemente zu erfassen vermocht. Ein schwieriger Boden ist für die Poale-Zion-Bewegung England. Die gleichen wirtschaftlichen und kulturellen Tatsachen, die seit Jahrzehnten der normalen Entwicklung der jüdischen Arbeiterbewegung in diesem Lande überhaupt entgegenstehen, haben auch die Entwicklung der Poale Zion-Bewegung immer wieder gehemmt. Immerhin bestehen Organisationen in London, Manchester, Leeds, Glasgow, die neuerlich wieder eine rührige Tätigkeit entfalten. Die Partei ist als autonomer Teil der Labour-Party angegliedert. Bedeutsame Erfolge hat die Bewegung in der letzten Zeit in Deutschland und Oesterreich aufzuweisen. Nach der infolge der Ruhrbesetzung und der darauffolgenden wirtschaftlichen und politischen Entwicklung erfolgten Abwanderung eines sehr großen Teiles der ostjüdischen Arbeiterschaft aus Deutschland hat sich die Struktur der deutschen Poale-Zion-Bewegung erheblich verändert. Trotz vorübergehender Abschwächung durch diesen Mitgliederverlust ist jetzt ein erfreulicher Anfang eines Aufschwunges durch das Eindringen der Bewegung in die Kreise der deutsch-jüdischen Jugend zu verzeichnen. Die zu Pfingsten d. J. im Gewerkschaftshaus zu Jena abgehaltene Konferenz war bereits von zahlreichen deutsch-sprechenden Delegierten beschickt. Erwähnenswert ist auch die besondere Beachtung und 411