Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 419)
- Language
- German
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auch von diesem Verbände aufgebracht wurden. Die Verwaltung lag in den Händen des palästinensischen Teiles des Verbandsbüros. Aber nach der 1923 erfolgten Teilung der Verwaltung mit der palästinensischen Arbeiterorganisation und den anderen Arbeiterfraktionen liegt tatsächlich die Hauptlast der Mittelbeschaffung für den Fonds im wesentlichen auf den Poale Zion, insbesondere Amerikas. Das Arbeitsprogramm des PAF. in diesem Jahre umfaßt neben den laufenden Arbeiten (Unterstützung von Institutionen der Histadruth, Förderung der städtischen Genossenschaften) den Bau von eigenen Heimen für die Arbeiter-Institutionen in Tel-Awiw, Haifa und Jerusalem. Zur direkten Palästina-Arbeit darf auch die Betätigung der Poale- Zion verschiedener Länder im Hechaluz gerechnet werden. Mit großer Genugtuung verzeichnet der Verband die erfreuliche Tatsache, daß im letzten Jahr wieder eine große Zahl direkt aus der Poale-Zion- Bewegung, insbesondere Polens, hervorgegangener Chaluzim ins Land gekommen sind. Von der auf Palästina bezüglichen politischen Tätigkeitsei nur erwähnt, daß der Poale-Zion-Verband auch in diesen zwei Jahren die während des Krieges mit Erfolg begonnene Aufklärungsarbeit in der internationalen Arbeiterbewegung nach Maßgabe seiner leider sehr beschränkten finanziellen Mittel fortgesetzt hat; insbesondere wurde auf einen ständigen Kontakt mit der britischen Arbeiterpartei durch eine eigene Vertretung in London großes Gewicht gelegt. Auch die Propaganda-Arbeit des Verbandes hat natürlich den Aufbau Palästinas zum zentralen Gegenstand. Neben der ständigen Versammlungs-, Vortrags- und Pressetätigkeit der Landesparteien seien hier erwähnt, die vom Verbandsbüro organisierten großen Propaganda- Reisen führender Parteigenossen nach Amerika, Argentinien, Polen u. a., sowie die Herausgabe der Palästina-Zeitschrift ,,D as arbeitende Erez-Israel" (jiddisch), die jedoch leider aus finanziellen Gründen vorläufig eingestellt werden mußte. Von den einzelnen Landesparteien ist vor allem die palästinensische ,,Achduth Haawodah" zu erwähnen. Eine eingehende Würdigung ist hier schon aus Raumgründen unmöglich; denn das hieße ihren führenden Anteil an der gesamten Leistung der Arbeiterschaft Palästinas besprechen. So sei bloß erwähnt, daß die Achduth Haawodah die Mehrheitspartei der organisierten Arbeiterschaft Palästinas bildet und als solche den Hauptanteil der Verantwortung für die Tätigkeit der Histadruth in Stadt und Land, auf dem Gebiete des wirtschaftlichen Aufbaus, der Kulturarbeit und der politischen Betätigung trägt. Die Poale-Zion-Parteien Osteuropas betreiben neben der oben kurz skizzierten Palästina-Arbeit auch eine selbständige politische und Kulturarbeit. Sie treten in Polen, Ostgalizien und Rumänien als selbständige politische Parteien auf, deren Programm neben den allgemeinen sozialistischen und sozial-politischen Forderungen auch den Kampf um die nationalen Rechte der jüdischen Massen umfaßt. Ihre Kulturtätigkeit besteht in erster Linie in der Gründung von Volksschulen mit jiddischer Unterrichtssprache, wobei die hebräische Sprache in ausgiebigem Maße unterrichtet wird. Eine eigene Arbeiter Jugendbewegung sorgt für Erziehung des Nachwuchses und Vorbereitung von Palästina- 410