Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 393)
- Language
- German
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außerordentlich viel beigetragen haben. Diese günstige Atmosphäre ist vor allem für unsere zentralen Fonds Keren Hajessod und Keren Kajemeth L'jisrael verwertet worden. Seit der Anwesenheit des Herrn S o k o 1 o w sind auch der Landesorganisation sehr viele neue Mitglieder beigetreten. Die mündliche Propaganda Avar in der abgelaufenen Periode sehr lebhaft. Seit dem i. Oktober 1923 bis 15. Mai 1925 sind 460 Versammlungen abgehalten worden. Auch in den entlegensten Gebirgsdörfern werden von Zeit zu Zeit von der Landesorganisation zionistische Versammlungen veranstaltet. Auf die schriftliche Propaganda wurde durch Versendung von Zirkularen und von Broschüren an die organisierten Mitglieder, ferner durch Publizierung von zionistischen Artikeln und Notizen in den Tagesblättern, besonderes Gewicht gelegt. Die Landesorganisierung verfügt nicht über ein eigenes zionistisches Organ. Die „Ostjüdische Zeitung", deren Herausgeber der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Mayer Ebner ist, gilt hier zu Lande als das zionistische Nachrichtenblatt, obwohl die eben erwähnte Zeitung in erster Linie landespolitische Fragen erörtert. 2. Landespolitik. Die Zionistische Landesorganisation befaßt sich in der Nachkriegszeit auch mit der Landespolitik. Der Schwerpunkt der politischen Arbeit besteht darin, daß die Organisation vor allem bemüht ist, die bürgerlichen und nationalen Rechte der jüdischen Bevölkerung zu schützen. Besonders erwähnenswert ist die Aktion der Landesorganisation zum Schutze der Staatsbürgerschaft von Tausenden jüdischen Staatsbürgern, welche durch das „Gesetz über den Erwerb und den Verlust der rumänischen Nationalität" vom 23. Februar 1924 stark gefährdet ist. Im politischen Kampfe der Juden leistet die „Ostjüdische Zeitung", die in Fragen der jüdischen Politik in ganz Rumänien tonangebend ist, große Dienste. 3. Kulturarbeit. Die Hebraisierungsarbeit ist im Landesschulverbande „Safah-Ivriah" konzentriert. Die hebräische Sprachbewegung hat in der Nachkriegszeit und insbesondere in den letzten 2 Jahren große Erfolge zu verzeichnen. In Cernauti beispielsweise fanden in dem letzten Jahre hebräische Versammlungen statt, die von mehreren hundert Teilnehmern besucht waren. Im Lande bestehen 12 modern eingerichtete hebräische Schulen, an welche Kindergärten angegliedert sind. Die hebräischen Schulen in Cernauti werden von 550 Kindern besucht. Es sei ferner hervorgehoben, daß in einigen Privatmittelschulen und in einigen Volksschulen, die von Kultusgemeinden erhalten werden, moderner hebräischer Unterricht erteilt wird. 4. Jugendarbeit. Die Organisation widmet auch der Jugendarbeit besondere Aufmerksamkeit. In Cernauti werden für die Jugendlichen im Laufe des Winters besondere Seminare für das Studium der theoretischen Grundlage der Geschichte der zionistischen Bewegung, ferner für das Studium der Palästinakunde veranstaltet. Die Propagandaredner, welche die Provinzstädte durchschnittlich mindestens 3—4 mal im Jahre besuchen, halten auch in der Regel spezielle Jugendversammlungen ab. In jedem größeren Orte bestehen besondere Jugendgruppen. Die stärksten Verbände sind der „Haschomer", der „Blau-Weiß" und der „Hechawer". Im letzten Jahre sind die Jugendgruppen auch zur 384