Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 385)
- Language
- German
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I. Kongreßpolen. Organisation: Die sechste Zionistenkonferenz wurde in der Hauptsache beherrscht durch Auseinandersetzungen über die vorgeschlagene Erweiterung der Jewish Agency und führte zu einer Krise in der Organisation. Die ernste Meinungsverschiedenheit zwischen der Majorität und der Minorität in dieser Frage hinderte die Konferenz, konzentrierte Arbeit zu leisten, ja, es drohte sogar zu einer Spaltung zu kommen. Die Mitglieder der Majorität des Zentralkomitees betonten, daß die Frage der Jewish Agency nicht dringlich sei und keine sofortige Lösung verlange und hielten für die beste Lösung zur Erhaltung der Organisation die Uebergabe der Verwaltung an die Minorität. In diesem Sinne wurde auf der VI. Konferenz ein nur aus Angehörigen der Minderheitsgruppe bestehendes Zentralkomitee gewählt. Dieses Experiment mißlang einerseits und andererseits bestand der Parteirat, eine gesetzgebende Körperschaft aus Angehörigen der Majorität, während das Zentralkomitee aus solchen der Minorität zusammengesetzt war. Die Meinungsverschiedenheit zwischen diesen beiden Körperschaften hielt nicht nur an, sondern sie verstärkte sich noch, bedrohte die Existenz der Organisation und fand ihren Höhepunkt im Rücktritt des Präsidenten I. Grünbaum auf einer Sitzung im März 1924. Der Hauptgrund für den Kampf zwischen dem Zentralkomitee und dem Parteirat lag im Austritt Dr. Soloweitschiks aus der Zionistischen Exekutive und in der Haltung der Exekutive zu den Beschlüssen des Aktionskomitees. Einige polnische Mitglieder des Aktionskomitees betrachteten die Episode Soloweitschik als einen Beweis dafür, daß die Exekutive die Ansichten des vom Kongreß gewählten Aktionskomitees nicht beachte. Die Sitzung des Zentralkomitees nahm infolgedessen einen Beschluß an, der bis zu einem gewissen Grade ein Mißtrauensvotum für die Exekutive bedeutete. Daraufhin erklärten 45 Mitglieder des Parteirats, daß sie mit dem Zentralkomitee nicht übereinstimmen und deshalb zurücktreten; es erfolgte darauf die Auflösung des Parteirats. VII. Konferenz: Am 25. Dezember 1924 wurde die VII. Polnische Zionistenkonferenz abgehalten. Auf dieser Tagung bewiesen beide Gruppen ihren Willen, im Interesse der Organisation ihre Differenzen beizulegen. Die Minorität erklärte, daß sie sich einem neuen, aus Mitgliedern der Majorität bestehenden Zentralkomitee zur Verfügung stelle. Es wurde folgendes, aus Mitgliedern der Majorität gebildetes Zentralkomitee gewählt: Präsident Herr L évite, Vizepräsident Dr. Gottlieb, Präsidium Dr. Rosenblatt, M. Feldstein, Dr. H i n d e s , Mitglieder Dr. Braude, Scharwiw, Prof. B a 1 a b a n , Dr. Korngrün, S. Seiden mann, Dr. Heftmann und Dr. Bichowsky. Die Palästinakonferenz: Im Sinne eines auf der letzten allgemeinen Konferenz gefaßten Beschlusses unternahm das Zentralkomitee die notwendigen Schritte zur Einberufung einer Palästina-Konferenz, deren Aufgabe es sein sollte, festzustellen, in welchem Ausmaß das polnische Judentum am Aufbauwerk für Palästina teilzunehmen wünsche und Vertreter der polnischen Judenheit für den Council der Jewish Agency zu wählen. Zu diesem Zweck hielt das Zentralkomitee 376