Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 264)
- Language
- German
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Großstädten leben und für Palästina vorbereitet worden sind. In die Ziffern für das Jahr 1925 sind noch nicht die für das Halbjahr April/Oktober 1925 zur Verfügung stehenden 400 Zertifikate eingerechnet. Auch diese größere Zuteilung wird nicht den Auswanderungsdrang geeigneter Elemente aus Deutschland befriedigen können. Die Durchführung der Alijah in dieser Kategorie hat unter einigen besonderen Schwierigkeiten gelitten: Zunächst trafen die Zertifikate nicht auf einmal, zu Beginn des Halbjahres, sondern in mehreren Raten ein, so daß es nicht möglich war, die für ein Halbjahr zu leistende Arbeit zu überblicken und die Immigranten rechtzeitig zu organisieren und einzuteilen. Die Folge war eine außerordentliche Belastung des Apparates und eine Verwirrung in der Durchführung der Transporte. Sodann standen die dem Berliner Amt zugeteilten Zertifikate für bestimmte Berufskategorien nicht immer in Uebereinstimmiung mît den Berufen der dort; vorbereiteten Chaluzim. Die Verteilung bestimmter Berufs-Zertifikate auf die einzelnen Länder muß aber die in diesen Ländern gegebenen Ausbildung^- und Auswanderungsmöglichkeiten berücksichtigen, wenn nicht bei der Benutzung der Zertifikate Schwierigkeiten entstehen sollen. Ferner wurden zu wenig Zertifikate für Mädchen überwiesen, so daß oft Störungen der Arbeit dadurch entstanden, daß zusammengehörige Personen nicht gemeinsam emigrieren konnten. Zumal die rituellen Ehen ostjüdischer Auswanderer, die nicht den Namenswechsel der Frau vor den Behörden zur Folge haben, machen die Zuteilung eines Zertifikates auch an die Ehefrau erforderlich. Die unzulängliche Zuteilung von Zertifikaten für Frauen hat in Deutschland sogar zur Trennung von Ehepaaren geführt. Endlich sind die besonderen Schwierigkeiten zu erwähnen, die durch die Alijah der bereits erwähnten, erst seit kurzer Zeit nach Deutschland zugewanderten Juden entstehen. Einerseits sind deren Bedingungen in Deutschland sehr schwer; Aufenthalts-Bewilligungen werden nur für kurze Fristen erteilt, oft ist ihre Einwanderung nach Deutschland mit dem Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit und jeder Möglichkeit der Rückkehr in das Ausgangsland verbunden. Infolgedessen stößt die Paßbeschaffung und technische Durchführung der Auswanderung auf manchmal unüberwindliche Hindernisse, auch wenn diese Personen für Palästina sonst geeignet erscheinen. So hat auch die Tatsache der Ausweisungen aus Deutschland viel zu schaffen gemacht, aber das Berliner Amt ist in der Lage gewesen, einer großen Anzahl Familien, die im allgemeinen den Anforderungen des Palästina-Amtes entsprachen, zur Auswanderung nach Palästina zu verhelfen. Bei zugewanderten jungen Juden, die in Deutschland keinerlei Verwandte oder Bekannte haben und kaum Arbeit finden können, erhebt sich überdies noch die Frage der Beschaffung der Reisemittel. In Anbetracht dessen, daß aber gerade diese jungen Leute manchmal als besonders geeignet für die Eurwanderung nach Palästina gelten müssen, durfte ihre Alijah nicht hieran scheitern. So war das Palästina-Amt Berlin genötigt, Reisebeihilfen in außerordentlichem Umfange zu erteilen. Die Ausgaben für diese Zwecke belaufen sich im Jahre 1923 255