Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 205)
- Language
- German
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die sich von den früheren mehr als-bescheidenen „Heimstätten" wohltuend unterscheiden und den Abstand zwischen der Behausung der jemenitischen und europäischen Ansiedler sehr wesentlich vermindert haben. Trotzdem wollen die Klagen der jemenitischen Landarbeiter nicht verstummen. Nur ein kleiner Teil hat ständige Lohnarbeit in den Kolonien, die £ 30,— bis 50,— pro Familie einträgt. Die meisten sind nur in der Saison, etwa 6 Monate im Jahre, beschäftigt und verdienen £ 15,— bis 30,— im Jahre. Die Folge ist Halbhunger, unsanitäre Wohnverhältnisse, erschreckende Kindersterblichkeit (in Rechoboth z. B. 40 % im Jahre). Die von uns eingesetzte Kommission ist zu dem Schlüsse gelangt,, daß die Jemenitenhäuser im heutigen Zustande nicht existenzfähig sind,, und befürwortet eindringlich vor allem die Erhöhung der Bodenparzelle auf 10 Dunam pro Familie, davon an manchen Orten zur Hälfte bewässerbar. Ebenso empfiehlt die Kommission die Verlegung der Jemeniten-Siedlung von Kineret h nach Javneel und die Vergrößerung der Bodenfläche einer Jemenitenfamilie in dieser Kolonie auf 26 Dunam. Die Vorschläge der Kommission erstrecken sich auf 5 Siedlungen mit 250 Familien; ihr Bodenbesitz von 850 Dunam soll um 2200 Dunam erweitert werden; 77 Häuser und Stallungen müssen hinzugebaut werden; mit den noch erforderlichen Darlehen sind dazu ca. £ 18 400,— nötig, für Bodenkäufe ca. £ 12 600,—; der Reformplan ist noch Gegenstand von Verhandlungen zwischen dem Departement und dem JNF. Die- Kommission sieht keine Notwendigkeit der Gründung eines neuen Jemeniten-Moschaws in Ness-Zionah (wie einst vom JNF. geplant). 8. Arbeit in den älteren Kolonien. Trotz der Konzentrierung aller Anstrengungen auf die neue Ansiedlung haben wir uns auch mit den seinerzeit von den Chowewe-Zion anderen Körperschaften gegründeten Kolonien befaßt. Das Departement bemüht sich, den in ihrer Existenz gefährdeten Kolonisten Kredithilfe zu leisten. Es wurden außerdem neuen Ansiedlern in den Kolonien Kredite gewährt, und es gelang auch, durch Zuteilung neuer Bodenflächen und Gewährung von Wirtschaftsanleihen,, eine Anzahl von Kolonistensöhnen anzusiedeln. Angesichts der trostlosen Lage der Kolonie Beer-Towiah, infolge der Auswanderung eines Teiles der Kolonisten und der Verarmung bzw. Verschuldung der Zurückgebliebenen, gewährte das Departement an 8 Kolonisten Anleihen von insgesamt £ 1000,—. Außerdem erwarb das Departement die Grundstücke der ausgewanderten Kolonisten und siedelte auf denselben 11 neueingewanderte Bauernfamilien aus der Ukraine an. Diese Landwirte erhielten den größten Teil des lebenden und toten Inventars. Die Lage der Kolonisten in Beer-Jakow ist infolge Bodenmangels sehr schwierig. Desgleichen fehlen ihnen Bauten und lebendes Inventar: Zwecks Vergrößerung der Fläche der Kolonie erwarb der JNF. ein anliegendes Grundstück, und das Departement seinerseits gewährte an 7 Kolonisten Anleihen im Betrage von £ 500,— für Inventar und Wirtschaftsgebäude. 196