Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 30)
- Language
- German
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Herr Sokolow hatte auch eine Unterredung mit Herrn Morawsk i, der von Zeit zu Zeit als polnischer Vertreter beim Völkerbund tätig war. Herr Morawski versprach ein sympathisches Interesse in allen die zionistischen Interessen berührenden Angelegenheiten, die vor den Völkerbund kommen könnten. F. Ungarn: Während der Berichtsperiode hat Herr Israel Cohen viermal (September 1923, Februar 1924, Februar und März 1925) Budapest im Auftrag der Exekutive besucht, mit der Absicht, (unter anderem) die Legalisierung der zionistischen Arbeit in diesem Lande zu erreichen, die die Regierung vor einigen Jahren zu sanktionieren abgelehnt hat. Herr Cohen wurde von verschiedenen Mitgliedern der ungarischen Regierung höflich empfangen, und am 16. Februar 1925 nahm er an einer Konferenz von Führern der jüdischen Gemeinde teil, die Graf Klebeisberg, der Kultusminister, zur Diskussion dieser Frage einberufen hatte. Wegen der Gegnerschaft der jüdischen Vertreter war die Konferenz ergebnislos. Am 31. März hatte Herr Cohen eine Unterredung mit dem Premierminister Graf B e t h 1 e n , der erklärte, die Regierung habe keine Einwendungen gegen die Tätigkeit der zionistischen Landesorganisation, aber sie könne sie nicht legalisieren, solange die offiziellen Führer der jüdischen Gemeinde sich widersetzen. Am 4. Mai 1925 schrieb Graf Bethlen folgendes an Herrn Cohen: ,,Ich hatte eine Unterredung mit. Dr. Lederer und Dr. Frank! in der Angelegenheit des zionistischen Landesverbandes in Lngarn. Sie erklärten mir beide kategorisch, daß ebenso die orthodoxe wie die neologe Gemeinde sich der Anerkennung der Statuten der Zionistischen Organisation durch die ungarische Regierung widersetze. Ich halte es deshalb für meine Pflicht, Sie zu bitten, nicht weiter auf dieser Frage zu bestehen, nachdem sie von den qualifizierten Vertretern der ungarischen Juden abgelehnt worden ist."' So bleibt also Ungarn das einzige Land Europas mit Ausnahme von Rußland, wo zionistische Arbeit nicht erlaubt ist. G. Deutschland, Oesterreich und Tschechoslo vakei: Im Januar 1925 besuchte Dr. Weizmann Berlin, Wien und Prag, wo er überall offizielle Sympathieerklärungen gegenüber der zionistischen Bewegung erhielt. Ein Meeting in Wien, am 3. Januar, bei dem Dr. Weizmann sprach, wurde von offiziellen Vertretern der österreichischen Regierung besucht und während seines Aufenthalts in Berlin wurde ihm zu Ehren vom deutschen Außenminister ein Frühstück gegeben. H. Türkei: Dem Palästinaamt in Konstantinopel ist es nicht gelungen, von den türkischen Behörden legale Anerkennung zu erhalten, wodurch es bei der Erledigung seiner wichtigen Aufgaben behindert wird. Die Exekutive hat in dieser Angelegenheit bei den zuständigen Stellen Vorstellungen erhoben, aber bisher ohne definitives Resultat. I. Marokko: Vor einiger Zeit haben die französischen Behörden in Marokko aus nicht geklärten Gründen die zionistische Tätigkeit in diesem Lande verboten. Am 20. Mai veröffentlichte das „Bulletin officiel du Protectorat français au Maroc" eine Verfügung, durch die die Einfuhr und die Verbreitung des „Haolam" verboten wurde. Diese 21