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Das jüdische Blatt · 1914-07-31 · 31 (31.7.1914) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
31 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Das jüdische Klatt Nr. 31 Im Nachstehenden geben wir eine Uebersicht unserer Veranstaltungen im Wintersemester 1913/14: 29. Oktober 1913: Erösfnungs- und Propagandaabend. Vortrag Dr. Apfel-Berlin: „Die Organisation der jüdischen Jugend." — 6. November: Ord. Mitglieder-Versammlung. Dr. H. Grünbamn: „Die heutige Lage der deutschen Judenheit." Albert Meyer: „Einführung in die Vereinsarbeit". — 13. November: Oeffentlicher Vortrag. Albert Meyer: „Die Ritualmordlüge und der Beilisprozeß." — 20. November: Ord. Mitglieder-Versammlung. Fritz Schwod: „Die jüdische Bevökerung Deutschands in ihrer Entwickelung." Diskussion. — 3. Dezember Oeffentlicher Vortrag. Dr. Rudolf Wassermann-München: „Die Kriminalität der deutschen Juden." — 11. Dezember: Oeffentlicher Vortrag. Rabbiner Dr. Heilbronn: „Von Esra bis zur Zeit der Tanaiten." — 18. Dezember: Musikalisch-deklamatorischer Abend. — 21. Dezember: Generalversammlung. — 30. Dezember: Chanukka-Feier. ’ 15. Januar 1914: Ord. Mitglieder-Versammlung. Dr. H. Grünbaum: „Die Berufswahl der jüd. Jugend." Diskussion. 18. Januar: Stiftungsfest. — 4. Februar: 1. Versammlung der weiblichen Mitglieder: Besprechung wegen Bildung einer Damengruppe. 5. Februar: Ord. Mitglieder-Versammlung. „Stefan Beck: „Die jiid. Jugend und ihre Stellungnahme zu den geistigen Strömungen der Gegenwart." Diskussion. — 6. Februar: Eröffnung der „Freitag-Abende." — 8. Februar: Wanderung nach Fischbach. - - 11. Februar: Ord. Mitglieder-Versammlung. Dr. med. Federlein: „Arbeit und Krankheit." Diskussion. — 17. Februar: Ord. Mitglieder-Versammlung. Dr. H. Grünbaum: „Die Geschichte der Juden in der Beleuchtung eines katholischen Theologen (Ignatz v. Döllinger). — 20. Februar: Albert Meyer: Unsere schwarzen Glaubensbrüder (Juden in Abessinien, Eochin usw.).— 25. Februar: Oeffentlicher Vortrag. Rabbiner Dr. Freudenthal: „Die fünf Megiloth." — 1. März: Wanderung nach dem Moritzberg. .- 3. März: Ord. Mitglieder-Versammlung. Otto Orzegow: „Die weltgeschichtliche Bedeutung des jüd. Handels." Diskussion. 13. März: Dr. med. Max Strauß: „Die Hygiene der Juden." — 19. März: 1. Schachabend. — 22. März: Purimfest (Kostümball). - 20. März: Dr. H. Grünbaum: „Börnes von Münchhausen, mit Rezitationen." — 26. März: 2. Schachabend. — 27. März: Dr. H. Grünbaum: „Soziale Ethik im Judentum." — 29. März: Wanderung nach Maiach, Pillenreuth-Eibach. — 2. April: Oeff. Vortrag. Dr. Max Frank-Würzburg: „Die Juden und das Rassenproblem." — 5. April: Rudern aus dem Dutzendteich. — 8. April: Ord. Mitglieder-Versammlung. Dr. med. Goßner: „Die Prostitution und ihre Gefahren." — 22. April: Schlußsitzung des W.-S. Vortrag Rabb. Dr. Heilbronn: Die Entstehung des Talmuds." Gratisoerlosung von 15 Büchern aus der jüd. Geschichte und Literatur. — 23. April: 3. Schachabend. — 26. April: Wanderung nach Cadolzburg. — 3. Mai: Wanderung nach Lauf. Wenn unser Verein im Wintersemester um ein gutes Stück vorwärts gekommen ist, so soll uns das ein Ansporn zur weiteren Tätigkeit sein; denn vieles kann noch erreicht werden. Wir hoffen, im nächsten Winter unsere Organisation weiter auszubauen und zu kräftigen und die Vereinsarbeit im eigenen Heim noch wirkungsvoller als bisher aufzunehmen. Würzburg. Die Jubelfeier des 50jährigen Bestehens der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg findet am 9. und 10. August d. Js. statt. Es findet am Sonntag, den 9. August, abends 8 Uhr, ein Begrüßungsabend in der Schrannenhalle statt, am Montag, 10 August, vormittags 10 Uhr, ein Fe sta k t ebendort. Im Saale des Platzschen Gartens soll am Montag, 10. August, mittags 12 A Uhr ein Festmahl und um 5 Uhr nachmittags ebendort ein Gartenfest stattfinden. Berichtigung. Köln. Der in der vorletzten Nummer Ihres Blattes veröffentlichte Bericht über die Gründung einer Ortsgruppe der A. I. Köln, insbesondere der Wortlaut der von mir im Namen mehrerer Mitglieder der Hauptgemeinde vorgelegten Resolution, ist so lückenhaft dargestellt, daß ich zu folgender Berichtigung gezwungen bin. I. Der Wortlaut der vorgelegten Resolution war folgender: 1. Die am 6. Juli 1914 in Köln zum Zwecke der Gründung einer Ortsgruppe Köln der A. I. versammelten Mitglieder erklären, daß sie sich prinzipiell zum Programm der Aguda bekennen, daß sie aber die Ausführung des Programms ' der A. I. nur erblicken können in einer Gleichstellung sämtlicher gesetzestreuen Juden ohne Unterschied ihrer Gemeindezugehörigkeit. 2. Die neu zu gründende Ortsgruppe übernimmt die Verpflichtung, in der K.G. und bei dem rabb. Rat und evtl, bei den sonstigen Instanzen der Aguda in diesem Sinne durch ihre Vertreter tätig zu sein. Der weiter verlesene Passus diente zur Aufklärung der Versammlung über die Ziele der Resolution. II. Da es sich nur um eine vorbereitende Versammlung, nicht um eine Versammlung innerhalb der Ortsgruppe handelte, konnte nach Ansicht des Leiters der Versammlung die Resolution in dieser Versammlung nicht zur Debatte gestellt werden; nur Punkt 1 wurde in seinem einen Teile als Erklärung der Mitglieder der Hauptgemeinde entgegengenommen. I. Schnelling. Warschau. Bankerott antisemitischer Genossenschaften. Wie aus Warschau geschrieben wird, bringt jeder Tag den Zusammenbruch irgend einer kleinen oder größeren Genossenschaft oder Aktiengesellschaft, die in den letzten zwei Jahren unter dem Schlagworte des Boykotts jüdischer Geschäftsleute ins Leben gerufen wurden. Genau so wie bei dem Zusammenbruch der ungarischen christlichen Genossenschaften und ähnlichen Unternehmungen in anderen Ländern sind die Leidtragenden fast ausschließlich kleine Leute, welche ihre Ersparnisse politischen Abenteurern, die den Antisemitismus als Mittel zur Bereicherung benützten, ihr kleines Vermögen anvertraut haben. Besonders, großen Skandal rief jetzt der Bankerott der antisemitischen Kreditgenossenschaft „Zgoda" hervor, bei welcher die Anteilinhaber den Verlust von 125 000 Rubel beklagen. Auch hier sind es zumeist kleine Einleger, welche zugrunde gerichtet wurden, während der Präsident Dr. Rakofski, einer der Anführer der Boykottbewegung, auf großem Fuße lebte. New Zork. Erfolge jüdischer Emigrantenkinder in ameri kanischen Leh r anstalten. Sämtliche amerikanischen Blätter widmen jetzt den Ergebnissen des soeben beendeten Schuljahres ausführliche Artikel. In allen diesen Artikeln wird je nach der Parteistellung auf die interessante Erscheinung hingewiesen, daß in allen Hochschulen die Preise und Stipendien auf Grund eines geistigen Wettkampfes von Juden, und zwar von jüdischen Emigrantenkindern, errungen wurden. Selbst in dem Bostoner berühmten Harvard-College sind von den zehn Preisen, welche die Universität zu vergeben hatte, acht von jüdischen Hörern gewonnen worden, die vor nicht allzulanger Zeit mit ihren Eltern aus Rußland eingewandert sind. Die interessanteste Erscheinung jedoch ist sicherlich die Tatsache, daß selbst in dem Wettkampf um die Preise für die besten Redner in englischer Sprache an verschiedenen Universitäten solche jüdische Studenten den Sieg davontrugen, welche kaum fünf Jahre in Amerika leben. Für hungernde Kinder in Jerusalem. Von der Sekretärin Mademoiselle Marguerite Levy Hirsingen 20 M, 100 in N. 5

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