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Das jüdische Blatt · 1914-07-24 · 30 (24.7.1914) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
30 (24.7.1914)
Date
1914-07-24
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 30. Das Mische Statt 11 Insel im Großen Ozean. — 3 15 85913 Fluß in Afrika. — 5 8 16 8 7 Britische Besitzung in Afrika. — 6 2 7 17 13 Stadt in Indien. — 7 13 5 6 2 Baum. — 80925 16 13 58 Republik in Amerika. — 5 8 6 8 15 König in Israel. — 6 8 16 16 2 7 Südfrucht. — Die Anfangsbuchstaben der Wörter ergeben eine Insel im Atlantischen Ozean. RatseUäsmrgen aas Uv. 28. 1. Lebivo-osor-betammus. 2. Renatus, Eli, Natan, Adelheid, Tischri, Uhland, Salomo. Richtige Ratsettasarrgea: Ein Rätsel: Fr. Berthe Goetschel (es war ein kleiner Druckfehler, es hätte heißen sollen: Beti). — Cäcilie u. Leopold Lehmann, Dauendorf. Zwei Rätsel: Leopold Lehmann, olove äu College scientifique, Lausanne. — Julius Raphael, Mittelbronn. — Renee und Georges Weill, Kürzel (Lothr.). Drei Rätsel: Robert und Suzanne Geismar, Romansweiler. — Robert Weill, Altkirch. — Alfred, Lucien und Irene Kirsch, Rappoltsweiler. Fünf Rätsel: Renie u. Lucie Simon, Reichshofen. Für die hungernden Kinder in Jerusalem. Fräulein Marie Bieter, Cincinatti 5 dl. Briefkasten. D. Al. 100. Ist vor den neun Tagen religionsgesetzlich nicht verboten, wird ober trotzdem in manchen Gegenden unterlassen. R. Fiirtt. Anonyme Karte erhalten. Dürfte ich Sie um Ihren w. Namen bitten. Die von Ihnen mitgeteilten Tatsachen sind mir unbekannt. Juden als Handarbeiter. Die Unrichtigkeit der alten Fabel von der Unfähigkeit der Juden zu körperlicher und Handarbeit wird durch einige neue Daten des Arbeitsamtes der Vereinigten Staaten in das hellste Licht gerückt. Ueber sieben Gewerbegruppen wird dort berichtet. In allen diesen arbeitet und verdient, so wird gezeigt, der Jude mehr als sein nichtjüdischer Kamerad, und noch dazu bei einer kürzeren Arbeitszeit. In zweien der Gewerbe, in der Bäckerei und der Druckerei, in denen es jüdische Gewerkvereine gibt, verdient in Boston der Jude 0.4706 Dollar die Stunde, der Nichtjude 0.3000, in Newyork der Jude 0.5098 Dollar, der Nichtjude O.2623. In der Druckerei ist es uicht anders, der jüdische Maschinensetzer z. B. erhält 0.8056 Dollar, der englische nur 0.5417; dabei arbeitet der Jude nur 36 Stunden die Woche, der Engländer 48 Stunden die Woche. Für die angelsächsischen Staaten, in denen der Jude gern als „Sweater" und Lohndrücker hingestellt wird, haben diese statistischen Feststellungen der Tüchtigkeit der Juden in der Handarbeit besonderen Wert. Bei seinem Besuche in Cordowa, erzählt Prof. Gottheit, besuchte er die altehrwürdige Synagoge, in der bekanntlich „Rumbam" lernte. Wie groß war seine Ueberraschung, als man ihn in einen Weinschank führte, 'welchen die schönsten jüdischen Ornamente zieren. Er appelliert an die jüdischen Größen, diese für uns Juden so historische Stätte anzukaufen. Gin merkwürdiger Tausch des Kl'auöens. Unter der Aufschrift: „Tut* evolntion reiigiense" veröffentlicht der „Eil Blas" einen Brief des französischen Dichters Paul Loewengard, dessen vor einigen Jahren erfolgter Übertritt vom Judentum zum Katholizismus berechtigtes Aufsehen in den Pariser literarischen Kreisen hervorgerufen hat. Dieser Mann ist jetzt wieder zum Judentum zurückgetehrt und gibt in dem genannten Briefe, den wir in der Übersetzung folgen lassen, eine, wenn auch nicht klare und erschöpfende, so doch in mancher Hinsicht interessante Rechenschaft über seinen Glaubenswechsel. Der Fall ist jedenfalls ein Beleg dafür, welche Verheerungen die Unkenntnis jüdischer Dinge unter der akademischen Jugend anrichtet, und ein neuer Fingerzeig auf eine schwere Wunde im jüdischen Leben Frankreichs. Der Brief lautet: Paris, den 23. Juni 1914. An den Herrn Direktor des „Gil Blas". Unter dem zu schmeichelhaften Titel: Tn nouveau Chateaubriand hat die „Libre Parole" und unter der Aufschrift: „M. Loe\ven«>ard s’est reeonverti" hat die „Action franyaise" die Gelegenheit benutzt, daß ich 5 Jahre, nachdem ich in die katholische Kirche eingetreten bin, mich jetzt wieder zur Religion meiner Väter bekenne, um mich zu beschimpfen und meine aufrichtige religiöse Wandlung zu entstellen. Auf Beschimpfungen erwidere ich nicht. Ich werde deshalb weder der „Libre Parole" noch der „Action franyaise" antworten. Aber es gibt ein Publikum, ich habe Freunde, die ein Recht darauf machen, zu vernehmen, warum ich in die Kirche eingetreten bin und warum ich sie verlasse. Wollen Sie deshalb, geehrter Herr Direktor, die Güte haben, in Ihrem geschätzten Blatte diese kurzen Ausführungen zu veröffentlichen, die ich für absolut notwendig erachte. Als ich mich 1968 zum Katholizismus bekehrte, war ich ein Heide, ein Nietschianer, ein Jude, der obgleich aus dem Judentum „entwurzelt", dennoch von inneren religiösen Kämpfen zerwühlt war. In meinem Buche Ln S] »lenden r eatlndn>ne (Der katholische Nimbus) habe ich diese Unruhe, diese Not meiner Seele geschildert. Ich schilderte, wie die Bekanntschaft mit einem getauften Juden, Monseigneur Joseph Lehmann, mich bestimmte, die Taufe von einer Kirche zu verlangen, die mich verführte, ja die mich berauschte, kann ich sagen, zunächst infolge ihrer majestätischen Schönheit, dann aber auch, weil ich in ihr das wahrhaftige Israel, die Erbin Jerusalems zu erkennen glaubte, des Jerusalem, zu welchem mich unbewußt ein mächtiger Atavismus hinzog. Man vergesse nicht, daß ich ein „entwurzelter Jude" war, in einem freidenkerischen Milieu erzogen und ganz außerhalb des Judentums stehend. Aber zweifellos war etwas von der alten Glaubensglut meiner Väter noch in meinem Herzen in Schwingung, da feit meiner Kindheit alles Religiöse mich angezogen hat. Ach! Mit welchem Glück glaubte ich in der Pracht der Kirche die Herrlichkeit Zions wieder zu finden. Ich glaubte in ihr in Wahrheit „meine Heimat und meine Toten" wieder zu finden. Je mehr ich mich an dem Prunk der Kirche und der Evangelien und besonders an der Herrlichkeit der Bibel entzückte, desto mehr erkannte ich den Gegensatz zwischen Rom und Jerusalem. Anfangs hatte ich, als gehorsamer Christ, den Willen, mich über diesen Gegensatz hinwegzutäuschen. „Rom", rief ich in meinem letzten Buch „Lea iMa^nitieenees de LL^lise" aus, „Rom ist Jerusalem, ist die Tradition Israels, sein Tempel, seine Gebete, seine Religionsgebräuche." Das behauptet ja auch die Kirche durch

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